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22. August 2014
App-Entwickler und Data Scientists: Auf der Spur der IT-Jobs von morgen

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Bildungssystem und Arbeitsmarkt stehen durch die rasante Entwicklung in der IKT-Branche vor einigen Herausforderungen. Welche Jobs in diesem Bereich künftig gefragt sind und welche Hindernisse es dabei gibt, haben Experten bei einer Podiumsdiskussion der APA-E-Business-Community gestern, Donnerstagabend, in Wien beleuchtet.

 

„Wir beschäftigen uns intensiv mit zukünftigen Entwicklungen. Aber welche Jobs nicht morgen, sondern übermorgen gefragt sind, weiß ich auch nicht", erklärte Johannes Kopf, Vorstand des Arbeitsmarktservice AMS. Der aktuelle Mangel an App-Entwicklern sei beispielsweise nicht vorhersagbar gewesen, obwohl in der EU inzwischen rund eine Million Arbeitsplätze in diesem Bereich entstanden sind. Allerdings müsse auch gesagt werden, dass zwei Drittel der Entwickler weniger als 400 Euro im Monat damit verdienen würden.

 

Dennoch zeige sich hier, dass der Bedarf an Hochqualifizierten deutlich steigt, während Personen mit niedriger Qualifikation am Arbeitsmarkt künftig kaum Chancen hätten. Auch Lagerarbeiter müssten inzwischen Softwaresysteme bedienen können bzw. Englisch beherrschen, wenn sie beispielsweise in einem internationalen Konzern arbeiten. „Insgesamt wird der Bedarf an IT-Fachkräften weiter deutlich zunehmen, und zwar schneller als das Angebot. Das heißt, die Schere geht auseinander", so Kopf.

 

Wenn Jobs nicht besetzt werden könnten, sei es möglich, dass langfristig auch die Nachfrage schwinde - zumindest nach Arbeitnehmern aus dem Inland. Allerdings scheine es schwierig, entsprechende Bildungsangebote zu entwickeln, wenn Unklarheit darüber herrsche, welche Jobs in Zukunft nachgefragt werden. „Laufend kommen neue Fähigkeiten dazu, die an unseren Schulen nicht unterrichtet werden", betonte Kopf. Dazu würden etwa das Arbeiten in virtuellen Teams oder der Umgang mit der zunehmenden Verschmelzung zwischen Berufs- und Privatleben zählen.

 

Social Skills vs. Fachwissen

Bei der Studienplangestaltung alle neuen Anforderungen miteinzubeziehen ohne die Kernaspekte zu vernachlässigen, sei schwierig. Aber natürlich gehe es in diese Richtung, ergänzte Christian Huemer von der Technischen Universität (TU) Wien. Man biete einerseits im Bachelorstudium ein Lehrangebot mit einer soliden, formalen Basis für Informatiker und andererseits im Magister- und Doktoratsprogramm eine Ausbildung, die sich an aktuellen Forschungsfragen der IT orientiere.

 

Es mangle nicht an der Qualifikation der Absolventen für den Job von morgen, sondern an Absolventen generell. „Um deren Zahl zu erhöhen, müssen wir die besten Köpfe für unser Studium gewinnen. Das heißt unter anderem, das Image des Technikers als Nerd zu widerlegen oder mehr von der anderen Hälfte der jungen Bevölkerung - nämlich der weiblichen - für unser Studium zu begeistern", so Huemer. Dazu meinte auch AMS-Vorstand Kopf: „Es ist absolut inakzeptabel, dass wir das Potenzial durch Frauen in der IT-Branche nicht nutzen."

 

Kultur der Lehrlingsausbildung fehlt

Einen anderen Aspekt sprach Martin Matyus von der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) an: Natürlich seien hochqualifizierte Fachkräfte gefragt, „aber neben den Häuptlingen braucht es auch Indianer". Es fehle in der IT-Branche eine Kultur der Lehrlingsausbildung. Die Betriebe bräuchten Unterstützung dabei, vor allem Ein-Personen-Unternehmen. Derzeit könnten die bestehenden Ausbildungssysteme den Mangel an Fachkräften nicht kompensieren.

 

„Sehr viele Schulen mit IT-Schwerpunkt vermitteln nur Kenntnisse, die wir mittlerweile als ‘Kulturtechnik‘ - wie lesen und schreiben - bezeichnen können", so Matyus. Deshalb seien Änderungen im Ausbildungsansatz erforderlich. Digital Natives würden das Phänomen der „Schein-Experten" seiner Meinung nach noch verstärken.

 

Die Anforderungen hätten sich in den vergangenen Jahren massiv geändert, ist auch Gerald Innerwinkler von der APA-IT überzeugt. „Die IT-Abteilung ist nicht nur mehr jemand, der fachliche Anforderungen umsetzen muss. Im Mittelpunkt der Arbeit und der Verantwortung steht zunehmend die Unterstützung und Mitgestaltung der Produkte und Geschäftsabläufe über deren gesamten Lebenszyklus", so der Manager. Soft Skills müssten auch in der Ausbildung forciert werden, um besser auf die Kunden eingehen zu können.

 

Erste Kurzstudien für App- und Web-Developer

„Das Bildungssystem kann mit der rasanten Entwicklung mithalten, nur müssen die Anbieter, Fachhochschulen und Universitäten, innovativ und flexibel genug sein", erklärte

Florian Eckkrammer von der FH Technikum Wien. So habe man beispielsweise als erste Bildungsinstitution in Österreich Kurzstudien für App- und Web-Developer gestartet.

 

„Die IKT-Branche weist derzeit eine ungeheure Dynamik auf. Die Anzahl an Geräten, Apps und der weltweite Datenbestand steigen rasant an - gleichzeitig erhöht sich die Mobilität immer mehr", meint auch Michael Wunderer vom Systemintegrator Dimension Data. Ein daraus resultierendes mögliches Berufsfeld sei jenes des „Mobile Security Analysts". Dieser werte die Verwendung von Geräten und Apps aus und erstellt anschließend Profile zur Anpassung der Sicherheitsstufe.

 

25. September 2014
22. August 2014
App-Entwickler und Data Scientists: Auf der Spur der IT-Jobs von morgen