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04. März 2011
Social Media zwischen Irrelevanz und Revolution

Soziale Medien und Netzwerke bieten für viele Unternehmen enorme Wachstumschancen, sind aber wahrscheinlich für ebenso viele Betriebe derzeit noch irrelevant, erklärten Expertinnen und Experten bei einer Spezial-Ausgabe der APA-E-Business-Community, die Donnerstagabend im Rahmen des „E-Day 2011" der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) in Wien stattfand.

 

Heimische Betriebe würden derzeit noch abwarten und sich nur zögerlich in sozialen Netzwerken engagieren. Das verhindere aber nicht, dass dort über sie geschrieben werde. „Nur weil man diese Kanäle nicht nutzt, heißt das nicht, dass man dort nicht vorkommt", gab Marcus Hebein von APA-MultiMedia zu bedenken. Sein Rat: „Vertrauen Sie niemandem, der Social Media für unwichtig erklärt, aber auch niemandem, der eine Revolution vorhersagt."

 

Fertigkeiten müssen erst erworben werden

Für Unternehmen sei es wichtig, sich die notwendigen Fertigkeiten für neue Medien ins Haus zu holen. „Wenn Sie ein EPU (Anm.: Ein-Personen-Unternehmen) sind, müssen Sie das ohnehin selber machen", zeigte sich Meral Akin-Hecke vom auf digitale Medien spezialisierten Netzwerk „Digitalks" überzeugt. Sie riet dazu, beispielsweise mit befreundeten Unternehmen zu sprechen, Wissensträger „auszubeuten" und sich dieses Know-how anzueignen.

 

„Das darf man nicht nur als Marketinginstrument, sondern als Informationspool für das Geschäft sehen", so die Expertin, die davor warnte, alle Plattformen in einen Topf zu werfen. Social Media werde - so wie jetzt Zeitunglesen oder Nachrichtenschauen - zum Alltag und sich einfach in das Leben integrieren. An die Medienvertreter gewandt meinte Akin-Hecke: „Sie werden auch in fünf Jahren noch Nachrichten machen und wir werden sie kommentieren und weiterleiten."

 

Die Leser würden in neue Kanäle strömen „und wir rennen hinterher", so Patricio Hetfleisch von der Tiroler Tageszeitung (TT): „Teilweise sind wir da recht unerfolgreich. Apple erfindet hingegen praktisch alle zwei Jahre die Medienwelt neu." Nur drei Prozent des Traffics auf der Website der TT würden von Facebook kommen. „Das ist problematisch, weil wir da viel Zeit und Energie reinstecken. Andererseits könnte uns das in ein paar Jahren das Geschäftsmodell retten", sagte Hetfleisch.

 

„Das Internet findet auch ohne Sie statt"

Wachstumschancen sieht auch Alexis Johann von der WirtschaftsBlatt Digital GmbH. In sozialen Netzwerken könnten Beziehungen und Vertrauen gezielt aufgebaut werden. Voraussetzung sei aber Zeit zum Zuhören. Er warnte Unternehmen davor, sich blindlings ins Social-Media-Getümmel zu werfen: „Seien Sie beruhigt. Das Internet findet auch ohne Sie statt." Wichtig sei, sich vorher genau zu überlegen, wo und wann man seine Kunden abholen will.

 

Größtes Thema sei derzeit die Unsicherheit der Unternehmen, ergänzte Angelika Sery-Froschauer vom Fachverband Werbung und Marktkommunikation in der WKÖ. Schließlich würden die alten Kanäle nicht verschwinden, aber neue dazu kommen. Und die Betriebe - ob groß oder klein - müssten darauf reagieren. Allerdings sei hier ein strategisches Vorgehen notwendig.

 

Die Medienbranche selbst beschäftige sich derzeit mit Social Media einerseits als interessanter Quelle, die aber nicht immer zuverlässig sei, und andererseits „als neuer Ausspielkanal für unsere Informationen", so Hebein. Wie unterschiedlich der tatsächliche soziale beziehungsweise politische Einfluss sei, würden die Beispiele Ägypten und Karl-Theodor zu Guttenberg zeigen.

 

Rund 15 Prozent der Meldungen zum Aufstand in Ägypten hätten sich mit der Rolle der neuen Medien beschäftigt. Zur Revolution wäre es laut Experten aber auch ohne Facebook gekommen. „Da wird viel reinprojeziert", sagte Hebein. Bei Guttenberg stelle sich die Sache anders dar. „Zuerst war man der Meinung, dass er das schon irgendwie überleben wird. Durch die Zusammenarbeit vieler Personen im Rahmen eines Wikis, bei der seine Doktorarbeit nach Plagiaten durchforstet wurde, zeigte sich dann aber der starke Einfluss von sozialen Medien."

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