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28. Jänner 2011
Klassische Medien suchen Verdienstmodelle bei mobilem Content

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Erst durch iPhone, iPad, E-Reader und Co. hat das Internet richtig laufen gelernt: Mobile Inhalte boomen bei den Usern und auch in klassischen Medienbranchen wie Print und TV wecken die neuen Endgeräte Hoffnungen auf eine Kompensation rückläufiger Zahlen bei Kioskverkäufen und Rezipienten. Doch bis jetzt sind kräftige Verdienstmodelle ausständig, zeigte sich gestern, Donnerstagabend, bei einer Podiumsdiskussion der APA-E-Business-Community (EBC) in Wien.

 

„Es kommt zu einer Diversifizierung von Angeboten und Umsatzkanälen. Während die traditionellen Medien ersteres schon in Angriff genommen haben - etwa durch Inhalte für Tablets -, wird die Anpassung der Geschäftsmodelle noch ein wesentlich spannenderes Thema", analysierte Christian Adelsberger, Leiter Business Development bei der F&E-Einrichtung Evolaris, in seiner Keynote.

 

Der Erfolg in mobilen Welten hänge in einem wesentlichen Maße von der Vermeidung potenzieller Hürden für den Kunden ab. Das betreffe sowohl die technischen Möglichkeiten (Schlagworte: „anytime, anywhere, any device") als auch das Preismodell: „Wenn man schon Print hat, will man sich für mobile nicht wieder ein neues Paket besorgen", so Adelsberger.

 

„Alte" Medien könnten auch online vor allem durch Vertrauenswürdigkeit und Relevanz punkten. Bekanntermaßen wandle sich die Breite an kostenlos verfügbaren Inhalten schnell vom Segen zum Fluch, wenn das Überangebot die User überfordert, meinte Adelsberger.

 

Wie sinnvoll ist Content-Personalisierung?

Uneinigkeit bestand am Podium über den Sinn der seit Jahren als unerlässlich postulierten Personalisierung des Contents. „Es gibt viele Menschen, die durchaus nicht das Gleiche lesen wollen wie andere", meinte Rainer Friedl von diamond:dogs. Die Medienbranche habe hier „viel verschlafen".

 

„Extrembeispiele" wie das von Adelsberger zitierte „paper.li" zeigen vor, was theoretisch möglich ist: Die Plattform erstellt aufgrund semantischer Muster aus der Social Cloud eines Users eine personalisierte Zeitung. Von diesem Konzept wenig beeindruckt gab sich Marcus Hebein von APA-MultiMedia: „Auch heute lesen die Leute noch gern, was die anderen lesen. Wir wollen wissen, was die anderen wissen, und deswegen sind wir weiter auf die Selektion der Medien angewiesen", so Hebein. Plattformen wie Twitter würden in dieser Hinsicht keine Konkurrenz zu herkömmlichen Medien darstellen: „Da wird kein Inhalt per se generiert, sondern es wird hauptsächlich darüber diskutiert, was in Medien stattfindet."

 

Die Content-Personalisierung hat auch für Alexis Johann, Geschäftsführer WirtschaftsBlatt Digital, ihre Grenzen. Nur durch Masse gebe es bekanntlich Werbung und es gelte für die Tageszeitungen, Modelle zu finden, die die schrumpfenden Verkäufe am Kiosk wettmachen. Wenig übrig habe man als Zeitungsmacher ebenso für den „Filetierungstrend", mit dem sich etwa die Musik-CDs abfinden müssen, wo einzelne Titel zu Cent-Preisen verkauft werden. „Davor haben Printleute Angst, dass man das Produkt auf das Skelett zerlegt", so Johann.

 

PDF-Lösungen zum Bezahlen, Online-Content gratis

Ob durch neue Kanäle und Ausgabegeräte eine Kompensation von Umsatz und Auflagenrückgängen gelingt, wollte am Podium niemand prophezeien. iPad oder Tablet-PCs hätten als Rettungsanker gegolten, meinte Thomas Wedl vom App-Hersteller Cellular. In Printmedien hätten sich dafür zwei Strategien herauskristallisiert: Einerseits die Schaffung hochwertiger, dem Printprodukt ähnliche PDF-Lösungen, denen ein Bezahlmodell zugrunde liegt, und auf der anderen Seite Web-nahe Lösungen mit Onlineinhalten, die tendenziell gratis sind. Es sei die Frage, ob sich Rückgänge bei der analogen Auflage auf diese Weise ausgleichen lassen, gab Wedl zu bedenken.

 

Medien müssten sich im Online-Wettbewerb künftig nicht nur inhaltlich, sondern auch mehr technisch unterscheiden, so der Cellular-Mann: „Es muss nicht überall ein Facebook-Button dabei sein". Dies entspreche ja auch althergebrachten Strategien des Kioskverkaufs (Differenzierung und Positionierungen abseits des „Einheitsbreis"). Ganz entscheidend würden in den kommenden Jahren jedenfalls Videoinhalte werden, erklärte Wedl.

 

„Tageszeitungen sind heute Medienhäuser und werden in den kommenden Jahren weiter Ausspielkanäle finden", meinte auch Hebein. Was das vom Leser akzeptierte Themenspektrum bei mobilen Inhalten betrifft, so hätten „echte Nachrichten" noch immer beste Chancen. Es habe sich gezeigt, dass am iPhone nicht nur „Yellowpress-Berichte" gelesen werden, sondern auch Wirtschaftsberichte, so der Multimedia-Experte.

 

Die grundsätzliche Beliebtheit von mobiler Technologien und Inhalte bei den Usern stehe jedenfalls außer Frage, war sich das Podium einig. Bei einer Umfrage unter der Beteiligung von Evolaris lag die mobile Internetnutzung Ende 2010 bei 41 Prozent, 2009 waren es noch 29 Prozent. Dennoch würden mobile Medien zu sehr als Randerscheinung wahrgenommen, kritisiert Adelsberger, der insbesondere auf das „Missverhältnis zwischen tatsächlicher Nutzung und den Ausgaben in der Werbung" hinwies.

 

Rund 140 Gäste networkten im Anschluss an die Podiumsdiskussion noch weit in die Abendstunden hinein - mit dabei waren unter anderem: Alfred Grinschgl (Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH), Christoph Kotanko (Kurier), Michael Lang (APA) und Manfred Perterer (Salzburger Nachrichten).

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