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29. Oktober 2010
Experte: "Generation Touch" verliert Geduld mit komplizierten Produkten

Fotogalerie

 

Videomitschnitte der Veranstaltung finden Sie unter folgenden Links:

Einleitung: Thomas Stern/Moderator 
Impulsreferat: Manfred Tscheligi/Center for Usability Research & Engineering (CURE)
Podiumsdiskussion 
Publikumsdiskussion

 

Der aktuelle Trend zur Steuerung von Geräten und Anwendungen per Fingertipp - Stichwort „Touch" - erhöht die Benutzerfreundlichkeit in vielen Bereichen deutlich. Konsumenten, die an entsprechende Nutzungserlebnisse gewöhnt sind, bringen inzwischen auch weniger Geduld bei komplizierteren Produkten auf: „Wer Vergleichswerte durch gute Erfahrungen hat, nimmt diese als Maßstab", erklärte Manfred Tscheligi, Geschäftsführer des Center for Usability Research & Engineering (CURE), bei einer Podiumsdiskussion der APA-E-Business-Community gestern, Donnerstagabend, in Wien.

 

„Touch" sei allerdings kein Allheilmittel. Das Schreiben langer Texte würde sich zum Beispiel eher mühsam gestalten. Welche Interaktionsmöglichkeit am benutzerfreundlichsten sei, hänge von der jeweiligen Person, der Situation und den Wünschen ab. „Wenn etwa in der U-Bahn alle ihr Smartphone in Zukunft mit Gesten steuern, kann das ja ganz spannend sein. Ist der Waggon voll, leidet aber wahrscheinlich die Usability", so Tscheligi.

 

„Usability allein ist aber ohnehin von gestern, heutzutage müssen viele weitere Dimensionen berücksichtigt werden", sagte der Experte. Für eine wirkliche „User Experience" würden vor allem Erfahrung, Emotion, Erlebnis und Vertrauen notwendig sein. „Es geht um das Gesamterlebnis mit einem Produkt oder einem Softwaresystem: vom ersten Kontakt über die verschiedenartigen Eindrücke bei der konkreten Benutzung bis zur Wirkung danach", ist Tscheligi überzeugt. Die Erfahrungen würden weitererzählt, „und Usability ist nur eine dieser Erfahrungen".

 

„Voice kann sich genauso durchsetzen"

Die Touch-Technologie werde rasch auch bei anderen Anwendungen Einzug halten und sich stark verbreiten. „Wer würde in ein Foto mit einem Stift oder der Maus hineinzoomen, wenn es auch mit dem Finger geht?", fragte Christian Hess von Microsoft Österreich. Zwar sei „Touch" im Augenblick ein Hype, generell aber nur ein Mittel zum Zweck - wie auch Gesten- und Sprachsteuerung. „Voice kann sich genauso durchsetzen", so Hess. Schließlich funktioniere Spracherkennung und -steuerung schon jetzt sehr gut und halte bei der Telefonie Einzug.

 

„Sehr wichtig ist auch der Spaßfaktor. Den dürfen wir nicht aus den Augen verlieren. Je mehr Spaß man hat, desto produktiver ist man auch", verwies Marion Feldhofer von Hewlett-Packard (HP) Österreich auf den Nutzen im Unternehmensumfeld. Neue Technologie ermögliche es, die Mobilität und Produktivität zu erhöhen, „treibt uns allerdings auch ab und zu an unsere Grenzen". „Touch" habe etwas Selbstverständliches und sei sehr intuitiv und rasch erlernbar. „Das ist ganz stark im Kommen, sowohl im Business- als auch im Consumerbereich", so Feldhofer.

 

Das Thema Usability würde oft an der Interaktionsschnittstelle aufgehängt, nicht vergessen werden dürften aber auch die Prozesse und Inhalte, ergänzte Verena Krawarik von der APA - Austria Presse Agentur. Benutzerfreundliches Online-Shopping zähle dazu ebenso wie Qualitäts-Content: „Ein pixeliges YouTube-Video im Internet ist akzeptabel, am Tablet-PC macht das aber schon weniger Spaß", erklärte Krawarik. Für eine zufriedenstellende „User Experience" seien eben viele Faktoren wichtig.

 

Kulturelles Umfeld muss passen

Bedauerlicherweise stehe in der Technik manchmal die Funktion vor dem Nutzen, sagte Alf Netek von der Kapsch AG. Gerade im rasch wachsenden Meer neuer Produkte und Lösungen sei die Schnittstelle Mensch/Maschine als erstes und wesentliches Kontaktinstrument aber für den Erfolg von zentraler Bedeutung. Gelte es doch „Needs & Wants" der Konsumenten rasch und überzeugend zu befriedigen oder zumindest die Wahrscheinlichkeit dieser Befriedigung zu versprechen. Für einen wirklichen Durchbruch sei neben dem technischen Aspekt - der Benutzerfreundlichkeit - auch ein bestimmtes kulturelles Umfeld notwendig.

 

„Wir befinden uns gerade im Umbruch - von „Click & Scroll" zu „Touch & Slide" - das eröffnet neue Möglichkeiten", ergänzte Thomas Wedl von Cellular, einem Anbieter von mobilen Anwendungen. Bei Handys sei Reduktion wichtig. Tablet-PCs würden hingegen eine ganz neue Kategorie darstellen und mehr Varianten bieten. Das Problem sei, dass Firmen „schon wieder alles drauf packen wollen", so Wedl. Im Vordergrund müsse aber die Benutzerfreundlichkeit stehen, erst dadurch sei beispielsweise der Erfolg von Internet am Handy möglich geworden.

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