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27. August 2010
Frauen stoßen in IT-Arbeitswelt noch immer auf Hindernisse

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Der Trend geht in die richtige Richtung, sehr viel ist trotz zahlreicher Initiativen aber in den vergangenen Jahren nicht passiert: Noch immer verharrt der Frauen-Anteil im Top-Management von IT-Unternehmen auf einem sehr niedrigen Niveau und auch die Hürden auf dem Karriereweg sind nach wie vor hoch, war der Tenor der Expertinnen bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der APA-E-Business-Community gestern, Donnerstagabend, in Wien.

 

Dem weiblichen Nachwuchs Informationstechnologie schmackhaft zu machen, sei bisher ebenfalls mehr schlecht als recht gelungen. „Wir brauchen die Frauen aber unbedingt. Schließlich ist der Mangel an Nachwuchs in der Branche ein extrem wirtschaftliches Thema. Da geht es nicht um ‘wäre nett‘, sondern wir benötigen alle Gruppen im Sinne von Diversity", erklärte Evelin Mayr vom Computerhersteller Hewlett-Packard (HP) Österreich: „Fakt ist: Wir bekommen den Nachwuchs nicht herein."

 

Neben flexiblen Arbeitszeiten seien Rollenvorbilder essenziell. Bei HP betrage der Frauenanteil bei den Mitarbeitern rund 30 Prozent, in der ersten Führungsebene sogar 50 Prozent. „Das ist für die IT-Branche sehr viel, aber selbst wir sehen hier noch Spielraum nach oben", so die HP-Managerin. Zielvorgabe sei, in der Bewerbungsendrunde einen Frauenanteil von 50 Prozent zu haben. Eine Quote hält Mayr hingegen nicht unbedingt für zielführend, „weil wir gar nicht so viele Bewerberinnen haben".

 

„Es ist ganz klar, dass wir was tun müssen", unterstrich auch Elisabeth Unger-Krenthaller vom Softwareunternehmen SAP Österreich. Rund 60 Prozent der Uni-Absolventen seien weiblich, im Top-Management komme davon aber wenig an. „Gerade in der IT-Branche, die historisch sehr männerlastig ist, fehlt es Frauen leider oft an guten Frauen-Vorbildern und Role Models", bemängelte Unger-Krenthaller.

 

Quoten sieht sie nicht als Ziel, „sondern als eine Maßnahme, um ein gewisses Ziel zu erreichen". Bei SAP in Österreich seien an die 40 Prozent der Gesamtbelegschaft weiblich. Das Unternehmen biete Mentoring, Coaching, Talent-Management und eigene Frauen-Netzwerke an. „Den Fokus legen wir auch vermehrt auf Frauen in Managementpositionen", so Unger-Krenthaller.

 

„Doppelbelastung und weniger Lohn"

Eine Entscheidung für die Karriere sei für Frauen „noch immer eine Entscheidung für Doppelbelastung und weniger Lohn", gab sich Marija Jelinek vom Beratungsunternehmen Capgemini überzeugt. Zwar sei ein Drittel der Beschäftigten in der IT- und Telekommunikationsbranche weiblich. Trotz einer gleichwertigen Ausbildung würden Frauen in technischen Berufen aber seltener auf Führungsposten gelangen und häufig „übersehen".

 

Von weiblichen und männlichen Führungskräften werde dasselbe erwartet: Fachkompetenz, Durchsetzungsvermögen, Bereitschaft für längere Arbeitszeiten, unternehmerisches Denken. „Gleichzeitig verdienen Frauen auf IT-Positionen nicht dasselbe wie Männer", sagte Jelinek. Außerdem müsse die fachliche Kompetenz immer wieder aufs Neue unter Beweis gestellt werden. „Es ist ein langsamer Prozess, Klischees aus den Köpfen zu bringen", so die Expertin.

 

„Frauen müssen sich bewusst für eine Karriere entscheiden und damit auch mögliche Nachteile in Kauf nehmen: Wenig Freizeit, keine Zeit für Partner und Familie", stellte Lisa Kuhn von der Navax Consulting AG|4relation Consulting GmbH fest. Derzeit seien viele Frauen in der IT- und Telekombranche in Bereichen wie Rechnungswesen, Administration oder Marketing tätig. „Wenn unter zehn möglichen Kandidaten für eine Führungsposition dann nur eine Frau ist, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es genau sie wird, dementsprechend gering", so Kuhn.

 

Im Ausbildungsbereich gebe es große Unterschiede auf den verschiedenen technischen Gebieten, ergänzte Bente Knoll, Gender-Expertin und Geschäftsführerin der Knoll & Szalai OG. Während das Verhältnis zwischen Männern und Frauen beim Architekturstudium an der Technischen Universität (TU) Wien (Stichtag 14.12.2009) praktisch ausgeglichen sei, liege der Anteil der weiblichen Informatikstudenten bei lediglich 15 Prozent. Außerdem stünden 138 männlichen Universitätsprofessoren (Stichtag 1.10.2009) gerade einmal 11 Frauen gegenüber.

 

„Schauen wir mal was geht"

Was den Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Bewerbern anbelangt, waren sich die Diskussionsteilnehmerinnen einig, dass Frauen ihr Licht zu sehr unter den Scheffel stellen. „Männer, die zu 60 Prozent geeignet sind, sagen sich: ‘Schauen wir mal was geht‘. Frauen, die die Anforderungen zu 100 Prozent erfüllen, sind sich unsicher, ob sie das schaffen", so HP-Managerin Mayr.

 

„Männliche Bewerber verkaufen sich besser, weibliche wollen ihre Qualifikation am Papier nachweisen. Außerdem findet sich unter zehn Bewerbern nur eine Frau", bemängelt Kuhn von Navax. Capgemini-Expertin Jelinek konstatiert: „Frauen warten auf eine Beförderung, Männer planen ihre Karriere ganz konkret." Unger-Krenthaller von SAP empfiehlt Frauen: „Tue Gutes und rede darüber."

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