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26. September 2008
Experten erwarten Siegeszug von digitalem Marketing

Videofiles zur Veranstaltung (Streaming):

Der Anteil neuer Medien an den Marketingbudgets ist nach wie vor eher gering. Egal ob im Internet, am Handy oder bei anderen digitalen Formaten - über neue Chancen für Unternehmen und die Kreativwirtschaft wird zwar viel geredet, die Umsetzung lässt aber auf sich warten. Zu Unrecht, wie Experten bei einer Podiumsdiskussion der APA-E-Business-Community gestern, Donnerstagabend, in Wien meinten.

 

Denn das digitale Zeitalter habe die Konsumlandschaft massiv verändert, erklärte Jörg Spreitzer, Präsidiumsmitglied des Dialog Marketing Verband Österreich (DMVÖ) und Geschäftsführer der JWT Werbeagentur. Dieser „neue Konsument" sei weiblicher - „Frauen sind ein stärkerer Konsumfaktor geworden", kritischer, ironischer, gestresster, gebildeter und lustbetonter. „Und er bestimmt den Informationsfluss. Deshalb wird die Qualität der Interaktion immer wichtiger", so Spreitzer.

 

Als positives Beispiel für eine erfolgreiche Zielgruppenansprache sieht er Motorola. Zwei Jugendliche, die quasi über Nacht zu Berühmtheit gelangten, seien von dem US-amerikanischen Unternehmen vom Fleck weg engagiert worden. Sie hatten ein selbstgedrehtes Video, in dem eine skurrile Playback-Vorstellung zu sehen war, auf die Plattform YouTube gestellt. Ein ähnlich produziertes Video, in dem Motorola prominent vorkam, wurde daraufhin mehr als eine Milliarde Mal aufgerufen, sagte Spreitzer.

 

„Es ist nicht leicht, die Kunden zu involvieren. Manche wollen das gar nicht, sondern lassen sich lieber von klassischer Werbung berieseln. Deshalb bewegt sich die Branche eher langsam. Trotzdem darf das Thema nicht außer acht gelassen werden", relativierte Peter Hofbauer von der Direct Mobile Communications GmbH (DIMOCO). Nach wie vor würde ein Großteil der Budgets in klassische Medien fließen, „aber es geht in Richtung neue Medien".

 

Als Grund dafür sieht er, dass von den Marketingleitern vermehrt Messbarkeit und Effizienz eingefordert würden. Die Breitenwirksamkeit klassischer Werbung könne man aber auch in Zukunft nicht ersetzen. Zu beobachten sei dennoch ein Verschwimmen der verschiedenen Medien, beispielsweise wenn Codes auf Plakaten mit dem Handy fotografiert würden und dadurch auf Produktinformationen im Internet zugegriffen werden könnte.

 

Innovative Kampagnen dürften dabei aber nie über das Knie gebrochen werden: „Nichts ist schlimmer als eine schlecht realisierte Kampagne, die dem neuen Thema mehr schadet als nützt", so Hofbauer.

Auf die mangelnde Kontrolle von Meinungen in sozialen Netzen angesprochen, gab sich der Experte gelassen. „Ein schlechtes Produkt gegen die Einschätzung der Konsumenten in den Markt zu drücken hat vor 50 Jahren funktioniert, weil es damals die Informationen nicht gab. Aber das ist jetzt anders."

 

Viele Unternehmen hätten rund um ihre Marken bereits digitale soziale Netzwerke aufgezogen, in denen ihre Kunden andere Konsumenten treffen, Erfahrungen austauschen und das Produkt diskutieren, ergänzte Alexis Johann, Ressortleiter Digitale Medien beim WirtschaftsBlatt, der einen anhaltenden Trend ortet. „Erstens sind Firmen bereit in soziale Netzwerke zu investieren, zweitens besteht die Bereitschaft zu experimentieren - die Unternehmen machen Fehler und haben die Geduld, das durchzustehen - allerdings wird es nicht einfacher", sagte Johann. Dennoch biete Internetwerbung viele Vorteile. „Das müssen die Agenturen ihren Kunden auch sagen."

Die Werbebranche habe das Thema lange Zeit „sträflich vernachlässigt", kritisierte Christian Czaak von economyaustria. „Ich hätte mir eine ordentliche, fundierte Auseinandersetzung damit schon viel früher gewünscht." Allerdings sei in den vergangenen drei Jahren viel geschehen. „Zu Recht, denn es gibt kein ökonomischer und zielgruppengenauer bzw. messbarer einsetzbares Marketingmedium als das Internet. Marketingleute, die sich mit den neuen Möglichkeiten nicht auseinandersetzen, wird es - plakativ gesagt - mittelfristig nicht mehr geben", gab sich Czaak überzeugt.

 

„Man muss in diesem Bereich behutsam vorgehen und die Sache ernst nehmen. Denn sonst kann die Sache auch nach hinten losgehen", erklärte Robert Schweinzer von APA-MultiMedia. Er verwies auf starke Veränderungen in der Mediennutzung, das Entstehen neuer Plattformen und die Etablierung neuer Player in den Bereichen Werbung und Vermarktung. Einen Trend ortet Schweinzer auch in Hinblick auf „Digital Signage": Österreich sei europaweit schon auf Platz sieben bei öffentlichen Info-Bildschirmen. Diese neue Werbeform werde dem klassischen Plakat aber auch anderen Plattformen Konkurrenz machen.

25. September 2014
22. August 2014
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