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25. April 2008
Neuer Anlauf für heimische IT- und Telekomstrategie

 

Das Ziel, Österreich unter die Top-3-Nationen im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) zu führen, hat sich nicht erst die aktuelle Regierung gesetzt. Schon im Jahr 2005 gab es einen „Masterplan" und anschließend eine „Taskforce", die das Land in diese Position bringen sollte. Bis vor kurzem hat sich allerdings nicht viel getan, konstatierten Experten gestern, Donnerstagabend, bei einer Veranstaltung der APA-E-Business-Community in Wien.

 

„Der IKT-Masterplan ist kein Plan, sondern eine Sprüche- und Ideensammlung. Das können zwar großartige Ideen sein, aber die verschwinden in der Schublade, sobald eine neue Regierung gewählt wird. Wenn man eine Firma so führt, ist sie im Konkurs", erklärte Alfred Harl, Obmann des Fachverbandes Unternehmensberatung und IT (UBIT). Es seien zwar mehrere kleine Schritte - wie Masterplan, Taskforce und Internetoffensive - gesetzt worden. Neben Visionen brauche es aber auch Kompetenzen und Verantwortliche, erneuerte Harl die Forderung des Verbands nach einem eigenen IKT-Beauftragten. Im aktuellen Regierungsprogramm gebe es genau einen Absatz zum Thema IKT, „das ist zu wenig".

 

„Durch den - inzwischen laufend aktualisierten - Masterplan sind die politischen Entscheidungsträger sensibilisiert worden. Und die Taskforce hat als beratendes Gremium der Bundesregierung Mitte Februar ihre Ergebnisse vorgelegt. Allerdings sind diese nicht sofort umsetzbar", relativierte Alfred Ruzicka vom Infrastrukturministerium (BMVIT). Bundeskanzler und Vizekanzler hätten außerdem die Schirmherrschaft über die neue Branchen-Initiative "Internetoffensive Österreich" übernommen.

 

„Die Arbeiten der Taskforce werden nun in diese Wirtschaftsplattform eingebracht, wobei es eine sehr starke personelle Verschränkung zwischen den beiden Initiativen gibt", sagte der Ministeriumsvertreter. Im Herbst werde dann eine „Internet-Deklaration" als Basis für die IKT-Strategie der Bundesregierung für die nächsten Jahre vorgestellt. „Das ist dann der Startschuss für Verwaltung und Wirtschaft, Angebote sowie Dienste zu präsentieren, die Begeisterung auslösen", so Ruzicka.

 

„Das Ministerium kann ja nicht verordnen, dass wir das Internet stärker nutzen. Papier ist geduldig, wenn nicht Begeisterung entsteht und alle mitmachen. Es gibt ausgezeichnete Ideen, gute Inhalte, aber den notwendigen Schwung haben wir noch nicht zusammengebracht", ergänzte Martin Bredl, Sprecher der Telekom Austria (TA). Das Dilemma mit der IKT-Politik in Österreich sei, dass es dem Standort auch ohne strategischer und nachhaltiger Planung „eigentlich ganz gut geht". „Wir sind auch ohne Masterplan zurechtgekommen. Das Schreien nach Förderungen und Subventionen hält sich bei uns in Grenzen", so Bredl.

 

Wichtig für die Branche und die Volkswirtschaft seien drei Faktoren: Produktion, Investitionen und Nutzung. „Bei der Produktion sind wir schwach, schließlich haben wir kein Unternehmen wie Nokia im Land. Bei den Investitionen - vor allem im KMU-Bereich - und bei der Nutzung steht uns allerdings nichts im Wege." Die Akzeptanz hänge aber stark vom Angebot ab. „Bei der BBC können 250 Programme sieben Tage nach Aussendung kostenlos per Streaming oder als Download konsumiert werden. Wo ist das ORF-Portal, das das kann?", fragte Bredl.

 

Gegen den Versuch, durch staatliche Planung und öffentliche Förderungen privatwirtschaftliche Industrien zu gestalten, sprach sich Andreas Dinkel von Capgemini Österreich aus. „Der Staat ist beispielsweise bei der Schaffung der Infrastruktur und des rechtlichen Umfeldes gefragt, aber nicht viel darüber hinaus", meinte Dinkel. Der Berater plädierte außerdem dafür, Rankings und Untersuchungen vorsichtig einzusetzen: „Auch wenn sie nötig sind, um die Zielerreichung messbar zu machen, wird dann oft nicht mehr auf das tatsächliche Ziel hingearbeitet, sondern nur noch auf gute Bewertungen."

 

Eine „dramatische Situation" - trotz aller Offensiven und Initiativen - sieht Christian Czaak von der Technologie- & Forschungsplattform ECAustria. Bei internationalen IT-Konzernen setze sich der Trend zu Globalisierung mit Entscheidungsbündelung in den ausländischen Zentralen fort. Die österreichischen Töchter würden dabei immer mehr zu reinen Vertriebsfilialen. „Auf den weltweiten Landkarten großer Konzerne ist Österreich bestenfalls eine Stecknadel", so Czaak. Für den Standort Österreich und die heimischen Klein- und Mittelbetriebe würden sich dadurch aber auch neue Chancen bieten.

 

„Die Infrastruktur ist gut und die Nutzung steigt, aber der Standort ist bei Innovation und Entwicklung gefordert", sagte Wolfgang Leindecker von NextiraOne Austria. Skeptisch gab er sich bezüglich der "Internetoffensive Österreich": „Nach den hochtrabenden Plänen aus dem Jahr 2005 wirkt das auf mich wie eine Verkürzung von Informations- und Kommunikationstechnologie auf den Bereich Internet. Der Masterplan war da weitreichender und hat beispielsweise auch den Standort sowie die Infrastruktur berücksichtigt."

 

„Ein IT-Masterplan mit konkreten Zielen, Umsetzungsinitiativen, Finanzierungsmodellen und Zeitrahmen ist unabdingbar, damit sich Österreich international einen Spitzenplatz sichert", pflichtete Dieter Kittenberger von Hewlett-Packard (HP) Österreich bei. Die Internetoffensive sieht er hingegen positiv: „Sie soll der Turbo sein, jetzt fehlt nur noch das Benzin - also die nötigen Rahmenbedingungen." Gefragt seien breitenwirksame Initiativen und mehr Augenmerk auf IKT-Bildung und -Ausbildung.

 

„Es gibt viele Initiativen, aber das Gesamtkonzept fehlt. Das hätte schon im Jahr 2005 angegangen werden müssen", gab sich Engelbert Kerschbaummayr von Kapsch CarrierCom überzeugt. Wichtig sei außerdem, mit Forschungszentren und Industriepartnern Innovationen zu entwickeln. Dazu wäre aber eine ausreichende Unterstützung der öffentlichen Hand notwendig. Die derzeitige Patt-Situation am österreichischen Telekommarkt bedeute zudem Stillstand im Ausbau der Breitband-Infrastruktur. „Die Folge ist, dass Österreich weiter ins Hintertreffen geraten wird", so Kerschbaummayr.

 

 

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