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24. November 2011
Experten sehen Stolpersteine auf dem Weg zum digitalen Gesundheitswesen

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Informationstechnologie erleichtert viele Arbeitsabläufe im Gesundheitswesen und hilft gleichzeitig die Sicherheit der Patienten zu erhöhen. Allerdings ist noch Aufklärungsarbeit zu leisten, weil beim Thema Gesundheitsdaten viele Emotionen im Spiel sind, erklärten Experten bei einer Podiumsdiskussion der APA-E-Business-Community gestern, Donnerstagabend, in Wien. Aktuelles Beispiel dafür ist die Debatte um den elektronischen Gesundheitsakt (ELGA).

 

„IKT erleichtert schon heute das Leben der Verwaltung, morgen vielleicht das der Patienten. Die Verbindung zum Patienten wurde noch nicht umfassend hergestellt", sagte Günter Schreier vom AIT Austrian Institute of Technology. Notwendig dafür sei eine enge Zusammenarbeit von Industrie und Medizin.

 

Spannende Pilotprojekte gebe es beispielsweise im Bereich Mobile Health. Dabei gehe es aber nicht um einen Ersatz von Arzt-Besuchen, sondern um eine Ergänzung. So könnten Patienten ihre aktuellen Gesundheitsdaten zwischen den Terminen in der Ordination direkt an die Mediziner schicken. Allerdings dürfe das nicht dazu führen, dass die Ärzte unter der Datenflut begraben werden.

 

Als Herausforderung sieht der Experte, dass bei denen, die medizinische Versorgung am meisten brauchen, die Kompetenz E-Health zu nutzen am geringsten sei. Weitere Hindernisse würden die strengen Regularien im Gesundheitswesen - etwa Medizinproduktegesetz, Datenschutzgesetz, Gesundheitstelematikgesetz - darstellen. Was das Thema Datenschutz betreffe, „können wir nicht alle Gefahren verhindern, schließlich hat auch der ‘Wirkstoff Information‘ Nebenwirkungen, so Schreier.

 

„Datenschutz darf nicht dazu benutzt werden, um wichtige Erleichterungen für alle zu verhindern", forderte Manfred Moormann von der A1 Telekom Austria. Auch rund um die Einführung der E-Card habe es emotionale Diskussionen gegeben. Zwar existiere kein absolut sicheres technisches System, wenn aktuell „Zettel per Fax hin und her geschickt" würden, sei es aber nicht besonders schwierig, die Sicherheit zu verbessern.

 

ELGA ist „kein Allheilmittel"

Im Gesundheitswesen wären Reformen mindestens genauso wichtig wie im Bildungsbereich. Die elektronische Gesundheitsakte beispielsweise sei kein Allheilmittel, es dürfe aber auch nicht alles verteufelt werden. „Schließlich ist in Österreich keine zentrale Datenbank geplant oder auch nur angedacht. Außerdem wird die Strafandrohung erhöht und das System zeigt, wer wann auf was zugreifen wollte", sagte Moormann.

 

„Die Ängste der Bevölkerung wegen der Gesundheitsdaten sind Urängste. Hier ist unglaublich viel Aufklärungsarbeit über die bestehenden Sicherheitsmechanismen und das hohe Datenschutzniveau in Österreich notwendig", meinte auch Johannes Juranek von CMS Reich-Rohrwig Hainz Rechtsanwälte.

 

Medizinische Daten würden als „sensible Daten" beispielsweise einen ganz besonderen Schutz genießen. Bei einer Verlagerung ins Ausland - Stichwort Cloud-Dienste - bedürfe es einer Genehmigung der Behörde. Sein Appell an die Politik: „Das Individuum muss - etwa bei ELGA - die Freiheit haben zu entscheiden, ob man da mitmachen will oder nicht. Sprich: Es muss ein Opt-out geben."

 

„Daten können so sicher gemacht werden, dass man ruhig schlafen kann", gab sich Manfred Pigl von Hewlett Packard (HP) Österreich überzeugt. Das ELGA-System sei beispielsweise eher ein Telefonbuch, das hinzeige, wo die Daten liegen. Außerdem werde sichtbar gemacht, wer welche Daten abgerufen hat. Informationstechnologie könne in Zukunft wesentlich dazu beitragen, Dienstleistungen im Gesundheitsbereich in besserer Qualität, aber auch kostengünstiger zu erbringen und Abläufe zu vereinfachen. Der Druck für diese Projekte müsse aber aus der Gesellschaft selbst kommen.

 

„Technisch wäre schon viel machbar. Die Umsetzung und Einführung von Innovationen ist derzeit aber noch eher zögerlich", verwies Martin Resel von NextiraOne auf „intelligente Krankenhausbetten", moderne Infotainmentsysteme und Videokonferenzsysteme zur globalen Expertenabstimmung. Vorreiter seien hier die Privatspitäler, obwohl eine Finanzierung über maßgeschneiderte Abrechensysteme oder durch Optimierung in der Verwaltung vorgenommen werden könnte. Er befürchtet, dass auch die IT „auf dem Weg zur Zwei-Klassen-Medizin" ist.

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