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01. März 2012
Experten: Mobile Welt verändert Berufsalltag dramatisch

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Schneller, effizienter, mobiler: Der Trend zu Smartphones und Tablet-PCs bietet Unternehmen viele Chancen. Im Strudel der Veränderung müssen die Betriebe sowie ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aber auch viele Risikobereiche umschiffen, gaben sich Experten bei einer Podiumsdiskussion der APA-E-Business-Community gestern, Donnerstagabend, im Rahmen des von der Wirtschaftskammer Österreich veranstalteten „eDay" überzeugt.

 

„Wir befinden uns mitten in einer durch technologische Fortschritte ausgelösten gesellschaftlichen Revolution, wie es sie in Umfang und Geschwindigkeit noch nie gegeben hat", erklärte Christian Kittl von der Forschungseinrichtung evolaris next level GmbH. Neue Geschäftsmodelle seien im Anmarsch, bei bestehenden werde es große Veränderungen geben.

 

„Es ist für jedes Unternehmen, egal welcher Branche, höchste Zeit das Thema ‘Mobilität‘ strategisch zu betrachten", so Kittl. Denn das Mediennutzungsverhalten ändere sich dramatisch. Bereits 2013 werde es mehr Zugriffe auf das Internet über mobile Geräte als per PC geben. Im Jahr 2015 sollen vier Mal so viele Anwendungen für Smartphones und Tablets als für Standrechner entwickelt werden. „Und das mobile Internet wird im Beruf schon jetzt doppelt so häufig genutzt wie im privaten Bereich", sagte der Experte.

 

„Mein Handy oder ich gehe"

Immer öfter hieße es dabei von Mitarbeiterinnen oder Bewerbern: „Das Diensthandy mit den vielen Tasten will ich nicht. Entweder mein Gerät oder ich arbeite nicht für euch", erklärte Marco Harfmann von A1 den Trend zu „Bring Your Own Device". Die Unternehmen stünden damit vor der Herausforderung, unterschiedliche Geräte in die bestehende Infrastruktur einzubetten, „sei es das iPhone des Geschäftsführers oder das Tablet, das ein Vertriebsmitarbeiter nutzt, um schneller auf Kundenanfragen reagieren zu können".

 

Die Betriebe müssten ihre Daten aber schützen und entsprechende Regeln aufstellen, „sonst verlieren sie die Kontrolle", so Harfmann. Es gebe - beispielsweise für das produzierende Gewerbe - Lösungen, einzelne Funktionen eines Smartphones wie etwa die Kamera zu deaktivieren. Wer auf welche Daten oder Services zugreifen dürfe, könne man ebenfalls festlegen. „Es gilt aber nicht nur, die Risiken, die dadurch entstehen, zu minimieren, sondern auch die Chance für das Unternehmen zu ergreifen, die neue mobile Endgeräte mit sich bringen", gab Harfmann zu bedenken.

 

„Dem Benutzer bringt Mobilität Bequemlichkeit und ermöglicht Flexibilität. Die Work-Life-Balance wird leichter gemacht", erläuterte Robert Ludwig vom Systemintegrator NextiraOne. Das Unternehmen profitiere durch zufriedene Mitarbeiter und höhere Produktivität, da alle Kommunikationsmedien auf Smartphones und Tablets verfügbar seien. Man müsse aber auch die andere Seite sehen: „Datensicherheit, Entfernung von schädlichen Apps, Kompatibilität der Tools und Endgeräte sowie die Wartbarkeit der Gesamtlösung sind entscheidende Faktoren, die man nicht außer Acht lassen sollte", so Ludwig.

 

Marktanteile werden „durcheinandergewirbelt"

„Das ist ein komplett neues Spiel. Die Karten werden neu gemischt und die Marktanteile in vielen Bereichen durcheinandergewirbelt", ist Alexis Johann vom WirtschaftsBlatt überzeugt. Er sieht große Herausforderungen auf praktisch jedes Unternehmen zukommen. „Die Geschäftsmodelle müssen sich dieser Entwicklung stellen und sich daran anpassen. Und die Betriebe müssen sich darauf vorbereiten, weil das sehr schnell gehen wird. Da kommt eine Lawine auf uns zu", so Johann.

 

Die größten Herausforderungen würden das soziale Gefüge betreffen, sagte Oliver Krizek vom Softwarespezialisten Navax. Man sei ständig mit Technik konfrontiert, nutze viele Anwendungen parallel, anstatt beispielsweise im Kaffeehaus eine Zeitung zu lesen. Allerdings würde sich der Umgang mit dieser Entwicklung sehr unterschiedlich gestalten. „Das muss jeder für sich selbst entscheiden", so Krizek. Unbestritten sei, dass man die Zeit, die bis jetzt vor allem am Schreibtisch verbracht werde, durch mobile Geräte deutlich reduzieren könne.

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