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30. Juli 2012
Online-Daten werden zum umkämpften "Katalog der Kundenwünsche"

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Globale Internetriesen belächeln nationale Datenschutzgesetze, lokale Werbevermarkter sehen sich im Wettbewerb benachteiligt, und die Zivilgesellschaft fürchtet den gläsernen Bürger: Die Auswirkungen der Informationsökonomie werden immer deutlicher spürbar, erklärten Expertinnen und Experten bei einer Podiumsdiskussion der APA-E-Business-Community gestern, Donnerstagabend, in Wien.

 

Aus der Vielzahl der im Internet gesammelten Daten lässt sich ein „Katalog der Wünsche" der User ableiten, den die Werbebranche „in bare Münze verwandeln will", sagte Astrid Mager vom Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Da Bereiche wie Privatsphäre, Datenschutz und Identität historisch gewachsen und kulturell bedingt seien, würde sich zwischen globaler Wirtschaft und lokaler Gesellschaftspolitik ein neues Spannungsverhältnis ergeben.

 

Die oft geforderte Transparenz in diesem Bereich laufe den Geschäftsmodellen - nämlich User-Daten in Profit zu verwandeln - zuwider. „Es wird daher absichtlich erschwert, diese Dinge zu verstehen. Das liegt in der kommerziellen Natur der Sache", so die Expertin. Wolle man die Kontrolle über die Daten in Zukunft nicht völlig an „den Markt" abgeben, müsse man diskutieren, welche Maßnahmen hier ergriffen werden könnten: von digitaler Selbstverteidigung bis hin zu einer neuen Gesetzgebung.

 

„Daten sind das neue Öl"

„Daten sind das neue Öl. Man weiß nur noch nicht genau, welcher Motor damit angetrieben werden kann. Aber man sammelt halt mal", sagte Max Schrems von der Initiative „Europa gegen Facebook" (europe-v-facebook.org). Allerdings sei nicht einzusehen, dass sich europäische Netzwerke wie StudiVZ an strenge Datenschutzregeln halten müssten, Facebook aber tun könne, was es wolle. „Unsere Gesetze sind gut und modern. Aber wir haben ein Durchsetzungsproblem gegen diese Wildwest-Strategien", so Schrems.

 

Bei Datenschutz gehe es nicht vorrangig um Verbote, sondern um die Balance zwischen Geld verdienen und der Macht über die eigenen Daten. Ein oft gefordertes „Recht auf Vergessen" hält Schrems aber für „praktisch undurchführbar". Er plädiert für einfachere Gesetze und eine effektivere Rechtsdurchsetzung: „Derzeit ist es oft billiger die Strafen zu zahlen als sich an die Gesetze zu halten." Eine interessante Frage sei auch, was mit den Daten passiere, wenn zum Beispiel Facebook in Konkurs gehen sollte.

 

Neue Dimension der Geschäftemacherei

Transparenz, also klare Kommunikation über die gesammelten Daten und was damit geschieht, fordert auch Johannes Juranek von CMS Reich-Rohrwig Hainz Rechtsanwälte. Für die Nutzer sei Social Media vorrangig ein Tool, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben. In Wirklichkeit gehe es aber um eine gigantische Geschäftemacherei mit Daten, von deren Dimension der User in den meisten Fällen gar nichts mitbekomme.

 

In Europa würde Datenschutz zwar im Großen und Ganzen funktionieren. Den Konsumenten sei aufgrund der komplexen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) in vielen Fällen aber nicht bewusst, was wirklich mit den Daten passiert. Neue Probleme würden mit der Gesichtserkennung entstehen. „Es ist noch gar nicht abschätzbar, was passiert, wenn das in kriminelle Hände fällt", so Juranek.

 

Kritik an EU-Verordnung zum Datenschutz

Für die Werbebranche sei die Diskussion um Daten- und Konsumentenschutz in der digitalen Welt eine elementare Zukunftsfrage, erklärte Markus Deutsch, Geschäftsführer des Fachverbands Werbung und Marktkommunikation in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO). Er sieht die Gefahr, dass mit der von Justiz-Kommissarin Viviane Reding vorgestellten neuen EU-Verordnung Datenschutz „das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird".

 

Durch „überschießende Maßnahmen" würde es zu Nachteilen für Konsumenten und Wirtschaftstreibende kommen, wenn zum Beispiel nicht zwischen „Cookies" und sensiblen Daten unterschieden werde. „Das Datenschutzniveau in Österreich und Deutschland ist sehr hoch und sollte beibehalten werden können. Der Verordnungsentwurf entmachtet aber die Mitgliedsstaaten", so Deutsch. Wichtig seien verbindliche Standards vor allem im Zusammenhang mit verhaltensorientierter Internetwerbung sowie Daten- und Konsumentenschutz.

 

„Der Zug ist schon ein bisschen abgefahren", befürchtet Helmut Waitzer vom Softwarespezialisten Navax. Die Nutzer würden auch in Zukunft ihre privaten Daten bekannt geben, weil sich Online-Dienste zur Selbstverständlichkeit entwickeln. „Die Facebook-App am Smartphone hat ja bereits Zugriff auf alle SMS. Was die damit tun, ist aber unklar", so Waitzer. Durch bewusstes Handeln im Internet bzw. generell bei der Bekanntgabe persönlicher Daten habe man zumindest die kleine Chance, die Privatsphäre für die kommenden zehn Jahre zu bewahren - „für danach wage ich aus heutiger Sicht keine Prognose abzugeben", sagte der Manager.

 

 

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