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27. August 2012
Social Web: Zwischen Eitelkeit und "Follower-Power"

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Die in sozialen Netzwerken wie Twitter oft wahrgenommene Dominanz von Männern sorgt für Kontroversen. Während in diversen Rankings, die sich an der Zahl der Mitleserinnen und Mitleser orientieren, eindeutig das Testosteron dominiert, sehen Expertinnen die Situation durchaus differenziert. Klar scheint, dass es neben lustvollen Wortgefechten vor allem um die Steigerung des eigenen Marktwerts geht.

 

"Durch Rankings darf man sich nicht beeindrucken lassen. Denn Twitter ist ein von Journalisten dominiertes Netzwerk - und die bringen viel soziales Kapital aus den traditionellen Medien mit", erklärte Jana Herwig vom Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Uni Wien im Rahmen einer Podiumsdiskussion der APA-E-Business-Community in Wien. Wenn es ein Gender-Problem gebe, dann bei den "alten", und nicht bei sozialen Netzen.

 

Ob Männer oder Frauen stärker sichtbar sind, hänge vor allem mit dem gewählten Thema und Blickwinkel - etwa: Wer hat politischen Einfluss? - zusammen und damit, ob geschützte oder öffentliche Accounts betrachtet werden. Denn eine breite Öffentlichkeit erhöhe nicht unbedingt den Nutzen: "Ich profitiere von meinem nicht-öffentlichen Account mit 40 'Followern' teilweise mehr als von den über 3.000 auf meinem öffentlichen", so Herwig. Der Trend gehe weg von der großen Öffentlichkeit, der man komplett ausgesetzt sei, hin zu geschützten Plattformen.

 

Netzwerkeffekte durch guten Content

Dass Inhalte geteilt und weiterverbreitet würden, sei wichtiger als die Anzahl der Mitleser/"Freunde", bestätigte auch Elisabeth Zehetner von der Initiative "Frau in der Wirtschaft" der Wirtschaftskammer Österreich. Erst die Verbreitung über das Netzwerk zeige Effekte, sonst bleibe die Botschaft praktisch unsichtbar. Bei den Journalisten auf Twitter entstehe manchmal der Eindruck, "die haben halt grad nichts zu tun". Frauen hätten weniger Zeit und würden deshalb gezielter kommunizieren.

 

Aus beruflicher Sicht müsse man soziale Medien wie Twitter strategisch angehen. Für halböffentliche Personen könne ein Auftritt für die Steigerung des Marktwerts bzw. generell aus Karrieregründen sehr nützlich sein. Für digital immigrants - also Menschen, die nicht mit digitalen Medien aufgewachsen sind - bedürfe es aber eines mühsamen Erlernens eines zusätzlichen Kommunikationskanals.

 

"Öffentliche Power ist Geld"

Lustvoll ausgetragene öffentliche Wortgefechte würden derzeit eher den männlichen als den weiblichen Nutzern entgegenkommen. Man dürfe es sich als Frau aber nicht so leicht machen, männlich dominierte Diskussionen als "Schaukämpfe" oder "eitle Partie" abzutun, vielmehr würden dadurch Marktwerte erarbeitet, sagte Karin Thiller von APA-OTS: "Öffentliche bzw. Follower-Power ist Geld."

 

Das müsse man mitbedenken und nicht einfach zurückstecken. Viele Frauen im Kommunikations- bzw. PR-Bereich würden als Beauftragte eines Unternehmens agieren. "Durch diese Rolle ist aber der Aufbau einer Eigenmarke nicht möglich", so Thiller. Sie hält bei Twitter vor allem die Rückkopplung in die österreichischen Medien für interessant.

 

"Insider-Partie von Journalisten"

"Twitter ist in Österreich derzeit eine Insider-Partie vor allem von Journalisten. Alle wollen zeigen, dass sie die Themenführer sind", ist auch Eva Komarek vom WirtschaftsBlatt überzeugt. Dass die Twitter-Nutzer mit den meisten Mitleserinnen und Mitlesern hauptsächlich Männer seien, hänge unter anderem mit der Zusammensetzung der Redaktionen zusammen. Außerdem hätten Männer einen größeren Drang zur Selbstdarstellung. Generell könne man aber nicht sagen, ob Twitter eher männlich oder weiblich dominiert sei.

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