19. Dezember 2014, 13:58
Blackberry schreibt wieder schwarze Zahlen
Der angeschlagene Smartphone-Pionier Blackberry kommt mit seiner Sanierung voran. Im abgelaufenen Quartal dämmte der kanadische Konzern ...
18. Dezember 2014, 15:08
Cloud-Geschäft lässt Oracle-Umsatz steigen
Der SAP -Konkurrent Oracle hat dank eines starken Cloud-Geschäfts seinen Umsatz deutlich gesteigert. Für das zweite Quartal gab der ...
17. Dezember 2014, 14:15
Apple setzt sich bei iPod-Musik durch
Apple hat sich in einem potenziell milliardenschweren Prozess um Musik auf seinen iPod-Playern durchgesetzt. Geschworene in Kalifornien ...
28. November 2014
Experten: Wie der Smart Citizen die Stadt der Zukunft mitgestalten kann

Bildergalerie zum Event 


Der Hype um die Stadt von morgen ist enorm. Neue Technologien und smarte Anwendungen sollen eine intelligente Ressourcennutzung ermöglichen und die Kommunen in eine innovative Zukunft führen. Bei der Beteiligung der Bürger an diesen Prozessen steht man aber erst am Anfang, erklärten Experten bei einer Podiumsdiskussion der APA-E-Business-Community gestern, Donnerstagabend, in Wien.

 

Auf dem Weg zur Partizipation gebe es mehrere Schritte, erklärte Michael Schramm von IBM Austria: Die Verwaltung müsse erstens zuhören und verstehen. Das sei beispielsweise über die Auswertung von Social Media-Plattformen wie Facebook oder Twitter möglich. Dabei würde eine Vielzahl an Informationen durchforstet und ein Stimmungsbild mittels intelligenter Text-Analyse herausgefiltert. So könnte man verstehen, was die Menschen bewegt.

 

Zweitens gelte es, neue Ideen zu finden. Dies sei etwa über „Citizen Jams" - virtuellen "Think Tanks", in denen Konzepte mit Tausenden Bürgern diskutiert werden können - möglich. Und drittens müsste die Bevölkerung eingebunden werden. Dabei helfe der Siegeszug der Smartphone-Apps. So könnten in manchen Städten beispielsweise Mängel in der Kommune - etwa ein kaputtes Gerät am Spielplatz - fotografiert und versehen mit GPS-Daten an die Verwaltung gemeldet werden. „So lernen die Bürger auch mitzugestalten", sagte Schramm.

 

Entsprechende Aktivitäten in den Gestaltungsprozess der Stadt zu integrieren, sei ein Schlüsselfaktor für den Erfolg, „losgelöste Einmal-Aktionen bringen nicht viel", so der Experte. Bei der Einbindung der Bevölkerung dürfe außerdem nicht nur auf die „lautesten" Personen gehört werden. Schließlich seien manche Gruppen gar nicht auf Social Media-Plattformen vertreten.

 

Rascher Feedback-Kanal wichtig

Gegen Einmal-Aktionen sprach sich auch Christian Adelsberger vom Kompetenzzentrum evolaris aus: „Viele Partizipationsprojekte haben eher den Charakter eines Feigenblattes und versanden sehr rasch." Sehr wichtig bezüglich Beteiligung sei auch die Verfügbarkeit eines raschen Feedback-Kanals in der jeweiligen Situation. Wer sich etwa über eine Verschmutzung in der U-Bahn ärgere, könne diese mittels Smartphone sofort melden und müsse nicht warten, bis er wieder vor einem Computer sitzt. Die Kommune hätte den Vorteil, schnell für Abhilfe sorgen zu können, bevor sich noch viele weitere Personen ärgern.

 

Die Möglichkeit, die eigene Umwelt aktiv mitgestalten zu können, sei für viele Bürger eine neue Erfahrung, ergänzte Roman Ganhör von der Technischen Universität (TU) Wien. „Die Herausforderung liegt darin, möglichst viele Personen in diesen Gestaltungsprozess einzubinden und gleichzeitig die Vielzahl an Meinungen sinnvoll unter einen Hut zu bekommen", so Ganhör. Dabei dürfe die Stimme der Bevölkerung aber nicht auf die der Konsumenten und Werbeempfänger reduziert werden.

 

Auf die Städte der Zukunft würden viele Herausforderungen zukommen, sagte Daniel Scheikl vom Kommunikationsspezialisten Dimension Data. „Die möglichen Änderungen sind weitläufig, vom gemeinschaftlich genutzten Elektroauto, über die intelligente Heizung bis hin zu neuen Kommunikationsmedien auf Basis Green-IT", erklärte Scheikl. Wichtig dabei seien einerseits eine entsprechende Infrastruktur und andererseits smarte Endgeräte, um schnell Informationen beziehen und nutzen zu können.

30. Oktober 2014
Maschinenzeitalter: Digitalisierung verändert nicht nur Industrie radikal

Bildergalerie zum Event 


Smarte Maschinen werden den Menschen schon bald bestimmte Aufgaben abnehmen. Egal ob „intelligente" Industriesysteme, persönliche Assistenten oder autonome Transportroboter: Diese Umwälzungen könnten unser Arbeits- und Privatleben künftig massiv beeinflussen, erklärten Experten bei einer Podiumsdiskussion der APA-E-Business-Community gestern, Donnerstagabend, in Wien.

 

„Die Entwicklungen im Bereich von Algorithmen, Hardware, Netzwerken und Big Data haben den Weg für intelligente Maschinen geebnet, die nun Arbeiten durchführen können, die bisher nur Menschen möglich waren. Das ist nicht mehr aufzuhalten", zeigte sich Peter Brandl vom Kompetenzzentrum evolaris überzeugt.

 

Einerseits gebe es autonome Transportroboter („Movers"), also etwa Drohnen, die Pakete zustellen, oder die selbstfahrenden Autos von Google. Andererseits die sogenannten „Doers", die komplexe Interaktionen mit kleinen Objekten beherrschen wie Haushaltsroboter. Die dritte Kategorie sind die „Sages": Darunter fallen informationsbasierte Assistenten, die mittels künstlicher Intelligenz Daten auswerten und Empfehlungen abgeben, verweist Brandl auf eine Einteilung der Marktforscher von Gartner.

 

Was die Auswirkungen dieser Entwicklungen auf die Arbeitnehmer betreffe, existiere eine enorme Bandbreite von extrem pessimistischen bis zu durchaus optimistischen Perspektiven. „Tatsächlich werden Smart Machines einen großen Impact haben und viele Menschen davon betroffen sein. Aber es werden auch neue Jobs entstehen", ist der Experte überzeugt. Ziel sollte es sein, genauso viel Intelligenz in die umsichtige Nutzung der Maschinen zu investieren wie in deren Erfindung und Entwicklung.

 

Es habe auch in der Vergangenheit Entwicklungen gegeben, die große Änderungen mit sich brachten, verwies Brandl auf die bisherigen drei industriellen Entwicklungssprünge. Außerdem sollte man die sozialen Aspekte nicht außer Acht lassen, die bei dieser Entwicklung eine große Rolle spielen: „Nicht alleine die technische Machbarkeit wird über den erfolgreichen Einsatz von intelligenten Maschinen entscheiden, sondern Aspekte wie Gesetzeslage, Gewerkschaften oder Konsumentenverhalten", so Brandl.

 

Gesellschaft muss erst Spielregeln entwickeln

Tatsächlich habe es schon in den 1960er-Jahren Horrorvisionen bezüglich technologischer Innovationen gegeben, die auch nicht eingetroffen seien, ergänzte Andreas Kugi von der Technischen Universität (TU) Wien. Er sieht die Gesellschaft gefordert, Spielregeln zu entwickeln wie bei vielen bisherigen Entwicklungen auch, sagte er unter Verweis auf die Möglichkeit zur automatisierten Kriegsführung.

 

Durch die Automatisierung - Stichwort Industrie 4.0 - habe Österreich eine große Chance einerseits Industriebetriebe in Österreich zu halten, andererseits bestimmte Branchen sogar wieder ins Land zurückzuholen. „Die Bekleidungsbranche ist aber beispielsweise noch nicht so weit, weil da noch viel per Hand gemacht wird", so Kugi. Großes Potenzial bestehe auch bei Ressourcen- und Energieeffizienz. Hier könnten die Fabriken der Zukunft der europäischen Industrie neue Möglichkeiten eröffnen.

 

Die Frage sei, ob das Ausbildungssystem entsprechend aufgestellt ist, um die aktuellen Herausforderungen zu meistern. Ungelernte Arbeitskräfte würden es im Industriebereich jedenfalls schwer haben. „Automatisierung steht für nachhaltige Produktion, Wertschöpfung und Steigerung der Qualität des Arbeitsplatzes. Gleichzeitig fordert die Automatisierung eine höhere Qualifikation der Beschäftigten", erklärte der Experte.

 

Industrie 4.0 braucht gut ausgebildete Fachkräfte

„Der Anteil einfacher, manueller Tätigkeiten wird sinken. Im gleichen Maße steigt durch die Industrie 4.0 die Anzahl an neuen Berufen, wie etwa Datenwissenschafter und -analytiker", so Peter Wöhrer von Kapsch BusinessCom. Technologische Entwicklungen hätten auch in der Vergangenheit zu einem Beschäftigungsschub geführt. Die Voraussetzung dafür sei freilich, dass ausreichend qualifizierte, gut ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung stehen.

 

Wenn Österreich flexibel sei und sich auf Qualität konzentriere, könnte das Land durchaus einen Wettbewerbsvorteil aus dem Trend zur Individualisierung der Kundenwünsche - Stichwort Losgröße eins - ziehen. Wichtig sei, dass die Klein- und Mittelunternehmen (KMU) nicht den Anschluss verpassen. „Hier sollten wir gemeinsam im Netzwerk agieren. Da darf es kein Kompetenzgerangel geben", sagte Wöhrer, der auch für einen Zusammenschluss in Clustern eintritt.

 

Smarte Systeme helfen bei Entscheidungsfindung

„Der Arbeitsmarkt verändert sich laufend. Berufe sterben aus, aber gleichzeitig entstehen auch neue, wie Data Scientist oder App-Entwickler", gab sich auch Michael Scholl von IBM überzeugt. Die jetzt mögliche Verarbeitung von Daten in hoher Geschwindigkeit habe viele Möglichkeiten eröffnet. „Kognitive, selbstlernende Systeme wie das Computersystem ‘Watson‘ werden den Menschen in den kommenden Jahren dabei unterstützen, in der ungeheuren Menge an Daten die relevanten Informationen für ihre Entscheidungen zu finden", sagte Scholl.

 

Im onkologischen Bereich müsste sich ein Arzt beispielsweise 160 Stunden pro Woche fortbilden, um am neuesten Stand zu bleiben. „Watson" nutze die Möglichkeiten, „natürliche Sprache" - beispielsweise Text oder Sprache - verarbeiten zu können für die Erzeugung von Hypothesen und das evidenzbasierte Lernen. Dadurch erhielten Ärzte überhaupt erst Zugang zu diesem Wissen. Genutzt werde das bereits heute in Krankenhäusern in den USA und in Thailand.

26. September 2014
Content Marketing & Co: Wie man heute Kunden erreicht

Bildergalerie zum Event 

 

Content Marketing, Native Advertising und multimediales Storytelling: Welche Rolle diese Formate im Marketingkonzept von morgen spielen und wie sehr sie bei der Verbreitung der Werbe-Botschaften helfen, haben Experten bei einer Podiumsdiskussion der APA-E-Business-Community gestern, Donnerstagabend, in Wien beleuchtet.

 

„Content Marketing hat klare Vorteile gegenüber klassischer Werbung, die oft laut, irritierend und mit einem Glaubwürdigkeitsproblem behaftet ist", erklärte Tom Levine, Chefredakteur der Digitalagentur KircherBurkhardt. Während Werbung daran ausgerichtet sei, was man der Zielgruppe verkaufen könne, frage Content Marketing nach den Interessen der Konsumenten. Daher würden damit auch Bedürfnisse befriedigt, statt wie bei der Werbung geweckt. Ein weiterer Unterschied bestehe darin, dass Werbung gepusht werde, während sich beim Content Marketing die Zielgruppe selbst die für sie relevanten Inhalte holt.

 

Der Content allein würde aber nichts nützen, wenn man die Kunden damit nicht erreicht. „Dafür gibt es entsprechende Methoden und Tools, etwa Kooperationen mit Bloggern oder Native Advertising", so Levine. Letzeres, bei dem sich die Werbung stark an den journalistischen Kontext anpasse, sei im deutschsprachigen Raum nicht besonders erfolgreich - anders als in den USA. Hier würden Native Ads von 56 Prozent der Personen erst gar nicht erkannt. Dies liege möglicherweise an der etwas unkritischeren Haltung, aber auch die Inhalte seien besser.

 

Denn einer der größten Irrtümer in den Verlagen sei, dass der Content für Native Advertising - „das ungeliebte Kind" - von beliebigen PR-Schreibern geliefert werden könnte. „Das müssen aber Profis machen, da geht es um Qualität", stellte der Experte fest. Das gelte auch für Content Marketing: „Journalisten können sehr gut Geschichten finden und erzählen, das können Werber nicht immer", so Levine. Er sieht in der Existenzkrise der Zeitungen gar nicht so sehr eine Krise des Journalismus, sondern vielmehr eine Krise der Werbung: „Und die bringt uns dazu, dass wir uns mit Content Marketing beschäftigen müssen."

 

Medien verlieren Glaubwürdigkeit

Deutlich kritischer zeigte sich Martin Staudinger von Werbeplanung.at, einem Fachmedium für Digital-Marketing. „Wir bewegen uns langsam in die Situation, wo Medien ihre Glaubwürdigkeit verlieren. Verlage, die sich Artikel und Beiträge von Werbekunden direkt bezahlen lassen, begehen Verrat am eigenen Leser. Eine klare Trennung zwischen Werbung und Inhalte sollte hier noch viel strenger realisiert werden", so Staudinger, der vor „halbseidenen Konstruktionen" warnte.

 

Allerdings gebe es Unterschiede bei den Formaten, ergänzte Christian Adelsberger vom Kompetenzzentrum evolaris. Was bei klassischen Zeitungen vielleicht ein Problem sei, gelte anscheinend nicht für Blogger etwa im Bereich Lifestyle. Die hätten beispielsweise eine hohe Anzahl an Abonnenten und eine hohe Glaubwürdigkeit, weil sie in der Szene verankert sind, obwohl es kaum eine Trennung in Richtung Werbung gibt. Insgesamt werde es für die Unternehmen aufwendiger, die Zielgruppe zu erreichen. Die Konsumenten würden hingegen davon profitieren, dass ihre Bedürfnisse wieder mehr in den Mittelpunkt rücken.

 

Interaktionen erhöhen Sichtbarkeit

Aktuell seien vor allem die Algorithmen von Google, Facebook und YouTube für den Erfolg von Content Marketing entscheidend, weil sie zu mehr Interaktionen und damit zu einer höheren Sichtbarkeit beitragen, sagte Alexis Johann vom Onlinevermarkter styria digital one. Spannend sei, dass diesen Algorithmen durchaus die journalistischen Grundprinzipien der Aktualität, Relevanz und Glaubwürdigkeit zugrunde liegen würden. Der „Rockstar" unter den Informations-Plattformen sei jedenfalls das Smartphone: „Hier findet die Nachrichten-Rezeption der Zukunft statt", so Johann.

 

Klar sei, dass der Erfolg mit der Qualität und Relevanz der Inhalte „steht und fällt", gab sich Peter J. Nistelberger von der APA - Austria Presse Agentur überzeugt: „Content Marketing ist kein Allheilmittel, aber ein nützliches Instrument, um die Zielgruppe zu erreichen." Ein Fehler sei, nur auf den Trend aufzuspringen, ohne zu wissen, warum man es tut. „Aufmerksamkeit kann man schnell erreichen, aber nur guter Content führt dazu, dass der Konsument wiederkommt", sagte Nistelberger.

 

Content Marketing sei ein wesentliches Instrumentarium, besonders für kleinere Unternehmen, erklärte auch Klaus-M. Schremser vom Softwarehersteller Gentics. Allerdings müsse zuerst eine Strategie für das Unternehmen entwickelt werden. Man habe vor kurzem ein Online-Tool für Storytelling entwickelt, das sehr gut funktioniere. Allerdings sei man teilweise mit  zu hohen Erwartungen konfrontiert. „Für Content Marketing muss man Zeit einplanen. Das ist etwas anderes, als schnell einen Banner zu schalten", so Schremser.


Impulsreferat: Tom Levine (KircherBurkhardt)

Es sind keine Dokumente verfügbar!
28. November 2014
Experten: Wie der Smart Citizen die Stadt der Zukunft mitgestalten kann