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EBC-Newsletter #9/2013
Experten: Virtuelle Vernetzung hält in unserem Alltag Einzug
Foto: APA - Im Bild v.l.n.r.: Schahram Dustdar (TU Wien), Gerald Binder (Evolaris), Gerald Reitmayr (Samsung), Thomas Stern (Moderator, Braintrust) und Phat Huynh (A1).

 

Das sogenannte Internet der Dinge ist in Teilbereichen bereits in unserem Alltag angekommen. Geräte kommunizieren miteinander und eröffnen Privatpersonen wie Unternehmen neue Möglichkeiten. In Österreich wird dieses Potenzial aber noch eher zurückhaltend genutzt, erklärten Experten bei einer Podiumsdiskussion der APA-E-Business-Community in Wien.

 

Schon jetzt würden weltweit Milliarden Geräte und Sensoren existieren. Könnten diese miteinander interagieren, seien viele smarte Anwendungen möglich, sagte Schahram Dustdar von der Technischen Universität (TU) Wien. Die TU arbeite beispielsweise an einem Projekt mit, bei dem rund 60.000 Gebäude in Dubai miteinander vernetzt werden - Stichwort "Smart City". Klimaanlagen, Kameras und Co. würden sich so von einem zentralen "Command Control Center" aus steuern lassen.

 

Dazu müssten die physischen Geräte aber zuerst virtualisiert werden. Gekoppelt mit bestehenden Systemen würde daraus ein Machine-to-Machine(M2M)-Ökosystem entstehen. "Die vernetzten Maschinen allein bringen noch nicht den großen Nutzen", verwies Dustdar auf die notwendige Kombination. Auch Wien habe im Bereich "Smart City" eine gute Position. "Wenn der politische Wille da ist, kann man hier noch viel erreichen", sagte der Experte. Er strich auch den gesellschaftlichen Mehrwert für das "Ökosystem Stadt" hervor.

 

Dustdar erwartet, dass die Karten für die verschiedenen Player auf diesem Markt neu gemischt werden. Einerseits brauche es eine gewisse Infrastruktur, hier sei die Telekomindustrie gefragt. Andererseits sei er skeptisch, dass diese Branche die anderen Bereiche - wie etwa Software - abdecken könnte.

 

Telcos sind Hauptakteure

Die Telcos seien ein wesentlicher Treiber dieses Trends, aber dass sie alle Aspekte von Cloud Computing über Big Data von sich aus tragen können, sei eine falsche Erwartung, stimmte Phat Huynh, Geschäftsführer der Telekom Austria Group M2M, zu. Bei der Infrastruktur gebe es aber kaum Alternativen.

 

Generell werde beim Internet der Dinge viel vermischt. Das meiste habe wenig Relevanz für die Praxis. M2M sei in vielen Bereichen hingegen keine Zukunftsmusik, sondern Alltag. "Man denke an die Anzeige der Wartezeit bei der Busstation oder das Carsharing-Angebot von car2go", so Huynh. Derzeit gehe es vor allem um Prozessoptimierung und Kosteneinsparungen.

 

Wie unterschiedlich die Wahrnehmung der Konsumenten bei Entwicklungen im M2M-Bereich ist, erklärte Huynh am Beispiel Auto: Während Telematik-Anwendungen, durch die Versicherungen anhand des Fahrverhaltens die Prämie anpassen können, skeptisch betrachtet würden, gebe es beim EU-Projekt eines automatischen Notrufs bei einem Unfall weniger Vorbehalte.

 

Auch hier müsse Bewusstsein geschaffen werden, um gesellschaftliche Normen und Regeln für den Umgang mit Daten zu finden. "Bei vielen Entwicklungen im Bereich Internet der Dinge stellt sich die Frage: Will ich das in meinem Leben? Und habe ich diese Wahl überhaupt noch? Viele Experten verneinen das", so Huynh.

 

Österreich in "abwartender Position"

Es gebe einerseits viele abstrakte Ängste, andererseits würden aber auch die neuen Chancen sehr positiv gesehen, erklärte Gerald Reitmayr von Samsung Österreich. Er sieht Vorteile für Konsumenten durch Personalisierung und für Unternehmen durch "schöne kommerzielle Effekte". In vielen Bereichen gebe es auch einen gesellschaftlichen Nutzen. "Österreich ist hier aber eher in einer abwartenden Position", so der Manager. Wichtig sei, "dass die Ängste nicht alles überlagern".

 

Ein immer bedeutender Einsatzbereich sei "Smart-TV". "Die erste App, die da auf den Markt gekommen ist, war von der APA. Inzwischen geht es darum, wer kontrolliert, was auf dem Fernseher abläuft", so Reitmayr. Es gäbe sicher einen Aufschrei der TV-Sender, wenn die Werbefenster durch einen neuen Marktteilnehmer überdeckt würden. Einerseits entstünden neue Nutzungsmöglichkeiten für die Zuschauer, andererseits könnten die etablierten Anbieter unter "Trittbrettfahrern" leiden.

 

NFC bildet Brücke zu physischer Welt

An Bedeutung gewinnt auch die Einbindung von mobilen Endgeräten. "Es geht darum, Daten für den Menschen nutzbar zu machen. Damit geht auch einher, dass Services umso nützlicher sind, je mehr sie über den Nutzer wissen", ergänzte Gerald Binder von der Forschungs- und Entwicklungseinrichtung Evolaris. Jedenfalls zeichne sich derzeit ab, dass Smartphones, etwa in Verbindung mit NFC (Near Field Communication), eine Brückenfunktion einnehmen.

 

Dies sei als Zwischenschritt zu einer vollautomatischen Verbindung zwischen Maschinen hilfreich und notwendig. "Die technische Infrastruktur kommt garantiert, bei den Anwendungen haben wir die Wahl, hier entscheidet der Konsument", so Binder. Er sieht Augmented Reality als die visuelle Komponente der Verschmelzung von digitaler und realer Welt - basierend auf der logischen Infrastruktur im Hintergrund.

Service:

Fotos zum Event

Impulsreferat: Schahram Dustdar (TU Wien)

Österreicher suchen vor Einkauf im Internet
Foto: APA - Beide Kanäle müssen laut Experten bedient Die Österreicher gehen oft erst einkaufen, nachdem sie sich online über das Produkt informiert haben. 40,6 Prozent des Umsatzes in den Geschäften lassen sich auf eine vorherige Online-Recherche zurückführen, heißt es in einer Konsumentenbefragung des ECC Köln (E-Commerce-Center Köln).

 

In Deutschland werden sogar 50 Prozent des Umsatzes in stationären Geschäften erst nach einer Online-Recherche gemacht. In der Schweiz sind es hingegen "nur" 25,6 Prozent. Drei Viertel der Österreicher informieren sich auf der Homepage des Geschäfts, in dem sie anschließend einkaufen, 34,9 Prozent prüfen das Produkt über eine Suchmaschine.

 

Wenn Kunden das gesuchte Produkt an Ort und Stelle in einem Geschäft nicht finden, würden 53,5 Prozent der Befragten eher in ein anderes Geschäft wechseln, nur 40,7 Prozent würden online beim gleichen Anbieter bestellen. Typische Online-Shopper würden eher auf einen anderen Online-Anbieter wechseln als ins Geschäft zu gehen. Das ECC schließt daraus, dass Unternehmen auf beiden Kanälen präsent sein sollten, um alle Kunden zu erreichen.

Keine Werbung auf Google-Datenbrille Glass
Foto: APA/EPA - Technische Daten des Geräts veröffentlicht Die Computerbrille Google Glass wird ihre Anwender vorerst nicht mit Werbung behelligen. Das geht aus den Richtlinien für externe Entwickler, die Apps für Google Glass schreiben wollen, hervor. Demnach sind zunächst nur Web-Anwendungen zugelassen, die aus dem Netz laufen. Sie dürfen keine Werbung enthalten und auch kein Geld kosten.

 

Aus den veröffentlichen technischen Details kann man entnehmen, dass die Cyberbrille eine 5-Megapixel-Kamera hat. Ihr Akku soll normalerweise einen ganzen Tag ohne Nachladen durchhalten. Allerdings greifen Videoaufnahmen oder -Konferenzen die Batterie stärker an, warnte Google. Derzeit ist der Konzern dabei, die ersten Geräte an Test-Nutzer auszuliefern. Google Glass hat einen Bildschirm, über den Internet-Inhalte oder Bilder in das Auge des Nutzers projiziert werden können.

 

Die Auflösung des kleinen Bildschirms nannte der Konzern dabei nicht. Es hieß lediglich, sie solle so gut sein wie bei einem HD-Bildschirm mit einer Diagonalen von 25 Zoll (63,5 cm) aus einer Entfernung von knapp 2,45 Metern. Die Brille hat 16 Gigabyte Speicher, von denen ein Nutzer 12 Gigabyte nutzen kann. Die Daten werden auch an Googles Cloud-Speicherdienste gesendet. Dafür kann sich Google Glass über Bluetooth mit einem Android-Smartphone verbinden und hat auch einen WLAN-Anschluss.

Twitter zeigte in Boston neue Medienwelt
Foto: APA/dpa - Ungefilterter Strom verbreitet sich wie ein Lauffeuer

Die Verfolgungsjagd nach dem Bombenanschlag von Boston zeigt: Mit einem Dienst wie Twitter bekommt man heute in Sekundenschnelle mehr Informationen denn je vom Ort des Geschehens. Doch sie können völlig falsch sein.

 

Die dramatische Fahndung nach den Bombenlegern von Boston hat die Schwächen und Stärken der neuen Medien-Realität demonstriert. Vor allem dank eines Kanals wie Twitter breiten sich neue Entwicklungen heute schneller denn je aus.

 

Eine Folge dieser Echtzeit-Beobachtung ist aber zugleich, dass offizielle Angaben, unbestätigte Informationen, Gerüchte und auch Fehler als ungefilterter Strom auf die Beobachter einprasseln und sich wie ein Lauffeuer verbreiten. Gut vernetzte und kompetente US-Journalisten erwiesen sich als Fels in der Brandung, aber zum Beispiel die "New York Post" berichtete auch viel falsch.

 

Als sich am frühen Freitagmorgen österreichischer Zeit die beiden Verdächtigen im Bostoner Vorort Watertown eine Schießerei mit der Polizei lieferten, war das Gefälle beim Tempo unübersehbar. Als zum Beispiel der Nachrichtensender CNN noch nichts über das Feuergefecht zu berichten wusste, glich Twitter bereits einem Live-Protokoll der Ereignisse - vorausgesetzt, man folgte den richtigen Leuten.

 

Am sichersten bekam man alles mit, wenn man den Twitter-Nachrichten von ein paar Dutzend US-Journalisten folgte, die als eine Art Multiplikatoren Informationen weiterleiteten. Bei dem Dienst gibt es das Instrument eines "Retweets", bei dem man eine fremde Twitter-Mitteilung an die eigenen Abonnenten weiterreichen kann. So können sich über Mitglieder mit vielen Abonnenten neue Informationen blitzartig ausbreiten.

 

Am Freitagmorgen bekam man so schnell Bilder und Videos von Anwohnern zu sehen. Augenzeugen wie ein Professor der nahen Elite-Uni MIT erreichten binnen Sekunden ein breites Publikum. Ein Bostoner Lokalsender lieferte dann als erster Live-Bilder vom Ort des Geschehens. Bei Twitter machten zugleich Informationen aus dem unverschlüsselten Polizeifunk rapide und ohne Einordnung die Runde. So wurde ein "Code Black" aus der Notaufnahme des Krankenhauses gemeldet, ohne dass jemand wusste, was das zu bedeuten hatte.

 

Informationen völlig falsch

Dann schrieb mindestens ein Twitter-Nutzer unter Berufung auf den Polizeifunk, einer der Verdächtigen sei als Sunil Tripathi identifiziert worden. Das ist ein Student, der im März von seiner Familie vermisst gemeldet wurde. Diese Information wurde ungeprüft von Hunderten Journalisten und einfachen Twitter-Nutzern weitergeleitet - und stellte sich als völlig falsch heraus. Der Urheber des Gerüchts war später nicht mehr zu finden.

 

Farhad Manjoo, ein Autor des Online-Magazins "Slate", der sich auch von der Tripathi-Spekulation hatte mitreißen lassen, zeigte sich am Ende desillusioniert. Wenn sich nächstes Mal ein Drama entfalte, solle man lieber im Park ein Buch lesen gehen oder die Regenrinne reinigen und am nächsten Tag die Zeitung lesen, schrieb er. Dann sei man besser informiert als die Freunde, die alles in Echtzeit verfolgten - "weil Sie während der selbstgewählten Nachrichten-Abstinenz nicht in die vielen Sackgassen und dunklen Gässchen von Falschinformationen gerieten".

Ziel der E-Business-Community von APA-MultiMedia, dem Partner für multimedialen Content und redaktionelles Outsourcing, ist es, im Rahmen monatlicher Treffen mit Präsentationen über Innovationen und Markttrends sowie Podiumsdiskussionen ein schlagkräftiges Netzwerk für erfolgreiches E-Business durch Erfahrungs- und Informationsaustausch zu schaffen.

 

Die Partner-Unternehmen der APA-E-Business-Community sind:

- A1 Telekom Austria AG www.a1.net

- CMS Reich-Rohrwig Hainz Rechtsanwälte http://www.cms-rrh.com/

- diamond:dogs webconsulting GmbH www.diamonddogs.cc

- Evolaris next level GmbH www.evolaris.net

- Gentics Software GmbH www.gentics.com

- Kapsch www.kapsch.net

- NAVAX Consulting GmbH www.navax.com/

- NextiraOne www.nextiraone.at 

- SAMSUNG www.samsung.at

- TU Wien www.tuwien.ac.at

- Werbeplanung.at www.werbeplanung.at

- WirtschaftsBlatt Verlag AG www.wirtschaftsblatt.at 

- Wirtschaftskammer Österreich www.wko.at

- APA-MultiMedia multimedia.apa.at

27. November 2014
30. Oktober 2014
Maschinenzeitalter: Digitalisierung verändert nicht nur Industrie radikal