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EBC-Newsletter #5/2007
Virtuelle Gemeinschaften rücken ins Unternehmens-Visier
Bei der E-Business-Community der APA im Haus der Musik diskutierten v.l.n.r.: Alexander Szlezak (Gentics Software), Johannes Sperlhofer (EC3), Rainer Friedl (diamond:dogs), Dieter Merkl (TU Wien), Martina Klenkhart (Hewlett Packard), Harald Leitenmüller (Microsoft) und Andreas Omasits (SER Solutions). Foto: APA/A. Berger - Bei der E-Business-Community der APA im Haus der Musik diskutierten v.l.n.r.: Alexander Szlezak (Gentics Software), Johannes Sperlhofer (EC3), Rainer Friedl (diamond:dogs), Dieter Merkl (TU Wien), Martina Klenkhart (Hewlett Packard), Harald Leitenmüller (Microsoft) und Andreas Omasits (SER Solutions).

Das Video-Portal YouTube, die populäre Online-Welt Second Life oder Foto-Plattformen wie Flickr ziehen Millionen Nutzer weltweit in ihren Bann. Konsumenten werden zu Produzenten, neue Interaktionsformen und soziale Communities entstehen. An diesen Erfolgsgeschichten wollen naturgemäß auch Unternehmen mitnaschen, erklärten Experten bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der APA-E-Business-Community in Wien.

 

„Virtuelle Welten stellen einen öffentlichen Raum dar, in dem man nicht den Restriktionen der Realität unterworfen ist. Immer mehr Firmen entdecken deshalb diese Welt als eine weitere Plattform, um ihre Produkte zu präsentieren", sagte ao.Univ.Prof. Dr. Dieter Merkl vom Institut für Softwaretechnik und Interaktive Systeme an der Technischen Universität Wien.

 

„Die Idee ist eigentlich alt. Seit es das Internet gibt, schließen sich User zusammen und tauschen Informationen aus. Ganz egal, was sie interessiert, es gibt wohl irgendwo auf der Welt eine Gruppe von Menschen, die ähnliche Interessen verfolgt und ihre Erfahrungen über eine Online-Plattform austauscht", so Merkl. Besondere mediale Beachtung finde derzeit die 3D-Welt Second Life. In Anlehnung an Rollenspiele interagieren hier die Teilnehmer in Form von Avataren.

 

Second Life sei dabei aber weniger ein Spiel, als vielmehr eine Umgebung zur Präsentation von Inhalten. „Alles, was in dieser Umgebung dargestellt wird, wurde von den Teilnehmern erschaffen. Das ist eine Fortführung der Idee des User Generated Content in einer drei-dimensionalen Welt", sagte der Experte. Second Life unterscheide sich vor allem durch die 3D-Darstellung und den Spaßfaktor von klassischen Online-Shops. Diese neuen Chancen für Produktpräsentationen gelte es aber auch zu nutzen. „Toyota hat in Second Life einen Show-Room nachgebaut, der stinkfad ist, weil dabei die Möglichkeiten des 3D-Mediums nicht ausgenutzt werden. Die geniale Idee von Nissan war, dass man sich ein Auto aus dem Automaten ziehen, einsteigen und losfahren kann."

 

Bei einem amerikanischen Textil-Geschäft in Second Life erhalte der Kunde, wenn er ein virtuelles Produkt kauft, automatisch einen Gutschein für Ermäßigungen bei den realen Filialen. „Das ist ein Anreiz, durch den die Trennlinie zur echten Welt aufgeweicht wird", so Merkl. „Manche Unternehmen gestalten Produkte zuerst in Second Life und verkaufen sie dann im echten Leben. Auch Vorstellungsgespräche werden schon in der virtuellen Welt abgehalten", ergänzte Johannes Sperlhofer vom Wiener E-Commerce Competence Center (EC3).

 

Schnittstelle zum Kunden

„Die Kombination von 3D und optischer Kommunikation - also Gestik, Kleidung und andere Ausdrucksformen - ist wirklich bestechend. Filialen in Second Life sind eine gute Schnittstelle zum Kunden. Bei Entwicklungen wie dieser muss man Augen und Ohren offen halten", gab sich auch Harald Leitenmüller, Mitglied der Geschäftsleitung von Microsoft Österreich, überzeugt.

 

Der attraktive spielerische Ansatz und die kommerzielle Triebfeder, eben Handel von Waren aller Art mit geringster Regulierung, würden letztendlich zur Renaissance eines virtuellen Bazars führen. „Wie beim klassischen Bazar florieren am Rande des kommerziellen Interesses kulturelle, soziale und im wesentlichen experimentelle Gemeinschaften", erklärte Leitenmüller. „Second Life verzeichnet rund 100.000 Neuregistrierungen pro Monat - und das wird so weitergehen. Grundstücksspekulationen sind derzeit am lukrativsten. Getrieben hat die Entwicklung aber die Erotikindustrie."

 

Potenzial für die Wirtschaft sieht auch Rainer Friedl, Technik-Vorstand des Web-Consulters diamond:dogs. „Diese Gemeinschaften sind einfach zu verlockend, als dass man sie nicht nützen würde. Außerdem entscheiden sie immer stärker über Erfolg oder Misserfolg. In China und Indien sind beispielsweise Leute damit beschäftigt, positive oder negative Kritik in Foren oder Blogs zu schreiben - und das für einen Euro pro Stunde", gab er zu bedenken. Andererseits würden glaubwürdige Weblogs teilweise schon die Unternehmens-Webseiten, die ohnehin oft nur aus Marketing-Texten bestehen, ersetzen.

 

Mut und Risikobereitschaft notwendig

„Das Potenzial von Communities ist hinreichend bekannt, allerdings fehlt es in österreichischen Unternehmen oft an Mut und Risikobereitschaft zur konsequenten Umsetzung. Der Erfolg von Communities wird von einem geringen Prozentsatz der Teilnehmer getragen. Das Kennen und Betreuen genau dieser Personen ist ein Schlüsselfaktor für den Erfolg", so Friedl.

 

„Second Life lehrt uns viel über das Einkaufserlebnis, das sich die Konsumenten wünschen. Dazu müssen sich die Unternehmen aber den Kunden öffnen, denn nur die flexibelsten werden überleben", gibt Martina Klenkhart von Hewlett-Packard (HP) die Marschrichtung vor. „Online-Shopping ermöglicht die wirkliche Ausrichtung auf die Nachfrage des Kunden. Er sagt uns, was, wann und wie er kaufen will." Virtuelle Gemeinschaften könnten sowohl als Informationsquelle als auch zur gezielten Kommunikation genutzt werden, um spezifisches Marketing zu ermöglichen.

 

„Virtuelle Gemeinschaften müssen als Markt wahrgenommen werden, der bisher nicht existiert hat. Technologisch gibt es das zwar schon seit zehn Jahren, als Benutzer sind wir aber erst jetzt so weit", sagte Alexander Szlezak, Geschäftsführer von Gentics Software. Auch normale Portale würden inzwischen in die 3D-Darstellung investieren.

 

Lippenbekenntnisse sind zu wenig

„Die Art und Weise, wie die Betriebe von Ihrer Umwelt wahrgenommen werden, hat sich radikal verändert. Es wird erwartet, dass die Mitarbeiter auch außerhalb des Konstrukts 'Unternehmen' mit Kunden und Partnern kommunizieren", so Szlezak. Für die Firmen heiße das, sich über die eigenen Werte und den eigenen Nutzen klar zu werden. „Das darf aber kein Lippenbekenntnis sein, sondern muss gelebt werden. Die Community ist nicht nur nett, sondern auch böse und unkontrollierbar."

 

„Die Menge der Inhalte wird explodieren - darüber diskutieren auch die Telekomunternehmen. Egal ob Fotos oder Videos, die Gemeinschaften stellen viele Inhalte ins Netz, die bisher auf privaten Computern lagen", erklärte Andreas Omasits von SER Solutions Österreich. „Viele verbringen inzwischen einen kleinen Teil ihres Lebens in virtuellen Gemeinschaften. Allerdings gibt es auch eingeschränkte Bereiche in Communities, um die Haftung für Inhalte zu gewährleisten. Fragen der Weiterverbreitung und der Urheberrechte werden dabei sicher noch spannend."

Stolpersteine für Web-Inhalte am Handy
Bernhard Ferro propagiert das Motto think small. Foto: APA/Usecon - Bernhard Ferro propagiert das Motto "think small" Das Angebot an mobilen Webservices ist in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut worden: Nachrichten-Portale, Musikdownloads oder Kontostandsabfragen sind zwar noch kein wirklicher Renner, die Nutzung steigt aber kontinuierlich. Wer glaubt, Internet-Inhalte und -Anwendungen praktisch unverändert auf das Mobiltelefon übertragen zu können, irrt gewaltig, erklärte Bernhard Ferro, Senior Consultant beim Wiener Beratungsunternehmen Usecon, im Gespräch mit den APA-OnlineJournalen.

 

"In vielen Ländern wird die erste Interneterfahrung nicht mehr am PC, sondern am Handy gemacht. Auch bei uns haben bereits mehr Leute ein Mobiltelefon als einen Computer oder Festnetz. Bedauerlicherweise regiert noch das Denken, dass man einfach das Desktop-Design verkleinert auf das Handy überträgt. Das funktioniert aber nicht", so Ferro, der unter anderem für Firmen wie ORF ON, Swarovski, Nokia Alps oder Mobilkom Austria tätig war.

 

Laut dem Experten gebe es vier Wege, Web-Seiten am Handy abzubilden. Entweder eine verkleinerte Darstellung, ident wie am Desktop, eine reformatierte Darstellung (Opera) oder eine eigene mobile Website. Letzteres wird von Ferro präferiert, weil die kleinen Bildschirme die Interaktion einschränken, was eine Priorisierung der Funktionen je nach Kontext notwendig macht. Bei der Foto-Community Flickr sei dies beispielsweise sehr gut umgesetzt worden. Neben einem kleinen Logo findet sich auf der mobilen Seite lediglich ein Suchfeld, ein Link zu den neuesten Fotos und das Login-Feld.

 

Scrollen ist wenig beliebt

Die Startseite sollte auf keinen Fall mit Logo und Banner überfrachtet werden. Viel besser sei, nur ein schmales Logo anzubieten und die wichtigsten Inhalte ohne Scrollen sichtbar zu machen. Bei der Navigation muss den Usern am Ende jeder Seite ein Orientierungsinstrument angeboten werden - etwa "Home", "Zurück" oder "Suche". Wenig benutzerfreundlich ist nach Erkenntnissen von Usecon, das 2001 als Spin-off des Forschungszentrums Cure gegründet wurde, die Überladung der Seite mit Links. Die optimale Informationsarchitektur weist laut den Studien vier bis acht Items pro Ebene auf, unabhängig von der Bildschirmgröße.

 

Außerdem müssten die Links nach den Präferenzen der Benutzer gereiht werden. "Ich verstehe ja die Marketing-Abteilungen, aber beliebte Inhalte dürfen nicht erst auf der zweiten Seite zu finden sein", stellte Ferro gegenüber den APA-OnlineJournalen klar. Sinnvoll sei auch, direkt auf der Startseite die Möglichkeit zur Suche anzubieten. Die Ergebnisse sollten in Kategorien, statt in einer endlosen Liste dargestellt werden.

 

Beschäftigen müsse man sich auch damit, welche Endgeräte von der anvisierten Zielgruppe benutzt werden. Unterstützung gebe es in diesem Bereich vom World Wide Web Consortium (W3C), das entsprechende Standards einführen will. "So kann sichergestellt werden, dass die Anwendung auf möglichst vielen Endgeräten funktioniert", erklärte der Consulter. Zurzeit bestünden aber noch Probleme, weil viele Websites nicht angezeigt werden könnten und die Browserstandards mangelhaft seien.

 

Mobiles Surfen noch zu teuer

Der stärkeren Nutzung von mobilen Anwendungen im Weg stehen vor allem die hohen Kosten. "Zuhause können ganze Filme heruntergeladen werden, aber am Handy kostet jedes Megabyte viel Geld. Die User erwarten, dass das Surfen - wie am Computer - schnell und billig ist", fasst Ferro seine Erfahrungen zusammen. Flatrates würden seiner Meinung nach diese Hürde beseitigen. Eine rege Diskussion unter den Mobilfunkern gebe es auch beim Thema "walled garden", also dem User eine geschlossene Umgebung vorzusetzen statt ihn ins "freie Internet" zu entlassen. "Mobiler Content ist nicht unbedingt das große Geschäft. Der Trend geht eher dazu, über den Datenverkehr zu verdienen", so Ferro.

 

Generell empfiehlt der Berater, Designlösungen schon vor der Implementierung abzutesten und das Motto "think small" zu beachten. "Zuerst sollte entrümpelt werden, was man nicht braucht. Nicht alle Features sind unterwegs sinnvoll zu nutzen." Zurückhaltung sei etwa bei Bildern gefragt. "Natürlich werden die Endgeräte schneller und besser, aber in diesem Bereich ist Vorsicht geboten." Ähnlich kritisch sieht Ferro die Finanzierung von mobilen Anwendungen über Werbung am Handy. Google funktioniere, weil "die Werbung nicht wie Werbung aussieht und kontextsensitiv ist". Auf keinen Fall dürften dadurch Inhalte verdeckt werden.

Netzwerk-Ausrüster fürchten Datenlawine
Simon Beresford-Wylie sieht Existenzbedrohung. Foto: APA/EPA - Simon Beresford-Wylie sieht Existenzbedrohung Die führenden Netzwerk-Ausrüster sehen Risiken durch das explosionsartige Wachstum der Nutzerzahlen im Mobilfunk und neue Breitband-Dienste. Bis zum Jahr 2015 dürfte sich die Zahl der Handy-Kunden auf fünf Milliarden verdoppeln und der Datenverkehr verhundertfachen, prognostizierte der designierte Chef von Nokia Siemens Networks, Simon Beresford-Wylie, auf der Branchenmesse 3GSM in Barcelona.

 

"Wie in aller Welt bringen wir diese Masse von Daten durch die Netze, so, dass es sich rechnet?", sei die aktuelle Frage, die sich die Branche stellen muss. Die aktuellen Geschäftsmodelle würden auch dadurch auf die Probe gestellt, dass 95 Prozent der neuen Nutzer aus Schwellenländern kommen, sagte er. Passen sich die Mobilfunkbetreiber nicht an, sei ihre Existenz bedroht. Auch die Netzwerkausrüster müssten verstärkt in Forschung und Entwicklung investieren.

 

Nortel-Chef Mike Zafirovski betonte, dass auch die so genannten 3G-Standards wie UMTS nicht für einen massiven Datenverkehr konzipiert wurden. Daher wachse der Bedarf für eine nächste Generation, 4G, die UMTS mit anderen Verbindungstechniken wie WiMAX kombiniert. Die Branche entwickle sich in Richtung einer "nahtlosen Mobilität" für die Nutzer, sagte auch NEC-Präsident Kaoru Yano.

 

Die Mobilfunk-Nutzer zeigen zwar tatsächlich an neuen Datendiensten Interesse, sagte Alcatel-Lucent-Chefin Patricia Russo. Die Frage sei, was sie dafür bereit sind zu zahlen. Internet-Konzerne wie Google oder Yahoo! machten erfolgreich vor, wie man Geld mit Online-Werbung verdient, sagte Russo an die Adresse der Handynetz-Betreiber. Sie und Beresford-Wylie unterstrichen die Logik der Zusammenschlüsse von Lucent und Alcatel sowie der Netzwerksparten von Nokia und Siemens, da Festnetz und Mobilfunk immer enger zusammenwachsen.

Bequemlichkeit geht vor Datenschutz
Walter Peissl ortet Nachholbedarf beim Thema Privacy. Foto: APA-WebPic - Walter Peissl ortet Nachholbedarf beim Thema Privacy Wissenschafter warnen angesichts der rasant wachsenden Zahl von elektronischen Dienstleistungen vor einem allzu sorglosen Umgang mit privaten Daten. Laut einem Forschungsprojekt von sechs europäischen Institutionen - darunter das Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) - wird der Stellenwert der Privatsphäre sowohl  von Bürgern und Unternehmen als auch von  Politikern unterschätzt.

 

Internet- oder Handynutzer profitieren durch die Möglichkeiten der Technik, hinterlassen dabei aber auch Datenspuren. Die Wissenschafter fordern, dass sich die Politik dem Thema Privatsphäre annimmt. Neue Technologien wie RFID - von Kritikern auch "Schnüffelchips" genannt - oder Biometrie entwickeln sich sehr schnell und schaffen neue Angebote. Damit verbunden sind Gefahren für die Privatsphäre des Einzelnen. Die Anbieter sammeln, analysieren und speichern auf unbestimmte Zeit laufend Daten ihrer Kunden.

 

Obwohl vielen Nutzern bekannt ist, wie viele persönliche Informationen sie im Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien offen legen, kann von ihnen nicht erwartet werden, dass sie die langfristigen Folgen ermessen können. Aus diesem Grund fordert Walter Peissl vom ITA eine stärkere Sensibilisierung der Anwender von elektronischen Dienstleistungen beim Thema Privatsphäre. In ihrem Projektbericht stellen die Forscher fest, dass der Schutz der Privatsphäre oft gegenüber Werten wie Bequemlichkeit, Sicherheit, ökonomischen Vorteilen oder sozialer Interaktion abgewogen wird.

 

Die Technikfolgenabschätzer sind überzeugt, dass viele Probleme im Zusammenhang mit Privacy vermieden werden könnten. Dazu müssten die Anliegen des Datenschutzes frühzeitig, das heißt bereits bei der Konzeption und Entwicklung elektronischer Angebote, berücksichtigt werden. Eine obligatorische Privacy-Folgenabschätzung könnte hierzu beitragen. Die Experten fordern, dass beim Erheben personenbezogener Daten immer der Grundsatz "So wenig wie möglich, nur so viel wie nötig" befolgt werden sollte. Für Überwachungssysteme seien unabhängige Aufsichtsstellen einzurichten. Weiters sollten Bürger einfachen, transparenten Zugang zu den über sie gespeicherten Daten erhalten.

Zweifel an kanadischem Quantencomputer
Vorgehen von "D-Wave" ist "befremdlich. Foto: APA-WebPic - Vorgehen von "D-Wave" ist "befremdlich Skeptisch reagierten österreichische Physiker auf im Internet kolportierte Meldungen über einen ersten kommerziell genutzten Quantencomputer. Für den Rechner zeichnet die kanadische Firma "D-Wave" bei Vancouver verantwortlich. Laut Homepage (http://www.dwavesys.com) arbeitet er mit 16 Qubits, das sind die Gegenstücke zu den Bits im herkömmlichen Rechner.

 

Der Hauptunterschied ist, dass im digitalen Computer Bits nur 1 und 0 darstellen. In Qubits sind dagegen auch Überlagerungszustände möglich, also beliebige Zwischenwerte zwischen 1 und 0. Das würde den Rechenraum vervielfachen. Bisher existieren Quantencomputer hauptsächlich in Forschungslabors, die durchgeführten Rechnungen sind vergleichsweise einfach. Die Ansätze sind sehr vielfältig, so gibt es Quantencomputer auf Basis von Lichtteilchen (Photonen) ebenso wie auf Basis von Atomen oder Ionen als Informationsträger.

 

"D-Wave" setzt bei der Entwicklung ihres Quantencomputers nach eigenen Angaben möglichst auf bewährte Technik. Es kommen die Metalle Aluminium und Niob als Supraleiter zum Einsatz. Bei Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt bilden die Elektronen so genannte Cooper-Paare, diese verhalten sich grundsätzlich anders als die einzelnen Elektronen. Im Supraleiter funktionieren die Cooper-Paare völlig im Gleichschritt, Quanteneffekte eines einzelnen Teilchens lassen sich so verstärken und nutzen.

 

Für Rainer Blatt, Professor an der Universität Innsbruck und Leiter des Instituts für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI), ist die Vorgangsweise der kanadischen Firma jedenfalls "befremdlich". Es seien ihm trotz Nachforschungen keinerlei wissenschaftliche Veröffentlichungen über die Entwicklung bekannt. "Nachdem das Gerät angeblich patentiert ist, könnten die Hersteller ohne weiteres Details bekannt geben", so der Physiker gegenüber der APA.

 

Was die Firma an Informationen zur Verfügung stellt, klingt für den Experten jedenfalls "zweifelhaft". Blatt hat vor allem Bedenken bezüglich der Haltbarkeit der Qubits. "Sie sind meiner Meinung nach nicht gut definiert, was bedeutet, dass sie auch bei niedrigen Temperaturen zerfallen", sagte der Physiker. Blatt räumte aber ein, dass er für eine endgültige Beurteilung einfach zu wenig über das System wisse und dass es "immer auch gute Ideen" gebe. Ähnlich reagierte die Wiener Quantenforschung um Anton Zeilinger. Auch in Wien kann man sich eine anlaufende kommerzielle Nutzung des Quantencomputers nicht vorstellen.

E-Rechnung braucht digitale Signatur
Informationsoffensive gestartet. Foto: APA/WKO - Informationsoffensive gestartet Mehr als 70 Prozent der österreichischen Unternehmen wissen noch immer nicht, dass elektronisch übermittelte Rechnungen für den Vorsteuerabzug seit 2003 digital signiert werden müssen, geht aus einer aktuellen Umfrage der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hervor.

 

Aus unsignierten Rechnungen resultierende Millionenverluste für Unternehmen und Probleme bei Steuerprüfungen wollen das Finanzministerium, die WKÖ und IT-Unternehmen mit einer Informationsoffensive zur E-Rechnung nun verhindern. Nur knapp 30 Prozent der österreichischen Unternehmen wissen, dass die digitale Signatur bei E-Rechnungen für den Vorsteuerabzug vorgeschrieben ist, ein weiteres Drittel glaubt fälschlicherweise, dass der Ausdruck der Rechnung für den Vorsteuerabzug reicht.

 

Dadurch drohen Probleme bei Steuerprüfungen und Millionenverluste für die betroffenen Unternehmen, warnte die WKÖ bei einer Pressekonferenz. Die elektronische Signatur stellt bei E-Rechnungen sicher, dass der Inhalt nicht verändert und der Absender einwandfrei identifiziert werden kann. Außerdem sind bei 200 bis 300 Mio. Unternehmens-Rechnungen Einsparungen von bis zu 600 Mio. Euro im Jahr möglich, zumal eine Papierrechnung inklusive Papier, Druck, Versand, Handling und Autorisierung zwischen drei und sechs Euro kostet, eine E-Rechnung vergleichsweise im Schnitt nur 30 bis 50 Cent, rechnet die WKÖ vor.

 

Die von der WKÖ initiierte Informationsoffensive mit dem Slogan "Jetzt wird richtig abgerechnet!" wird vom Finanzministerium, der Raiffeisen Informatik, der BDC EDV-Consulting und der Telekom Austria unterstützt. Die Kampagne soll über die gesetzlichen Vorgaben, die praktische Anwendung der digitalen Signatur und über die wesentlichen Kostenersparnisse für die Wirtschaft bei einem breiten Einsatz der E-Rechnung informieren.

 

SERVICE: Im Zuge der Informationsoffensive wurde unter der Nummer 0800 221 223 eine Gratis-Telefon-Hotline zur E-Rechnung installiert.

Ziel der E-Business-Community von APA-MultiMedia, dem Content-Provider für Portals und Mobile Devices, ist es, im Rahmen monatlicher Treffen mit Präsentationen über Innovationen und Markttrends sowie Podiumsdiskussionen ein schlagkräftiges Netzwerk für erfolgreiches E-Business durch Erfahrungs- und Informationsaustausch zu schaffen.

 

Die Partner-Unternehmen der APA-E-Business-Community sind:

- ANECON Software Design und Beratung GmbH www.anecon.com

- Capgemini Consulting Österreich AG www.at.capgemini.com

- diamond:dogs webconsulting GmbH www.diamonddogs.cc

- DIMOCO Direct Mobile Communications GmbH www.dimoco.at

- Direct Marketing Verband Österreich www.dmvoe.at

- economyaustria economyaustria.at

- Gentics Software GmbH www.gentics.com

- Hewlett Packard www.hp.com/at

- IT Solution GmbH www.itsolution.at

- Kapsch CarrierCom AG www.kapsch.net

- Microsoft Österreich www.microsoft.com/austria

- NextiraOne www.nextiraone.at

- SER Solutions Österreich GmbH www.ser.at

- T-Mobile Austria t-mobile.at

- Wirtschaftskammer Österreich wko.at

- APA-MultiMedia multimedia.apa.at

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