31. Oktober 2014, 14:31
Nach Protesten doch keine Internetsteuer in Ungarn
Nach massiven Protesten hat der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban die von ihm geplante Internet-Steuer vorerst zurückgezogen. "In ...
30. Oktober 2014, 13:41
Konica Minolta steigt bei IT-Start-up Wikitude ein
Der japanische Technikkonzern Konica Minolta steigt beim Salzburger IT-Start-up Wikitude ein. Damit haben die Salzburger eine weitere ...
30. Oktober 2014, 13:26
Gewinneinbruch bei Samsung
Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung hat im umkämpften Smartphone-Markt an Boden verloren. Nicht nur Apple mit seinen iPhones setzt ...
EBC-Newsletter #9/2010
Experten sehen Mobilfunkindustrie vor Umbruch
Foto: APA/Thomas Preiss - Bei einer Veranstaltung der APA-E-Business-Community diskutierten Experten über neue Erlösquellen durch "Apps" und Co.
Im Bild v.l.n.r. Thomas Wedl (Cellular), Engelbert Kerschbaummayr (Kapsch CarrierCom), Rainer Friedl (diamond:dogs), Robert Schweinzer (APA-MultiMedia), Clemens Schwaiger (Arthur D. Little) und Thomas Stern (Braintrust, Moderator).

Im Krisenjahr 2009 haben die Handynetzbetreiber zum Teil stark gelitten, die Umsätze stagnierten bestenfalls. Für die notwendige Butter aufs Brot könnten Apps und Co. - also die mehr oder minder praktischen Anwendungen, die durch das iPhone einer breiten Masse bekannt geworden sind - sorgen. Allerdings haben die Mobilfunker diese Entwicklung verschlafen, gaben sich Experten bei einer Podiumsdiskussion der APA-E-Business-Community in Wien überzeugt.

 

"Die hohe Nachfrage nach mobilen Datendiensten könnte den Rückgang der Sprachumsätze kompensieren. Eine Umsatzsteigerung insgesamt ist allerdings nicht zu erwarten", so Clemens Schwaiger von Arthur D. Little Österreich. Getrieben werde der Markt derzeit von Smartphones und Datendiensten. Zwar müssten die Handynetzbetreiber den Geräteherstellern viel an "Stützung" zahlen - Stichwort "Null-Euro-Handy"-, andererseits würden Smartphone-Nutzer zwei- bis dreimal so hohe Umsätze generieren wie andere Handy-Telefonierer.

 

Bis zum Jahr 2015 würden jedenfalls 60 Prozent aller Mobilfunkkunden in Europa ein Smartphone verwenden. In Österreich seien es derzeit etwa 32 Prozent. Die mobilen Datendienste sollten in diesem Zeitraum jährlich um 25 Prozent wachsen, sagte Schwaiger. Gute Aussichten für die derzeit boomenden Apps, könnte man meinen. "Die Mobilfunker werden alles tun, um von diesem neuen Markt zu profitieren", erklärte der Berater.

 

Handynetzbetreiber sollten sich aber nicht nur auf das iPhone verlassen, sondern verstärkt Smartphones anderer Hersteller anbieten. "Damit reduzieren sie ihre zunehmende Abhängigkeit vom Ökosystem 'Apple' und verbessern die Profitabilität", so Schwaiger. Die Mobilfunker selbst würden derzeit großteils keinen Einstieg ins Contentgeschäft planen oder entsprechende neue Dienste anbieten. "Als reine Zugangsanbieter sehen sie sich aber auch nicht", erklärte der Experte.

 

Viel Potenzial für lokale Entwickler

"Die Industrie hat zehn Jahre darüber nachgedacht, wie Anwendungen aussehen oder funktionieren könnten. Aber erst wenn die Mobilfunker von außen jemand darauf hinweist, wie etwas gemacht werden kann, funktioniert das Geschäftsmodell", kritisierte Rainer Friedl vom Consulter diamond:dogs. Er sieht das Google-Handybetriebssystem Android "als das Linux der Zukunft" und insgesamt viel Potenzial für lokale Entwickler von Apps, "denn jeder Markt hat seine spezifischen Anforderungen".

 

Es sei zwar einiges probiert worden, so Thomas Wedl von Cellular, einem Anbieter von mobilen Anwendungen. Allerdings hätten die Handynetzbetreiber das Thema wirklich etwas verschlafen. Es stelle sich die Frage, ob Telekom-Unternehmen langfristig die Chance hätten, an den Einnahmen zu partizipieren, oder ob sie nur als Zugangsanbieter fungieren würden. Er ortet eine gewisse Verunsicherung in Österreich "auf was man setzen soll". Groß sei die Zurückhaltung auch in der Medienindustrie.

 

Verlage glauben an "riesengroße Chance" durch iPad

Durch das iPhone sei ein zartes Interesse der Verlage geweckt worden, im iPad werde schon eine "riesengroße Chance" gesehen, sagte Robert Schweinzer von APA-MultiMedia. Der Tablet-Computer könnte eine neue Form von Zeitung ermöglichen. Er glaube jedenfalls an Paid Content, allerdings brauche es dazu entsprechende Geschäftsmodelle. "Den Mobilfunkern bleibt - pessimistisch betrachtet - nur mehr übrig, Datenpakete und SMS zu verkaufen. Wer kennt schon Apps von Telcos?", so Schweinzer.

 

Die Mobilfunker könnten bei neuen Diensten sehr wohl mitmischen. Schließlich würde ihnen eine hohes Maß an Vertrauen entgegengebracht, gab sich Engelbert Kerschbaummayr von Kapsch CarrierCom überzeugt. Als mögliche Anwendungen sieht er Identitätsmanagement, Sicherheitslösungen oder E-Health. Allerdings würden sich neue Player in die vormals geschützte Wertschöpfungskette der Betreiber drängen: die Hersteller von Apps und Content-Provider.

 

SERVICE: Fotos vom Event sind hier abrufbar.

Facebook, Twitter & Co können Firmenimage ruinieren
Foto: Screenshot - Nestle reagierte laut Experten nicht optimal

Soziale Netzwerke im Internet wie Facebook und Twitter stellen für Unternehmen nicht nur eine Chance, sondern auch eine erhebliche Gefahr da, warnt Medienexpertin Julia Wippersberg vom Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien. Gefährlich sei die Eigendynamik, die das Unternehmen im weiteren Verlauf nicht mehr kontrollieren könne.

 

Nicht jeder "Fan" oder "Follower" sei auch ein Befürworter, so Wippersberg vor Journalisten. Allerdings riet die Expertin auch davon ab, sich ganz aus sozialen Netzwerken zurückzuziehen. Immerhin gäbe es auf Facebook zeitweise mehr Suchabfragen als auf Google. Wer also nicht vertreten sei, würde auch nicht gefunden.

 

Als Beispiel für ungeschickte Web 2.0-Öffentlichkeitsarbeit führte Wippersberg den Lebensmittelkonzern Nestle an. Das Unternehmen habe nach einem von Greenpeace auf YouTube veröffentlichten, kritischen Video über das Produkt Kitkat die betreffende Facebook-Seite eingestellt sowie Postings und das YouTube-Video entfernen lassen. Durch diesen Zensurversuch sei das Thema von der Online-Welt in die Offline-Welt gehievt worden und ein riesiger Imageschaden entstanden.

 

Firmen könnten Vorsorge treffen, indem sie Spezialisten für die unternehmenseigene Präsenz auf Social Media-Plattformen beschäftigten, und nicht, so Wippersberg, die ohnehin bereits überlastete interne Kommunikationsabteilung damit befassen. Interessantes Detail: Rund ein Drittel aller User-Postings und -Tweets aus sozialen Netzwerken beträfe Produkt- bzw. Markenempfehlungen.

Boom bei mobilen Bankgeschäften erwartet
Foto: APA/EPA - Handys werden primärer, digitaler Kanal für Finanzdienste

Bis 2015 wird die Zahl der Menschen, die Finanzdienste am Handy nutzen, weltweit auf 894 Mio. steigen. Im Jahr 2009 waren es erst 55 Mio. Das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 59,2 Prozent, ergibt eine aktuelle Studie des schwedischen Marktforschungsinstituts Berg Insight.

 

Der asiatisch-pazifische Raum werde sich dabei zum wichtigsten regionalen Markt entwickeln und für mehr als die Hälfte der User verantwortlich sein. Mobile Bankgeschäfte sollen aber auch eine Schlüsselrolle im Mittleren Osten und in Afrika spielen, wenn es darum geht, Menschen ohne Bankverbindung die Abwicklung von Finanzdiensten zu ermöglichen. In Europa und Nordamerika stünde hingegen die Erweiterung der existierenden Online-Banking-Angebote im Vordergrund, weil Handys immer häufiger als Internetzugang dienten. Im Jahr 2015 erwarten die Experten jedenfalls 115 Mio. Nutzer in Europa und 86 Mio. in Nordamerika.

 

"Die Zahl der Mobile-Banking-User hat sich weltweit von 2008 auf 2009 mehr als verdoppelt und sollte sich 2010 fast noch einmal verdoppeln. Handys sind in einer exzellenten Position der primäre, digitale Kanal für die Anbieter von Bank- und Finanzdiensten auf den Emerging Markets zu werden", erklärte Marcus Persson, Analyst bei Berg Insight. Mobilfunker könnten dabei eine wichtige Rolle spielen. Viel Potenzial habe neben klassischem Retailbanking auch der internationale Geldtransfer.

Digitale Dividende wird an Mobilfunker vergeben
Foto: APA-WebPic - Versteigerung ab 2011 möglich Im Tauziehen um die Digitale Dividende haben sich die Telekomunternehmen gegen die TV-Sender durchgesetzt. Die Frequenzen sollen nun für den Ausbau des mobilen (Breitband-)Internet, vor allem im ländlichen Raum, verwendet werden. Die Versteigerung kann frühestens Ende 2011/Anfang 2012 erfolgen und damit deutlich vor dem bisher genannten Jahr 2015.

 

Die Digitale Dividende betrifft den Frequenzbereich zwischen 790 und 862 Megahertz (MHz): Weil digitales Fernsehen mit einem deutlich "schlankeren" Signal auskommt als das ältere analoge TV, werden diese Frequenzen für die Ausstrahlung des digitalisierten Fernsehprogramms nicht mehr benötigt und können künftig anderweitig genutzt werden. Zuletzt haben sich Mobilfunker und TV-Anstalten ein heftiges Tauziehen um die Frequenzen geliefert. Eine von der Regierung in Auftrag gegebene Studie hat allerdings eine klare Präferenz pro Mobilfunk ergeben.

 

Infrastrukturministerin Doris Bures sieht darin "die Grundlage für Investitionen, neues Wachstum und Beschäftigung". Medienstaatssekretär Josef Ostermayer erwartet sich "eine neue Qualität der Informationsübertragung". Abhängen wird die tatsächliche Nutzbarkeit der Frequenzen durch die Mobilfunkunternehmen nach Einschätzung der beiden Politiker allerdings nicht nur vom Zeitpunkt der Vergabe, sondern auch von der Entwicklung in den östlichen Nachbarländern - konkret vom Zeitpunkt der Abschaltung des dort noch laufenden Analog-TVs.

 

Außerdem weisen Bures und Ostermayer darauf hin, dass noch Lösungen für andere "offene Fragen" in diesem Zusammenhang gefunden werden müssen. Beispielsweise befürchten Konzertveranstalter eine Störung der Funkmikrofone ihrer Tonanlagen, wenn Handys künftig im neuen Frequenzbereich funken. Ein ähnliches Problem könnte es bei manchen Kabel-TV-Kunden geben, deren Fernsehempfang gestört würde und deren TV-Boxen ausgetauscht werden müssten.

 

 

SERVICE: Die Studie ist auf der Website der RTR-GmbH unter http://www.rtr.at/de/komp/DigitaleDividende verfügbar.

Internetprovider lehnen Vorratsdatenspeicherung ab
Foto: APA - Kosten noch nicht absehbar

Zwei Drittel der österreichischen Internetzugangsanbieter sprechen sich gegen die Umsetzung der umstrittenen Vorratsdatenspeicherung aus. Ein Drittel will die Daten nur speichern, wenn es einen ausdrücklichen Auftrag eines Richters gibt, geht aus einer Umfrage unter den rund 200 Mitgliedern der Vereinigung der Österreichischen Internet Service Provider (ISPA) hervor. Für eine Umsetzung hat kein einziger Provider plädiert.

 

Die durch die Einführung der Vorratsdatenspeicherung im ersten Jahr auftretenden Kosten (Installation und Betrieb) sind für die Hälfte der Provider (49 Prozent) noch nicht absehbar. Jeweils 21 Prozent erwarten Aufwände von bis zu 50.000 Euro beziehungsweise von 50.000 bis 150.000 Euro. Rund jeder zehnte ISP (neun Prozent) geht davon aus, dass bis zu 500.000 Euro fällig werden.

 

"In Deutschland gibt es für die Provider keinen Kostenersatz, in Österreich ist das glücklicherweise anders. Allerdings weiß man nicht, ob das nicht zu niedrig angesetzt wird", gab ISPA-Generalsekretär Andreas Wildberger im Gespräch mit den APA-Branchendiensten zu bedenken. Wichtig sei vor allem für die kleineren Betriebe, dass die Kosten gleich abgegolten werden "und nicht in ein oder zwei Jahren". Außerdem fordere man eine Übergangsfrist von mindestens sechs Monaten.

 

Wildberger warnte außerdem davor, an der Ausnahme von der Speicherpflicht für Kleinunternehmen, darunter fallen mehr als die Hälfte der ISPA-Mitglieder, zu rütteln. Entsprechende Signale seien zu vernehmen. Der organisatorische Aufwand sei KMU allerdings nicht zumutbar. Zwei Drittel der Provider haben sich in der Umfrage jedenfalls dafür ausgesprochen, auf europäischer Ebene alle Hebel in Bewegung zu setzen, um "die Richtlinie an ihrem Ursprung abzuschaffen".

 

Die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung (Data Retention) verpflichtet alle Mitgliedstaaten dazu, Verkehrsdaten aus Telefonnetzen und dem Internet mindestens sechs Monate zu speichern. In Deutschland hat das Bundesverfassungsgericht Anfang März das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung nach Beschwerden von mehr als 34.000 Bürgern gekippt.

Ziel der E-Business-Community von APA-MultiMedia, dem Partner für multimedialen Content und redaktionelles Outsourcing, ist es, im Rahmen monatlicher Treffen mit Präsentationen über Innovationen und Markttrends sowie Podiumsdiskussionen ein schlagkräftiges Netzwerk für erfolgreiches E-Business durch Erfahrungs- und Informationsaustausch zu schaffen.

 

Die Partner-Unternehmen der APA-E-Business-Community sind:

- Capgemini Consulting Österreich AG www.at.capgemini.com

- CELLULAR GmbH www.cellular.at

- diamond:dogs webconsulting GmbH www.diamonddogs.cc

- economyaustria economyaustria.at

- Hewlett-Packard www.hp.com/at

- Kapsch CarrierCom AG www.kapsch.net

- Microsoft Österreich www.microsoft.com/austria

- NAVAX Consulting AG www.navax.at

- NextiraOne www.nextiraone.at 

- SAP Österreich GmbH www.sap.at  

- Telekom Austria www.telekom.at

- UC4 Software www.uc4.com 

- WirtschaftsBlatt Verlag AG www.wirtschaftsblatt.at  

- Wirtschaftskammer Österreich www.wko.at

- APA-MultiMedia multimedia.apa.at

27. November 2014
30. Oktober 2014
Maschinenzeitalter: Digitalisierung verändert nicht nur Industrie radikal