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EBC-Newsletter #23/2009
Ein Jahr Rezession: IKT-Branche sieht Licht und Schatten
Foto: APA/Thomas Preiss - Bei einer Veranstaltung der APA-E-Business-Community diskutierten Experten über Licht und Schatten in der IKT-Branche (v.l.n.r.): Thomas Stern (Braintrust, Moderator), Marcus Hebein (APA-MultiMedia), Bernd Bugelnig (Capgemini), Christian Plaichner (UC4 Software) und Jürgen Thir (Telekom Austria).

Alles schlimmer als gedacht, oder doch eine Chance, die es zu nutzen gilt: Die Krise ist zwar auch in der IT- und Telekombranche angekommen, heimische Betriebe gehen aber durchaus unterschiedlich damit um, wie eine Podiumsdiskussion der APA-E-Business-Community zeigte.

 

Die österreichischen IT-Leiter (CIOs) größerer Unternehmen haben Ende 2008 einen Rückgang ihres heurigen Budgets in Höhe von 10 Prozent prognostiziert, tatsächlich sind es 16 Prozent geworden. "Damit war die Entwicklung schlechter als gedacht", verwies Bernd Bugelnig von Capgemini auf das vorläufige Ergebnis einer Studie des Managementberaters. Rechneten Ende des Vorjahres noch 40 Prozent mit sinkenden Budgets, musste in der Realität die Mehrheit der befragten CIOs sparen: In der Privatwirtschaft waren es laut Erhebung 80 Prozent, im öffentlichen Bereich rund 40 Prozent.

 

Allerdings sehen die IT-Leiter die Krise nicht als "so großes Problem", sondern auch als Chance, ihr Image im Unternehmen zu verbessern. Sie positionieren sich stärker als Partner, der Unterstützung in schwierigen Zeiten bietet, so Bugelnig. Hatten die CIOs im Vorjahr noch erwartet, Projekte verschieben zu müssen (85 Prozent), so sei dies tatsächlich nur im Notfall passiert. Aktuell würde eher auf Neuverhandlungen von Lieferantenverträgen gesetzt (67 Prozent).

 

Pläne für die "Nach-Krisen-Zeit"

Manche Unternehmen hätten bereits die Pläne für die "Nach-Krisen-Zeit" in der Schublade und daher auch die IT-Budgets nicht reduziert, um sich nicht "selbst den Hals abzuschnüren". Dadurch könnten sie beim Aufschwung schneller mit neuen Produkten und Services am Markt sein und die derzeit vermehrt verfügbaren hochqualifizierten Mitarbeiter aufsammeln. "Die CIOs sehen die Chance, ihr Image als Kostenverursacher abzuschütteln und als wichtiger Faktor wahrgenommen zu werden", sagte der Experte.

 

Rückläufige Entwicklungen im Telekomsektor, die das Geschäftsfeld IT etwas bremsen, hat die Telekom Austria (TA) zu verzeichnen. Nach einem "punktuell gescheiterten Versuch", mit Themen wie Enterprise Resource Planning in diesen Bereich einzusteigen, sei die Konzentration auf Kommunikationsprozesse bzw. "Telekom-nahe Informationstechnologie" geglückt, so Jürgen Thir von der TA. Dadurch soll "der Verlust an Minuten und Anschlüssen aufgefangen werden".

 

Konvergenzlösungen bei KMU gefragt

Generell habe man "keine rosigen, aber auch keine schlechten Zahlen aufzuweisen", erklärte Thir. Auf die Preissensibilität von Kleinkunden und Privaten sei mit Konvergenzlösungen reagiert worden, weshalb sich die TA im KMU-Bereich sehr gut aufgestellt sieht. "Bei den Großunternehmen spüren wir zwar was, aber weniger als erwartet", sagte der Manager. Besonders die öffentliche Hand investiere in Zukunfts-Themen, in der Industrie- und Automobilbranche sei die Situation schwieriger.

 

In einigen Bereichen gebe es massive Einbrüche, im IT-Prozessmanagement sei davon aber nichts zu spüren, erklärte Christian Plaichner von der auf Automatisierung spezialisierten UC4 Software: "Man könnte behaupten, wir profitieren von der Krise." Derzeit würden sich zwei Kategorien von Firmen herauskristallisieren: Unternehmen, die die Krise als Chance sehen und investieren, und andere, die Projekte stoppen und abwarten. Erstaunlich stark sei die Nachfrage aus der Finanzwirtschaft.

 

Erlösquellen splitten sich auf

Auch in der Medienbranche steige die Anzahl der IT-Projekte, konstatierte Marcus Hebein von der APA - Austria Presse Agentur. Einen Grund dafür sieht er neben der Wirtschaftskrise in der schon vorher bestehenden Strukturkrise. "Die Erlösquellen splitten sich auf. Das eine und einzige Geschäftsmodell existiert nicht mehr", so Hebein.

 

Von der IT-Branche entwickelte Tools würden von den Konsumenten teilweise gänzlich anders genutzt, als erwartet. "Wir müssen uns Gedanken darüber machen, wie wir daraus Geschäftsmodelle entwickeln. Derzeit ist die Situation schwierig, aber vielleicht blicken wir in ein paar Jahren zurück und sagen: Das war die spannendste Zeit, die die Branche jemals erlebt hat", sagte Hebein.

 

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Kritik an Stillstand in heimischer IT-Politik
Foto: UBIT - UBIT-Obmann sieht Probleme auf Branche zukommen

In Österreich gibt es von politischer Seite keine IT-Strategie, keine koordinierende Stelle und auch sonst "geschieht hinter den Türen nicht mehr als davor - also nichts", erklärte Alfred Harl, Obmann des Fachverbands Unternehmensberatung und Informationstechnologie (UBIT) in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), im Gespräch mit den APA-OnlineJournalen.

 

Der IKT-Masterplan sei nicht umgesetzt worden, die IKT-Task Force tage nicht mehr. "Bewegt wurde gar nichts. Und es gibt auch keine Auskünfte darüber, wie es weiter gehen soll", so Harl. Österreich falle in allen Bereichen zurück. Lediglich beim E-Government liege man laut Rankings noch recht gut. Aber auch hier sei Österreich "nicht innovativ und nicht flott unterwegs". "Der Content und damit der Nutzen fehlen", sagte Harl.

 

Derzeit werde, wenn es um IKT geht, ausschließlich über Breitbandnetze gesprochen. "Sicher kann man diskutieren, wieviel Prozent Glasfaserabdeckung es geben soll. Aber die Zukunft darf nicht Personen aus dem Bereich Infrastruktur überlassen werden", kritisierte der Verbandsobmann.

 

Riesige Probleme würden der Branche auch im Bereich Personal bevor stehen: "Der IT-Nachwuchs fehlt, der Frauenanteil ist zu niedrig und es gibt kaum Zuzug aus dem Ausland", stellte Harl fest. Bis zum Jahr 2020 werde die anstehende Pensionierungswelle außerdem eine Lücke reißen, die nicht zu füllen sei. "Bereits jetzt kann jede zweite Stelle nicht qualifiziert besetzt werden", sagte Harl.

Elektronische Amtswege ab 2010 auch per Handy
Foto: APA-OTS/BKA - Schub für Anwendungen im Bereich E-Government

Österreich hat laut einer europaweiten Vergleichsstudie seinen Spitzenplatz im E-Government verteidigt und plant für 2010 eine Neuerung: Künftig soll es möglich sein, Amtswege per Handy zu erledigen. Bürgerkarte und entsprechende Kartenlesegeräte sind dann für die elektronische Signatur nicht mehr notwendig. Präsentiert wurde dies bei einer in Malmö (Schweden) abgehaltenen E-Government-Ministerkonferenz.

 

Im Bundeskanzleramt erwartet man, dass dies den elektronisch abgewickelten Amtswegen einen starken Schub verleihen wird. Derzeit nutzen einige 100.000 Österreicher die Bürgerkartenfunktion von E-Card, Studentenausweis oder Bankomatkarte. Gänzlich online unterwegs sind bereits Notare, Rechtsanwälte und Steuerberater, erklärte Christian Rupp, Sprecher der Plattform "Digitales Österreich", gegenüber der APA.

 

Österreich ist laut Rupp das erste Land, das - mit EU-Unterstützung - eine Lösung für das Mobiltelefon entwickelt hat. Sie soll künftig unabhängig vom jeweiligen Handyprovider zur Verfügung stehen und kann auch in andere Länder exportiert werden.

 

Anlässlich der Ministertagung in Malmö wurde eine Benchmark-Studie präsentiert, bei der Österreich wie in den Jahren zuvor unter 31 europäischen Ländern (EU-27 sowie Kroatien, Island, Schweiz und Norwegen) ganz vorne liegt. Bei den 20 untersuchten Services (von Steuerangelegenheiten über die Reisepass-Ausstellung bis zur Auto-Anmeldung) erreicht Österreich den Bestwert von 100 Prozent.

 

Erstmals haben auch Malta, Portugal und das Vereinigte Königreich zu diesem Spitzenergebnis aufgeschlossen. Kleine Abstriche für Österreich gibt es laut Studie bei der Nutzung von E-Government, was auf die generelle Internet-Verbreitung und den Zugang zu Breitbandanschlüssen zurückgeführt wird.

Vorratsdatenspeicherung derzeit in Begutachtung
Foto: APA/EPA - Verkehrs- und Standortdaten sechs Monate lang abrufbar

Infrastrukturministerin Doris Bures (S) hat den Gesetzesentwurf zur Vorratsdatenspeicherung in Begutachtung geschickt. Im Jahr 2006 wurde von der EU eine entsprechende Richtlinie erlassen - die EU-Kommission hat Österreich bereits wegen Nichtumsetzung geklagt. Die Regelung, die nun doch realisiert werden soll, sieht die mehrmonatige Speicherung von Telefon- und Internetdaten aller Bürger ohne Verdachtsmomente vor.

 

Gespeichert werden sollen laut dem Entwurf zur Novelle des Telekommunikationsgesetzes "Verkehrs- und Standortdaten". Konkret handelt es sich dabei im Zusammenhang mit Telefonaten um den Namen und die Anschrift der anrufenden und der angerufenen Person sowie deren Telefonnummern, außerdem werden Datum, Uhrzeit, Dauer und Ort des Gesprächs festgehalten. Erfasst von der Speicherung der Daten sind auch SMS, MMS und ähnliche Dienste.

 

In Bezug auf Internetkommunikation (inklusive Internettelefonie) werden IP-Adressen, Datum und Uhrzeit von An- und Abmeldungen bei E-Maildiensten, E-Mailadressen von Sendern und Empfängern sowie deren Name und Anschrift gespeichert. Inhalte selbst dürfen laut dem Entwurf nicht gespeichert werden, ebensowenig Daten über im Internet aufgerufene Adressen. Das Infrastrukturministerium wies allerdings selbst in den Erläuterungen zur Novelle auf die Problematik hin, dass gegebenenfalls auch "Verkehrsdaten" Aufschluss über den Inhalt geben könnten, etwa bei Anrufen bei der Aidshilfe oder anderen Beratungsstellen.

 

Sinn der Vorratsdatenspeicherung ist es, Ermittlungsbehörden Daten zum Zweck der "Ermittlung, Feststellung und Verfolgung von schweren Straftaten" zur Verfügung zu stellen. Was als schwere Straftat gilt, muss erst noch vom Justizministerium in der Strafprozessordnung definiert werden. Mit gerichtlicher Bewilligung können die Behörden schon jetzt bei allen Straftaten auf Daten zurückgreifen, die die Betreiber etwa für die Rechnungserstellung gespeichert haben. Auch um an die Vorratsdaten zu kommen, ist eine gerichtliche Bewilligung notwendig - außer es handelt sich um eine "Abwehr einer konkreten Gefahr für das Leben oder die Gesundheit eines Menschen".

 

Die Dauer der Datenspeicherung soll sechs Monate - die von der EU vorgegebene Mindestfrist - betragen. Danach müssen die Betreiber das Datenmaterial löschen. Für den Mehraufwand der Unternehmen ist durch eine Verordnung ein "angemessener Kostenersatz vorzusehen". Jede Anfrage und Auskunft zu den Vorratsdaten muss protokolliert werden - die entsprechenden Aufzeichnungen können auch von der Datenschutzkommission, die für die Kontrolle der Vorschriften zuständig ist, verlangt werden. Die Begutachtung der Novelle dauert noch bis 15. Jänner.

Ziel der E-Business-Community von APA-MultiMedia, dem Partner für multimedialen Content und redaktionelles Outsourcing, ist es, im Rahmen monatlicher Treffen mit Präsentationen über Innovationen und Markttrends sowie Podiumsdiskussionen ein schlagkräftiges Netzwerk für erfolgreiches E-Business durch Erfahrungs- und Informationsaustausch zu schaffen.

 

Die Partner-Unternehmen der APA-E-Business-Community sind:

- Capgemini Consulting Österreich AG www.at.capgemini.com

- CELLULAR GmbH www.cellular.at

- diamond:dogs webconsulting GmbH www.diamonddogs.cc

- economyaustria economyaustria.at

- Hewlett-Packard www.hp.com/at

- IT Solution GmbH www.itsolution.at

- Kapsch CarrierCom AG www.kapsch.net

- Microsoft Österreich www.microsoft.com/austria

- NAVAX Consulting AG www.navax.at

- NextiraOne www.nextiraone.at 

- seeyou 3.0 www.seeyou.at  

- Telekom Austria www.telekom.at

- UC4 Software www.uc4.com 

- WirtschaftsBlatt Verlag AG www.wirtschaftsblatt.at  

- Wirtschaftskammer Österreich www.wko.at

- APA-MultiMedia multimedia.apa.at

30. Oktober 2014
26. September 2014
Content Marketing & Co: Wie man heute Kunden erreicht