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EBC-Newsletter #11/2011
Lokale Online-Dienste kommen laut Experten in Fahrt
Foto: APA/T. Preiss - Im Bild v.l.n.r. Thomas Wedl (Cellular), Alexis Johann (WirtschaftsBlatt Digital), Robert Schweinzer (APA-MultiMedia), Rene Eres (Ericsson Austria), Karl Rehrl (Salzburg Research) und Florian Niedersüss (A1 Telekom Austria)

Smartphones, benutzerfreundliche Anwendungen und Geo-Daten: Mehr braucht es nicht, um den lange angekündigten Siegeszug der ortsbezogenen Dienste doch noch auf Schiene zu bringen. Wohlgemerkt, was die Nutzung betrifft, bei den Geschäftsmodellen herrscht noch Ratlosigkeit, erklärten Experten bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der APA-E-Business-Community in Wien.

 

Die Voraussetzung für einen Erfolg am Massenmarkt - Handys mit GPS, Kompass und Co., Apps als neues Modell und ein leichterer Zugang zu ortsbezogenen Daten - seien jedenfalls bereits vorhanden, so Karl Rehrl von der Salzburg Research Forschungsgesellschaft. Vor allem die notwendigen Geo-Daten hätten bisher ein Problem dargestellt. Bei der Entwicklung einer App, die beim Blick durch die Handykamera auf ein Gebirge die Gipfelnamen und Höhenangaben einblendet, habe man bemerkt, wie schwierig es ist, an entsprechende Informationen zu kommen.

 

Fündig geworden sei man letztlich bei der "freien Weltkarte OpenStreetMap" - einem Crowdsourcing-Projekt, sagte Rehrl. Dabei werden die Inhalte eines Dienstes gemeinschaftlich von ihren Nutzern erstellt bzw. Aufgaben an unbekannte Akteure ausgelagert. Auch bei manchen Echtzeit-Verkehrssystemen fungiere die Masse der Autofahrer bereits als Datenlieferanten, weil Bewegungsprofile an Navigationsanbieter übertragen werden. "Die Bürger werden zu Sensoren", erklärte der Experte. Zu so detaillierten Daten zu kommen, sei auf anderem Weg kaum mehr finanzierbar.

 

"Der User wird nicht zahlen"

Auf für Unternehmen interessanten Datenbergen sitzen auch die Mobilfunker. "Aus anonymen Bewegungsströmen lassen sich spannende Anwendungen basteln", gab sich Florian Niedersüss von A1 Telekom Austria überzeugt. Man könne aus den Positionsveränderungen von Millionen SIM-Karten beispielsweise errechnen, wo es staut, oder auswerten, wie viele Menschen sich wann auf einer Einkaufsstraße wohin bewegen. Am Massenmarkt sehe er - im Unterschied zum Unternehmensbereich - derzeit aber kein funktionierendes Geschäftsmodell. "Der User wird nicht zahlen", so Niedersüss.

 

Die ersten ortsbezogenen Dienste seien an der noch nicht ausgereiften Technik und den damals sehr teuren Geo-Daten gescheitert, ergänzte Thomas Wedl von Cellular. Jetzt könne jeder einzelne Entwickler über offene Schnittstellen auf Ortsinformationen zugreifen. "Dadurch entstehen gerade viele Möglichkeiten", so Wedl. Durch eine neue App, die zwischen Kunden und Chauffeur auf Basis von ortsbezogenen Informationen vermittelt, würden sich beispielsweise Taxi-Fahrer die Provisionszahlungen an die Funkzentrale sparen können.

 

Informationen nur bei Vertrauen

"Wenn wir wüssten, wo sich unsere Leser aufhalten - etwa in Russland, könnten wir ihnen maßgeschneiderte Informationen aufs Handy schicken", sagte Alexis Johann von WirtschaftsBlatt Digital. Ihm sei aber bewusst, dass sich die Umsetzung wohl schwierig gestalten würde. Der Erfolg von lokalen Diensten hänge von der Bereitschaft der User ab, Informationen über sich herzugeben. Dies setze viel Vertrauen voraus. Im Industriebereich seien ortsbezogenen Services bereits sehr wichtig, "bei den Endkunden ist man noch etwas auf der Suche", so Johann.

 

"Die Frage ist, bei welchen Inhalten die Anreicherung mit Geo-Code nützlich ist. Außerdem gibt es viele Bereiche, wo man sich nicht auf die von der Crowdsourcing-Community bereitgestellten Daten verlassen kann", gab Robert Schweinzer von APA-MultiMedia zu bedenken. Erste Ansätze, wie Journalisten auf die neuen Herausforderungen reagieren könnten, sieht er beispielsweise in Augmented-Reality-Anwendungen. "Aber hier stehen wir erst am Beginn. Aktuell entwickeln wir lokale Dienste in den Bereichen Sport und Datenjournalismus", so Schweinzer.

 

Während derzeit vor allem die User selbst Abfragen initiieren und ihren Aufenthaltsort bekannt geben, würden künftig netzbasierte Dienste neue Dimensionen im Bereich Marketing, öffentliche Warnsysteme und verkehrsbezogene Dienste eröffnen, meint Rene Eres von Ericsson Austria. Er sieht vor allem in der "Machine to Machine"-Kommunikation großes Potenzial, also wenn SIM-Karten sich direkt miteinander "unterhalten".

 

SERVICE: Fotos zum Event

Impulsreferat: Karl REHRL, Salzburg Research

Mobilfunker wollen mit neuen Services punkten
Foto: APA/dpa - Branche setzt auf "Cloud-Services" und M2M-Kommunikation

Bereits 23 Prozent der Österreicher nutzen ihr Handy für Internetanwendungen, acht Prozent verwalten ihre Einträge auf Facebook & Co unterwegs, ergibt eine aktuelle Umfrage des Gallup-Institutes. 45 Prozent der Breitbandanschlüsse in Österreich sind mobil. Im Schnitt versendet jeder Kunde laut Zahlen des Forum Mobilkommunikation (FMK) rund 200 Megabyte an Daten pro Monat.

 

Die massive Internetnutzung via Smartphone ist der boomende Zweig des Mobilfunkmarkts. Auf ihr liegen auch die Hoffnungen der Provider, endlich wieder Geld zu verdienen. Denn trotz erneuter Rekordzahlen im vergangenen Jahr, die Zahl der mobilen Gesprächsminuten hat sich im Jahresvergleich um 3,8 Prozent auf 22 Mrd., die Zahl der SMS um 10,3 Prozent auf 6,4 Mrd. Euro erhöht, klagt die Branche über sinkende Umsatzzahlen. 2010 habe man 4,8 Prozent weniger als im Jahr zuvor erwirtschaftet, was rund drei Mrd. Euro entsprechen würde.

 

"Der Markt ist schwierig", kommentierte Rüdiger Köster, Präsident des Forum Mobilkommunikation und Vorstandsmitglied von T-Mobile Österreich, diese Situation. Ertragschancen erhofft man sich von neuen Dienstleistungen und Einsatzgebieten. So will man mit "Cloud-Services" punkten. Solide Erträge erwartet Köster auch von der Maschinen-zu-Maschinen-Kommunikation, wie sie beispielsweise zunehmend in Autos zum Einsatz kommt.

 

Beim Infrastrukturausbau fordert man eine Kostenbeteiligung von Internetgiganten wie Google und Facebook. "Die, die das Netz am intensivsten nutzen, müssen sich auch am Netzausbau beteiligen", fordert Köster, der diese Debatte aber erst am Anfang sieht. Man kämpfe aber zunehmend, wie man hier zu einer "faireren Verteilung" kommen könne. Allein im Jahr 2011 wollen die heimischen Mobilfunker 700 Mio. Euro investieren.

HP siegte bei Festplattenabgabe vor Gericht
Foto: APA - Urteil ist nicht rechtskräftig

Das Technologieunternehmen Hewlett Packard (HP) hat im Streit um die im Oktober 2010 eingeführte Festplattenabgabe einen Etappensieg verbucht. Die Verwertungsgesellschaft Austro Mechana wurde geklagt, weil HP die Abgabe für rechtswidrig hält. In erster Instanz hat Hewlett Packard nun Recht bekommen.

 

Mit dem - nicht rechtskräftigen - Urteil des Handelsgerichts (HG) Wien sind aber beide Streitparteien nicht wirklich zufrieden, ist doch die Begründung der Richterin nach Meinung eines Involvierten recht dürftig ausgefallen. Es wird sogar befürchtet, dass das Berufungsgericht den Fall wieder an das Erstgericht zurückverweist. Damit würde es noch länger dauern, bis eine höchstgerichtliche Entscheidung - und damit Rechtssicherheit - vorliegt.

 

Die Digitalisierung von Musik und Co. hat puncto Urheberrecht viele rechtliche Fragen aufgeworfen, werden doch Lieder schon lange nicht mehr auf Kassetten, sondern auf Festplatten gespeichert. Die Künstler schauen dabei vielfach durch die Finger. Im Vorjahr wurde dann die aus den 1980er Jahren stammende Regelung auf Festplatten ausgeweitet, laut Austro Mechana fallen für die Mehrheit der betroffenen Festplatte 12 bis 15 Euro an. Bei Computerhändlern sorgte dies für einen regelrechten Aufschrei, auch die Internetwirtschaft und die Arbeiterkammer wetterten gegen die Abgabe.

 

Der Entscheid des HG dürfte nicht unbedingt Klarheit bringen. Laut der Richterin ist das sogenannte "Gericom-Urteil" aus 2005 "zu 100 Prozent auf den gegenständlichen Rechtsstreit anwendbar". Damals sei der OGH zur Erkenntnis gekommen, dass Festplatten für Computer, "die in wirtschaftlich nicht zu vernachlässigendem Ausmaß multifunktional verwendet werden", nicht der Leerkassettenvergütung unterliegen. "Nach wie vor", so das HG, würden Festplatten für Computer multifunktional verwendet, was nicht einmal von der Beklagten bestritten werde.

 

Die Richterin sieht aber die Politik gefordert: "Außerdem ist neuerlich darauf zu verweisen, dass im Fall einer notwendigen Rechtsfortbildung es Sache des Gesetzgebers ist Klarheit zu schaffen, da, wie der OGH ausführt, die Gerichte keinesfalls berechtigt sind, den technischen Fortschritt zum Anlass zu nehmen um im Wege der Auslegung rein rechtspolitische Aspekte zu berücksichtigen und dabei Gedanken in das Gesetz hineinzutragen, die bisher in ihm noch nicht enthalten sind."

Hybrid-TV auf dem Vormarsch
Foto: Screenshot - TVthek soll auf den Fernsehbildschirm

RTR-Geschäftsführer Alfred Grinschgl ist von der Zukunft des Hybrid-Fernsehens überzeugt. Mit Hilfe des offenen europäischen Standards HbbTV sollen künftig Internetangebote für TV-Bildschirme angepasst werden. Voraussetzung für den Abruf HbbTV-basierter Dienste ist eine Verbindung des Fernsehgeräts mit dem Internet.

 

Laut RTR stoßen Fernsehgeräte, die mittels Breitband-Anschluss auch Inhalte aus dem Internet darstellen können, also sogenannte "connected TVs", auf "rasant wachsendes Interesse bei den Konsumenten". Rund 175.000 solcher "connectable devices" seien im Vorjahr in Österreich abgesetzt worden - das sind rund 20 Prozent aller im vergangenen Jahr verkauften Flachbildschirme. Die RTR zitiert in ihrer Aussendung Expertenschätzungen, denen zufolge in etwa fünf Jahren rund 80 Prozent aller stationären TV-Geräte Internet-fähig sein werden.

 

Auf diesen Trend reagiert nun auch der ORF und macht ernst mit seiner Ankündigung, die "ORF TVthek" sowie die Internetplattform orf.at künftig auch auf Fernsehgeräten nutzbar zu machen. Ein entsprechendes Forschungsprojekt ist in der Onlinedirektion angesiedelt und wird von der RTR finanziell unterstützt: 204.000 Euro bekommt der ORF aus dem Digitalisierungsfonds, das entspricht 40 Prozent der Gesamtkosten, wie die Behörde bekanntgab.

Kampf ums digitale Portemonnaie entbrannt
Ausgebeulte Hosen könnten bald der Vergangenheit angehören. Statt des dicken Portemonnaies soll bald nur noch ein schlankes Smartphone ausreichen. Mit ihm lässt sich der Einkauf an der Supermarkt-Kasse oder Tankstelle bezahlen, die Theaterkarten sind ebenfalls auf dem Gerät hinterlegt, es dient als Schlüssel fürs Auto und als Wegweiser in einer unbekannten Stadt.

 

Das alles ist technisch schon seit Jahren machbar und geisterte immer wieder durch die Gazetten, doch die Umsetzung blieb eher Zukunftsmusik. Nun ist es wieder einmal der Quereinsteiger Google, der vorprescht. In Zusammenarbeit mit der Citibank und dem Kreditkartenanbieter Mastercard hat der Internetkonzern ein System aufgebaut, das bis zum Sommer zuerst die USA und später den Rest der Welt überziehen soll.

 

Von Googles Vorstoß wird eine Signalwirkung erwartet. Der Konzern hat sich mit seinem Android-Betriebssystem einen guten Teil des Smartphone-Markts gesichert und bringt nun die Rivalen Apple mit dem iPhone und Microsoft mit seinem Windows Phone unter Zugzwang. Dem Vernehmen nach arbeiten beide ebenfalls an Bezahlhandys. Sind die erstmal draußen, dürfte das Geschäft förmlich explodieren: Gartner schätzt, dass quasi aus dem Stand bis 2014 insgesamt 340 Millionen Menschen per Handy bezahlen werden und dabei 245 Mrd. Dollar (172 Mrd. Euro) ausgeben.

 

Hinter den Plänen von Google steckt NFC-Technik (Near Field Communication). Das Smartphone muss dafür mit einem NFC-Chip ausgerüstet sein. Die Kreditkarten-Daten werden dann in einer speziellen App - einem kleinen Zusatzprogramm - hinterlegt. Und parallel zum Bezahlen können noch Punkte für das Bonusprogramm des jeweiligen Händlers gutgeschrieben werden.

 

Mitsprache bei Milliarden-Geldströmen

Die Handyhersteller müssen sich nicht um die Zahlungsabwicklung sorgen, das erledigen wie bisher die Finanzkonzerne. Für diese bedeutet das Eindringen von Fremden in ihre Domäne dennoch eine Gefahr, denn plötzlich müssen sie ihre Kunden teilen und sind nicht mehr alleine Herr der Milliarden-Geldströme. Verlangen die Handyhersteller und vielleicht sogar die Mobilfunk-Betreiber am Ende ihren Anteil an den bisher so einträglichen Gebühren?

 

Der Online-Zahlungsabwickler PayPal, der zu Ebay gehört, hat Google bereits Stunden nach der Vorstellung des "Google Wallet" genannten Bezahlservices verklagt. Der Vorwurf: Übergelaufene Mitarbeiter hätten Firmengeheimnisse gestohlen, die Google dann für den Aufbau seines eigenen Handy-Bezahldienstes genutzt habe.

Ziel der E-Business-Community von APA-MultiMedia, dem Partner für multimedialen Content und redaktionelles Outsourcing, ist es, im Rahmen monatlicher Treffen mit Präsentationen über Innovationen und Markttrends sowie Podiumsdiskussionen ein schlagkräftiges Netzwerk für erfolgreiches E-Business durch Erfahrungs- und Informationsaustausch zu schaffen.

 

Die Partner-Unternehmen der APA-E-Business-Community sind:

- A1 Telekom Austria AG http://www.a1telekomaustria.at/

- CELLULAR GmbH http://www.cellular.at/

- CMS Reich-Rohrwig Hainz Rechtsanwälte www.cms-rrh.com

- diamond:dogs webconsulting GmbH www.diamonddogs.cc

- economyaustria economyaustria.at

- Ericsson Austria GmbH http://www.ericsson.com/

- Hewlett-Packard www.hp.com/at

- Kapsch www.kapsch.net

- Microsoft Österreich www.microsoft.com/austria

- NAVAX Consulting GmbH www.navax.at

- NextiraOne www.nextiraone.at 

- SAP Österreich GmbH http://www.sap.at/   

- WirtschaftsBlatt Verlag AG http://www.wirtschaftsblatt.at/  

- Wirtschaftskammer Österreich www.wko.at

- APA-MultiMedia multimedia.apa.at

27. November 2014
30. Oktober 2014
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