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EBC-Newsletter #19/2010
Kein "Kontrollverlust" durch Social-Media-Aktivitäten
Foto: APA/Thomas Preiss - Welche Spielregeln beim Social-Media-Marketing einzuhalten sind, diskutierten Expertinnen und Experten der APA-E-Business-Community in Wien – v.l.n.r.: Alexis Johann (WirtschaftsBlatt Digital), Christian Czaak (economy), Thomas Stern (Moderator/Braintrust), Susanne Soumelidis (Microsoft), Chris Budgen (diamond:dogs), Alf Netek (Kapsch), Sigrid Krupica (Grayling Austria) und Gerhard Laga (WKO).

Einfach eine Facebook-Seite einzurichten oder gelegentlich auf Twitter zu posten, ist laut Marketingexperten für einen nachhaltigen Unternehmenserfolg zu wenig. Es braucht eine konkrete Strategie und starke Unterstützung durch die Verantwortlichen. Welche Spielregeln beim Social-Media-Marketing einzuhalten sind, diskutierten Expertinnen und Experten kürzlich im Rahmen einer Podiumsdiskussion der APA-E-Business-Community in Wien.

 

Laut Sigrid Krupica von Grayling Austria wird die Gruppe der Konsumenten im Social Web immer größer, auch die Zahl der inaktiven Nutzer hat sich zwischen 2009 und heuer von 52 auf 17 Prozent reduziert. Drei der fünf meist besuchten Internetseiten in Österreich seien bereits Social Networks (Facebook, Wikipedia, YouTube). Sorgen über einen eventuellen Kontrollverlust von Unternehmen bei Social-Media-Aktivitäten macht sich Krupica nicht, die Inaktivität der Firmen in diesem Bereich "ist der eigentliche Kontrollverlust". Die Kunden im Web 2.0 sieht sie als "permanente Fokusgruppe".

 

Ausreichende Ressourcen notwendig

Firmen müssten sich im Web 2.0 präsentieren, meinte Christian Czaak von economyaustria. Hier würden sich besonders Chancen für Jungunternehmen bieten. Allerdings sollten ausreichende Ressourcen dafür geschaffen werden. Risiken für die Sicherheit sieht Czaak hingegen keine. Vielmehr könnten Kontakte günstig erworben werden, vor allem im Gegensatz zu klassischen Medien.

 

Für Alf Netek von Kapsch sind Social Media hingegen ein "tolles Utopia". Die Kunden seien Teil einer "digitalen Horde", zugleich aber auch clevere Konsumenten, die nach Beziehungen suchen. Entscheidend für Kundenbeziehungen sei die Authentizität. Zum wirtschaftlichen Erfolg im Web 2.0 müssten Unternehmen zwei Drittel und Kunden ein Drittel beisteuern. Im Umgang mit Mitarbeitern spricht er sich für Social-Media-Guidelines aus, um ganz klar Grenzen in der Kommunikation aufzuzeigen.

 

Dass Kommunikation ohnehin passiert - mit oder ohne Social Media - ist für Chris Budgen von diamond:dogs evident. Lediglich die Kommunikationskanäle würden sich ändern. Entscheidend sei aber nach wie vor das Produkt. Im Mittelpunkt würde das "Listening-Prinzip" stehen. Um die Wirkung von Social-Web-Maßnahmen abschätzen zu können, braucht es laut Budgen konkrete Handlungsanweisungen. Hier sei das gesamte Unternehmen, vor allem die Bereitschaft des CEO, gefordert.

 

Susanne Soumelidis von Microsoft Österreich sieht als wichtigen Aspekt von Social Media die Geschwindigkeit der Verbreitung. Unternehmen sollten in diesem Bereich "klein starten", Kampagnen müssten durchgehend gestaltet werden. Wichtig sei die Überprüfung der Wirkungen. Als Instrument für Geschäftsabschlüsse seien Social-Media-Auftritte nicht geeignet, aber umso wichtiger, wenn es darum geht, Stimmungen in der Community abzuklären. Zentral sei die Frage der messbaren Reichweite, um die Aktivitäten eines Unternehmens bewerten zu können. Puncto Sicherheit rät Soumelidis "nicht in die Rechtfertigungsfalle zu tappen". Zudem gebe es auch Regulative in der Community.

 

Potenzial von Mitarbeitern nutzen

Ängste der Führungsspitze, dass die Mitarbeiter im Social Web zu viele Daten über ihr Unternehmen preisgeben, sind laut Gerhard Laga von der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) nicht unbegründet. Mitarbeiter sollten dahingehend gebildet, aber nicht geknebelt werden. Nur so könne das Potenzial der Angestellten genutzt werden. Mit Twitter-Feeds habe man bisher positive Erfahrungen gesammelt, beim jüngsten E-Day der Wirtschaftskammer sei bereits ein Viertel der Besucher nicht physisch anwesend gewesen.

 

Die Social-Media-Plattform eines Unternehmens könne von vielen Gruppen (Journalisten, Web-2.0-Profis, Agenturen) betreut werden, meinte Alexis Johann von WirtschaftsBlatt Digital. Allerdings sei der marketingtechnische Nutzen von Web 2.0 noch gering. So seien in den USA 25 Prozent aller mittelständischen Unternehmen im Social Web aktiv, konkrete Abschlüsse gebe es allerdings kaum. Generell müsse eine Nachricht etwas Sensationelles enthalten, um sich via Social Media rasch zu verbreiten.

 

Für die Zukunft erwartet Soumelidis ein Nebeneinander aller bisherigen und neu hinzukommenden Medien, wichtig sei lediglich die Bewertung. Krupica hielt fest, dass Social Media in Österreich noch wenig ausgebaut sind. Sie hofft hier auf die "digital natives". Für Netek muss permanent Verbindung mit dem Zielpublikum hergestellt werden, entscheidend bleibe die Unterscheidbarkeit. Unternehmen sollten den Mut haben, "sich für den aktiven Teil dieser Kommunikation zu öffnen", meinte Budgen. Laga ortet "location based services" als nächsten logischen Schritt. Hier gelte es aber Herausforderungen, etwa in puncto Datenschutz, zu meistern. Johann wiederum verwies auf den Umstand, dass Social-Media-Plattformen (Beispiel myspace) oft sehr schnell ihren Zenit erreichen und dann meist von anderen Angeboten abgelöst werden.

 

SERVICE:
Fotos zum Event

 

Videos zum Event:
Einleitung: Thomas Stern
Impulsreferat: Sigrid Krupica/Grayling Austria
Podiumsdiskussion
Publikumsdiskussion

Nur jede 17. Akademikerin arbeitet im IT-Bereich
Foto: Fotodienst/Anna Rauchenberger - Branchengrößen wollen Österreich "IT-fit" machen. Informationstechnologie (IT) ist männlich, nur jede vierte in dem Sektor beschäftigte Person ist eine Frau. Im Hardwarebereich ist gar nur jede zehnte weiblich und nur jede 17. Akademikerin arbeitet im klassischen IT-Sektor. Das soll sich ändern, so die Initiatoren der "IT-Initiative.at" unter Federführung von Arbeitsminister Rudolf Hundstorfer (S).

 

Im Jahr 2014 würden weniger als zehn Prozent aller Jobs ohne IT-Wissen auskommen, erklärte Hundstorfer bei der Präsentation der "IT-Fitness-Initiative". Bereits heute würden zwei Drittel aller Menschen in Österreich mit dem PC arbeiten, so Petra Jenner, Geschäftsführerin von Microsoft Österreich. Auffallend ist laut Cisco Österreich-Chef Achim Kaspar, dass laut einer europäischen Studie Mädchen und Burschen bis zum 18. Lebensjahr die gleichen IT-Kenntnisse haben.

 

Die am schnellsten wachsende User-Gruppe sind allerdings nicht die Personen im arbeitsfähigen Alter, sondern die Pensionisten. "Wenn man nicht dabei ist kann man nix, weiß man nix und ist man nix", zitierte die Chefin der Plattform Seniorkom.at, Gerlinde Zehetner, aus einem Mail. Seniorkom.at ist eine überparteiliche Initiative des österreichischen Seniorenrates. Das Internetportal hat inzwischen 3.000 Hobbyreporter.

 

Präsentiert wurde auch ein Projekt von T-Systems Österreich mit der Initiative lobby.16. Diese kümmert sich um unbetreute jugendliche Migranten und hat in einem ersten Projekt einen IT-Kurs für zehn Jugendliche angeboten, den sieben positiv abgeschlossen haben.

 

Dass - wie in Internetforen breit kritisiert - die IT-Kurse des AMS die Falschen ansprechen und die Arbeitssuchenden am Markt vorbei ausgebildet werden, bestreitet Inge Friehs vom AMS. Gerade der vielkritisierte und oft zitierte "Web Designer-Kurs" biete ein wichtiges Basiswissen, ergänzte HP-Österreich-Chef Rudolf Kemler. Laut Hundstorfer haben in den ersten acht Monaten des heurigen Jahres 49.100 Personen einen Kurs im IT-Bereich besucht.

 

SERVICE: Infos und einen kostenlosen Wissens-Check bietet die Seite www.it-initiative.at/.

Deutlicher Trend zu personalisiertem Shopping
Foto: APA/dpa - Riesenauswahl verdirbt Einkaufslust. Der Kaufpreis ist für die Österreicher zwar nach wie vor ein wichtiges Einkaufskriterium. Mit der zunehmenden Bedeutung des Internet rücken aber immer mehr personalisierte Waren und Dienstleistungen in den Vordergrund, so die Gesellschaft für Konsumforschung (Gfk) und der Unternehmensberater Gerhard Vater bei einem Pressegespräch in Wien. Der Kunde wolle in einen "Dialog" mit dem Unternehmen treten.

 

Laut Gfk-Studie informieren sich 60 Prozent der Kunden aktiv auf Vergleichsseiten, Benutzerforen und Blogs. "Das betrifft alle Altersgruppen und ist eine kulturelle Entwicklung, die sich in der ganzen Bevölkerung durchsetzt", erklärte Vera Grasl von Gfk. Der Konsument bekomme dadurch wieder mehr Kontrolle über den Kaufprozess. Das Internet fördere individuelle Angebote, Grasl nennt hier Süßwaren mit personalisierten Sprüchen oder Schuhe, deren Farbe und Muster frei gewählt werden können. Ein anderes Beispiel wäre die Grazer Internet-Plattform www.gemuesewerkstatt.at/, die es ermöglicht, Waren bei Biobauern aus der Region zu bestellen und abzuholen.

 

Diese personalisierten Güter und Dienstleistungen seien die logische Konsequenz der Fülle an Informationen, die den Menschen heute zur Verfügung stehen, so Gfk. Die enorme Angebotsvielfalt habe den Kunden die Lust am Einkaufen verdorben, meinte Vater. Nur 30 Prozent der Kunden hätten Spaß am Einkaufen, für 97 Prozent sei es eine Notwendigkeit, so der Unternehmensberater, der sich auf Daten der Markant Market Research bezieht. Dabei wollten die Menschen auch beim Shopping einfach nur eine gute Entscheidung treffen.

Google-Manager sieht Zukunft im Mobilfunk
Foto: APA/Universität Salzburg - Smartphones verändern das Suchverhalten.

Das mobile Internet wird rasant an Bedeutung gewinnen. Schon 2013 rechnet Google damit, dass wesentlich mehr Smartphones verkauft würden als PCs, sagte der Entwicklungschef von Google Europa, Jürgen Galler, bei den "Österreichischen Medientagen". "Die wirkliche Rakete, die im Moment abgeht, ist das mobile Internet."

 

Was die Smartphones so speziell macht? "Sie haben Speaker, eine integrierte Kamera, Touchscreen und GPS und Mikrofone. Dieses Gerät schafft ganz neue Möglichkeiten, die man vorher nur in Grenzfällen hatte." Die Smartphones ändern auch das Suchverhalten, sagte Galler. "30 Prozent der mobilen Suche beziehen sich auf lokale Themen. Am Desktop sind es nur 15 Prozent."

 

Die mobile Revolution hat auch weltweit einiges an Potenzial: 67 Prozent der Weltbevölkerung haben laut Galler schon ein Mobiltelefon. Vor allem in Entwicklungsländern zeige die Verbreitungskurve nach oben. Da dort noch wenig Smartphones am Markt seien, sei es wichtig, "ganz spezifisch" für die dortigen Anforderungen Angebote zu entwickeln.

 

Galler skizzierte drei Trends für die Zukunft der Medien im Netz. Zunächst die "Content Explosion", die der Google-Entwicklungschef versuchte, anhand von Größenverhältnissen darzustellen: "Auf YouTube werden jede Minute 24 Stunden Videos hochgeladen", 400.000 Apps seien erhältlich und Millionen von Blogs und Microblogs.

 

Dazu komme eine "Medien-Fragmentierung": Die Konsumenten verteilen ihr Nutzerverhalten laut Galler auf immer kleinere Medieneinheiten. Ein Beispiel wäre der Podcast am iPod, die Fernsehserie am TV-Gerät und die News am Smartphone. Diese Fragmentierung gelte es auszunutzen. Für die Content-Produzenten von heute habe sich die „Versorgungskette geöffnet. Jeder kann jederzeit sein Publikum erreichen."

 

Allerdings steht die Medienlandschaft laut den Ausführungen Gallers immer noch mit einem Bein in der "Offline"-Welt. Bis auf das Thema Websuche hätten sich die meisten Genres noch nicht maßgeblich in Richtung online verschoben, wiewohl sich das Verhältnis ändere. Sehr stark sei etwa Video entwickelt, ebenso wie die Kleinanzeigen.

Ziel der E-Business-Community von APA-MultiMedia, dem Partner für multimedialen Content und redaktionelles Outsourcing, ist es, im Rahmen monatlicher Treffen mit Präsentationen über Innovationen und Markttrends sowie Podiumsdiskussionen ein schlagkräftiges Netzwerk für erfolgreiches E-Business durch Erfahrungs- und Informationsaustausch zu schaffen.

 

Die Partner-Unternehmen der APA-E-Business-Community sind:

- A1 Telekom Austria AG www.a1telekomaustria.at

- Capgemini Consulting Österreich AG www.at.capgemini.com

- CELLULAR GmbH http://www.cellular.at/

- diamond:dogs webconsulting GmbH www.diamonddogs.cc

- economyaustria economyaustria.at

- Hewlett-Packard www.hp.com/at

- Kapsch CarrierCom AG www.kapsch.net

- Microsoft Österreich www.microsoft.com/austria

- NAVAX Consulting AG www.navax.at

- NextiraOne www.nextiraone.at 

- SAP Österreich GmbH http://www.sap.at/  

- UC4 Software http://www.senactive.com/ 

- WirtschaftsBlatt Verlag AG http://www.wirtschaftsblatt.at/  

- Wirtschaftskammer Österreich www.wko.at

- APA-MultiMedia multimedia.apa.at

25. September 2014
22. August 2014
App-Entwickler und Data Scientists: Auf der Spur der IT-Jobs von morgen