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EBC-Newsletter #11/2010
Business Intelligence: Viel Potenzial bleibt noch ungenutzt
Foto: APA/Thomas Preiss - Bei einer Veranstaltung der APA-E-Business-Community diskutierten Experten über aktuelle Trends und Entwicklungen im Business Intelligence-Bereich. Im Bild v.l.n.r.: Thomas Stern (Moderator, Braintrust), Thomas Zimmer (Hewlett-Packard), Harald Epner (SAP Österreich), Oliver Krizek (NAVAX), Christian Plaichner (UC4 Software), Mirko Waniczek (ÖCI) und Wolfgang Briem (Microsoft Österreich).

Das Herausfiltern von potenziell wechselwilligen Kunden, die Minimierung des Ausschusses in der Produktion oder einfach das aktuelle Reporting: Business Intelligence (BI), also der Einsatz von Werkzeugen, die die Entscheidungsfindung erleichtern, wird immer stärker zum Thema in Unternehmen. Kein Wundermittel, aber ohne geht es dennoch kaum mehr, befanden Experten bei einer Podiumsdiskussion der APA-E-Business-Community in Wien.

 

"Die theoretische Diskussion, was diese Werkzeuge können und was dann tatsächlich in die Praxis einfließt, sind zwei Paar Schuhe", erklärte Mirko Waniczek vom Österreichischen Controller-Institut. Die Erwartung, dass sich alle die notwendigen Informationen "rausziehen" würden, wenn entsprechende Tools im Einsatz seien, stimme nicht. "Im Top-Management wird noch immer hochglänzend und 4-farbig ausgedruckt", so Waniczek.

 

In den Unternehmen sei die am häufigsten eingesetzte BI-Software nach wie vor Excel vor SAP, daran werde sich so schnell auch nichts ändern. Das Problem sei zwar erkannt, die Gefahr aber nicht gebannt worden. Viele Verantwortliche würden sich eine Optimierung der IT-Unterstützung wünschen, aber dafür müsse es auch ein Budget geben, warnte der Experte vor übertriebenem Optimismus.

 

Entscheidend bei BI seien nicht unzählige "hübsche" Reports, sondern die Durchgängigkeit von der Strategie bis zur Umsetzung und wieder zurück - "das heißt, eine gemeinsame Sichtweise von Fachabteilungen, IT und Vorstand", so Harald Epner von SAP Österreich. Vor allem komme es darauf an, die richtigen Fragen zu stellen. Mobilfunker, die etwas über die potenzielle Wechselbereitschaft der Kunden wissen wollten, würden oft daran scheitern, das an bestimmten Modellen festzumachen.

 

"Das System muss gleich Alarm schlagen"

Auf die Unterschiede zwischen dem Einsatz von BI-Lösungen für Reporting, also eher die Abbildung der Vergangenheit, und als Echtzeit-Tool wies Christian Plaichner von UC4 Software hin. Das generierte Wissen müsse direkt in der operativen Umsetzung berücksichtigt und automatisch angewendet werden. "Wenn am Ende der Woche im Report steht, dass so und so viele Auto-Türen in der falschen Farbe gestrichen wurden, ist es zu spät. Da muss das System gleich Alarm schlagen."

 

Auch Thomas Zimmer von Hewlett-Packard (HP) sieht BI mehr als Businesstreiber, denn als "Rückblick auf das vergangene Jahr". Historische Daten könnten beispielsweise dazu eingesetzt werden, um festzustellen, wann bestimmte Werkzeuge brechen. Dadurch würden sich Wartungszyklen optimieren lassen. Wichtig für den Erfolg von BI sei allerdings die Unternehmenskultur: "Das Teilen von Daten bzw. Informationen mit anderen Abteilungen ist nicht nur eine Frage der technischen Machbarkeit, sondern auch eine der Abläufe und nicht zuletzt der Unternehmensorganisation", so Zimmer.

 

Thema für KMU gerade in Krisenzeiten

Business Intelligence werde auch für Klein- und Mittelbetriebe (KMU) immer wichtiger, ergänzte Wolfgang Briem von Microsoft Österreich. Schließlich würden gerade in Krisenzeiten von den Banken viel mehr Geschäftsdaten verlangt - auch bei kleineren Krediten. Außerdem könnten durch den Einsatz von BI-Lösungen Daten in die Prozesse eingebunden und nutzbar gemacht werden.

 

"Die Tools werden immer einfacher und kostengünstiger. Die alten Werkzeuge waren viel zu komplex, als dass die Menschen damit arbeiten konnten. Jetzt kann der Anwender selbst was mit den Daten machen, ohne dass er einen Programmierer braucht", sagte Oliver Krizek von Navax Consulting. Betriebe, die gerade erst die "Karteikarten-Buchhaltung" hinter sich gelassen hätten, würden sich da aber noch schwer tun.

 

SERVICE: Fotos vom Event sind hier abrufbar.

Hartes Ringen um Handy-Fernsehen per DVB-H
Foto: APA - Lediglich 20.000 bis 30.000 Kunden

Über die Zukunft von Fernsehen am Mobiltelefon per DVB-H (Digital Video Broadcasting - Handheld) könnte rund zwei Jahre nach dem Start in Österreich eine Entscheidung fallen. Die Mobilkom Austria stellt den Dienst jedenfalls "aus derzeitiger Sicht" mit Jahresende ein. Orange Austria und "3" dürften sich in intensiven Verhandlungen mit dem Betreiberkonsortium Media Broadcast befinden.

 

Es gebe keine entsprechenden Endgeräte, von den Handyherstellern sei diesbezüglich in nächster Zeit auch nicht allzu viel zu erwarten und der aktuelle Stand beim Netzausbau führe zu einigen Einschränkungen, erklärte Mobilkom-Pressesprecher Werner Reiter gegenüber den APA-Branchendiensten. "Derzeit denken wir nicht daran, das weiter zu führen. Da müsste es schon zu dramatischen Änderungen bei den Rahmenbedingungen kommen", so Reiter.

 

Die Media Broadcast wollte ebenso wie die Mobilfunker Orange und "3" keinen Kommentar zum Stand der Verhandlungen abgeben.

 

"Mobiles Fernsehen hat große Chancen, bei DVB-H bin ich aber eher skeptisch. Offenbar zieht das zu wenig stark", gab sich auch Alfred Grinschgl, Geschäftsführer der RTR-GmbH für den Bereich Rundfunk, im Gespräch mit den APA-Branchendiensten überzeugt. "Ich sehe keine Zunahme bei den Erfolgschancen, sondern eher eine Abnahme", verwies er auf eine Reduktion des Engagements mancher Länder bei DVB-H - etwa Spanien. In der Schweiz hat die Swisscom laut eigenen Angaben zuletzt "ein paar Hundert" Kunden verzeichnet und DVB-H daher komplett eingestellt.

 

DVB-H wurde in Österreich am 6. Juni 2008 gestartet, pünktlich vor Beginn der Fußball-EM. Die Nutzerzahlen blieben aber weit hinter den Erwartungen zurück: Im zu Jahresbeginn von der Kommunikationsbehörde KommAustria und der Regulierungsbehörde RTR publizierten Digitalisierungsbericht 2009 ist von lediglich 20.000 bis 30.000 Kunden "laut inoffiziellen Schätzungen" die Rede.

 

Als Gründe für den Misserfolg gelten bei Experten der Mangel an geeigneten Endgeräten und die Kleinheit des heimischen Marktes. Die Hersteller würden Handys mit individuellen Leistungsmerkmalen - etwa DVB-H-Tauglichkeit -  erst ab Bestellmengen in Höhe von mindestens 100.000 Stück produzieren, heißt es dazu im Digitalisierungsbericht.

Mehrheit der Jugendlichen nutzt täglich Facebook & Co
Foto: APA/dpa - Internet ist zum Leitmedium der Jugendkultur geworden

Sieben von zehn österreichischen Jugendlichen bewegen sich täglich in Social Communities wie Facebook, netlog oder myspace. Das Internet ist zum Leitmedium der Jugendkultur geworden. Selbstinszenierung wird dabei immer wichtiger, sagte Bernhard Heinzlmaier vom Institut für Jugendkulturforschung in Wien bei der Präsentation einer aktuellen Jugendstudie.

 

Die Videoplattform YouTube wird häufig zur Darstellung des eigenen Selbst genutzt. Zwei Drittel der Videobeiträge fallen dort unter das Kategoriemuster des "Egoclips". Immer mehr an Bedeutung gewinne laut den Jugendforschern der Leistungsverkauf, nicht mehr die Leistungserbringung. "Man nennt das 'Laufstegökonomie'", sagte Heinzlmaier. Die gelungene Präsentation ist wichtig, auf die Selbstinszenierung komme es an. "Casting statt Prüfung" sei das Schlagwort, dies reiche bis in betriebliche Abläufe hinein.

 

Die Internetnutzung Jugendlicher hat in den vergangenen Jahren rasant zugenommen. Gaben laut Mediaanalyse im Jahr 2001 lediglich 33,4 Prozent der befragten 14- bis 19-Jährigen an, täglich aktiv im Internet zu sein, so waren es im Jahr 2009 bereits knapp 80 Prozent. Fast 100 Prozent der 16- bis 24-Jährigen in Österreich haben Zugang zum Internet. Es kommt zur Ästhetisierung der Kommunikation, "die Form kommt vor dem Inhalt", sagte Heinzlmaier. Jugendliche würden sich von der Schreib-Lesekultur abwenden (Burschen stärker als Mädchen), die Rezeption sei stark vom Bild abhängig. 60 Prozent der Elf- bis 14-Jährigen gaben an, Lesen zu anstrengend zu finden.

 

Rund 70 Prozent der Jugendlichen bewegen sich täglich in Online-Communities. Gründe für die Nutzung seien soziale Kontakte und Zeitvertreib, sagte Jugendforscher Matthias Rohrer. Informationsbeschaffung spiele nur eine kleine Rolle. Die am häufigsten genutzten Portale der Burschen und Mädchen im Alter von elf bis 19 Jahren seien hierzulande Facebook und netlog. Netlog ist die Einstiegsplattform für die Jüngeren, mit 15 oder 16 Jahren komme Facebook dazu. "Fast ein Drittel der Burschen steigt über das Handy in die Communitiy ein", ergänzte Michael Schaefberger vom Institut für Jugendkulturforschung. "Das ist die Zukunft. In fünf Jahren werden über 95 Prozent über das Handy einsteigen."

"Vater" des österreichischen Internet warnt vor Inhaltsfiltern
Foto: APA - "Solche Methoden helfen nicht"

Für Peter Rastl, "Vater" des österreichischen Internet und Leiter des Zentralen Informatikdienstes der Universität Wien, ist das Internet eine Kulturtechnik wie Lesen und Schreiben, der eine ähnliche Bedeutung wie der Erfindung des Buchdrucks zukommt. Entwicklungen hin zu Vorratsdatenspeicherung oder Kinderpornografie-Filtern machen dem Experten derzeit allerdings Angst.

 

"Das Problem sehe ich darin, dass die Staaten - angestachelt durch 9/11 - beginnen, das Internet einzuschränken", betonte Rastl im APA-Gespräch. "Da verspricht man sich zu Unrecht Erfolge gegen kriminelle Handlungen", ist der Internet-"Vater" überzeugt. "Da würde ich mir gerne wünschen, dass unsere politischen Entscheidungsträger mehr Wissen über das Internet hätten und wüssten, dass solche Methoden nicht helfen."

 

Täter würden sich gut genug auskennen, um die Maßnahmen zu umgehen, gleichzeitig entstehe eine Infrastruktur, "die man ausnützen kann". Gefährliche Nebenwirkungen seien beispielsweise bei Regierungsübernahmen durch Diktatoren zu befürchten. Leider habe man schon ein gutes Stück des Weges zu mehr Kontrolle zurückgelegt.

 

Auch Beschränkungen gegen Online-Kinderpornografie hält Rastl für falsch: "Man kann Kinderpornografie damit auch nicht bekämpfen", sagte er zur APA. "Aber die Infrastruktur, die man zum Filtern hat, kann verwendet werden, um andere ungewollte Meinungen zu filtern. Vor dieser Entwicklung habe ich Angst." Ein Beispiel für solche Vorgehensweisen sei Saudi-Arabien.

 

Neben einer Vorratsdatenspeicherung beurteilte der Internet-Pionier auch die strenge Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen als negativ. Dahinter verberge sich eine Reaktion auf das Verabsäumen der Film- und Musikbranche, rechtzeitig auf technische Neuerung einzusteigen, meinte Rastl. Auch künftig stünden unerwartete Internet-Entwicklungen bevor, so würden Provider künftig an Bedeutung verlieren. Ihre Aufgabe, eine größere Bandbreite zur Verfügung zu stellen, sei heute erfüllt.

 

Derzeit stehe die Partizipation der User im Vordergrund. "Wir müssen darauf achten, dass es verträglich für die Gesellschaft bleibt", betonte Rastl. Punkto Privatsphäre sei das Problem allerdings die mangelnde Awareness der Nutzer: "Die User stellen ja selbst die ganzen Informationen hinein, die sie auf einer Bahnhofswand vermutlich nicht veröffentlichen würden."

Ziel der E-Business-Community von APA-MultiMedia, dem Partner für multimedialen Content und redaktionelles Outsourcing, ist es, im Rahmen monatlicher Treffen mit Präsentationen über Innovationen und Markttrends sowie Podiumsdiskussionen ein schlagkräftiges Netzwerk für erfolgreiches E-Business durch Erfahrungs- und Informationsaustausch zu schaffen.

 

Die Partner-Unternehmen der APA-E-Business-Community sind:

- Capgemini Consulting Österreich AG www.at.capgemini.com

- CELLULAR GmbH www.cellular.at

- diamond:dogs webconsulting GmbH www.diamonddogs.cc

- economyaustria economyaustria.at

- Hewlett-Packard www.hp.com/at

- Kapsch CarrierCom AG www.kapsch.net

- Microsoft Österreich www.microsoft.com/austria

- NAVAX Consulting AG www.navax.at

- NextiraOne www.nextiraone.at 

- SAP Österreich GmbH www.sap.at  

- Telekom Austria www.telekom.at

- UC4 Software www.uc4.com 

- WirtschaftsBlatt Verlag AG www.wirtschaftsblatt.at  

- Wirtschaftskammer Österreich www.wko.at

- APA-MultiMedia multimedia.apa.at

25. September 2014
22. August 2014
App-Entwickler und Data Scientists: Auf der Spur der IT-Jobs von morgen