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EBC-Newsletter #11/2014
Social Media Monitoring: Der nächste Shitstorm kommt bestimmt …
APA-Fotoservice/Roßboth - Im Bild v.l.n.r.: Wilfried Raunikar (IBM), Johannes Juranek (CMS Reich-Rohrwig Hainz Rechtsanwälte), Jürgen Dorn (TU Wien), Waltraud Wiedermann (APA-DeFacto) und Thomas Stern (Moderation, Braintrust)

An Social Media kommt kaum noch wer vorbei. Der Beobachtung dieser Kanäle schenken Unternehmen aber zum Teil noch nicht die notwendige Aufmerksamkeit. Worauf es dabei ankommt, haben Expertinnen und Experten bei einer Veranstaltung der APA-E-Business-Community diskutiert.

 

"Es gibt mehr als 200 Millionen Blogs. In jedem dritten geht es um Produkte, Organisationen und Marken. Außerdem werden jede Minute mehr als 100.000 Tweets abgesetzt. Das sollte man im Auge behalten, um die Chance zum Gegensteuern zu haben", erklärte Waltraud Wiedermann von Österreichs größtem Medienbeobachtungsanbieter APA-DeFacto.

 

Hauptziel von Social Media Monitoring sei einerseits die Beobachtung des Marktes und des Mitbewerbs, andererseits helfe es dabei, Ideen für neue Funktionen und Produkte zu finden. Achten sollte man zudem auf ein Früherkennungssystem, da eine rasche Problemlösung die Kundenzufriedenheit steigere. Außerdem würden die Reaktionen aus dem Netz eine Korrektur von Konzepten und Kampagnen erlauben. Nicht zuletzt könnten Meinungsmacher identifiziert und mit relevanten Informationen versorgt werden.

 

Auch Postings berücksichtigen

Bei der Auswahl eines entsprechenden Tools sollte darauf geachtet werden, ob bei News-Seiten beispielsweise auch die Postings berücksichtigt werden oder der Datenbestand alle Sites, Blogs und Co. abdeckt und nicht nur die RSS-Feeds.

 

"Soziale Medien haben die Unternehmen ganz nah mit ihren Kunden zusammengebracht. Das hat für die Firmen den Vorteil, dass sie aufgrund der extrem beschleunigten Interaktionen schnell reagieren können", gab sich auch Wilfried Raunikar von IBM überzeugt. Verantwortungsvolle Unternehmensführung bedeute schließlich auch, das Ohr an die neuen Medien zu legen, das direkte und indirekte Feedback zu analysieren und in Entscheidungen miteinfließen zu lassen.

 

Firmen an Interaktion nicht interessiert

Zweifel daran, ob das Thema wirklich für alle Firmen so relevant sei, äußerte Jürgen Dorn von der Technischen Universität (TU) Wien. Viele Unternehmen würden weiterhin nur anpreisen und seien an der Kundenmeinung gar nicht interessiert. Betrieben, die hier tätig werden wollen, stünde allerdings eine breite Palette an Möglichkeiten offen: So erlaube eine Textanalyse die Kategorisierung in positiv/negativ.

 

Eine Netzwerkanalyse zeige, wer die Meinungsmacher sind bzw. wer mit wem kommuniziere, was zur Steuerung einer Kampagne genutzt werden könnte. Und wenn auf Hotelvergleichsseiten von einem Konkurrenten über eine Unterkunft schlecht geschrieben werde, würden intelligente Systeme entsprechende Wertungen herausfiltern. Beim Erkennen von Sarkasmus und Ironie ist der Experte aber skeptisch: "Das funktioniert noch sehr schlecht."

 

Wie wichtig das Thema für ein Unternehmen sei, hänge natürlich davon ab, wie sehr man auf seinen Ruf achte oder achten müsse. Aus Marketingsicht sei ein entsprechendes Monitoring jedenfalls empfehlenswert, so Johannes Juranek von CMS Reich-Rohrwig Hainz Rechtsanwälte. Manchmal bestehe sogar eine Verpflichtung dazu, dann müsse agiert werden. Wenn ein Unternehmen beispielsweise Raum für Online-Beiträge zur Verfügung stellt, sollte bedacht werden, dass eventuell eingeschritten werden muss, wenn der Verdacht auf ein "Negative campaigning" besteht.

 

Juranek ortet infolge des Social Media-Booms zudem einen gestiegenen Beratungsbedarf: "Denn auch in diesem Bereich hinken Rechtsprechung und Gesetzgebung der technologischen Entwicklung hinterher."

Mobilfunker pochen auf Breitbandmilliarde
APA/dpa - Wirtschaftsstandort profitiert von leistungsstarkem Netz Die Mobilfunkbranche erhöht den Druck auf Finanzminister Michael Spindelegger (ÖVP), die Breitbandmilliarde freizugeben. Nachdem die Branche 2 Mrd. Euro bei der Frequenzauktion im Herbst 2013 an den Staat zahlen musste, drohe nun der Netzausbau zu stocken - "und wenn ein Gut knapp wird, muss es sich verteuern", so Rüdiger Köster, Präsident der Interessensgemeinschaft Forum Mobilkommunikation.

 

Köster betonte, wie schon zuvor Infrastrukturministerin Doris Bures (SPÖ), dass die Milliarde ohnehin nicht auf einmal ausbezahlt werde, und dass ein leistungsstarkes Netz wesentlich für den Wirtschaftsstandort sei. Bures pocht weiterhin auf der Auszahlung der Breitbandmilliarde, die derzeit in ihrem Ministerium geparkt ist und für deren Auszahlung sie das Okay von Spindelegger braucht.

 

Der parteiinterne Druck auf den Finanzminister wächst jedenfalls: Nachdem sich die Industriellenvereinigung (IV) gegen Spindelegger gestellt hat, forderte auch Gemeindebundpräsident Helmut Mödlhammer die Freigabe der Mittel. "Ich verlange, dass die bestehenden Ausbaupläne unverzüglich in Angriff genommen werden und die dafür zugesagte Milliarde an Finanzmitteln unverzüglich freigegeben wird", so Mödlhammer, ein Parteikollege Spindeleggers, in einer Aussendung. Es könne nicht sein, dass es in manchen Gemeinden Österreichs de facto keine Internetanbindung und nur schlechte Handyversorgung gebe.

 

"Akuter Handlungsbedarf"

Der Spitzenkandidat der ÖVP bei der EU-Wahl, Othmar Karas, betonte gegenüber der Interessensgemeinschaft Internetoffensive Österreich, dass es einen "akuten Handlungsbedarf" gebe. Er fordere daher eine Zweckbindung der Erlöse aus der Telekom-Frequenzversteigerung im vergangenen Herbst, berichtete der Lobbyingverband in einer Aussendung.

 

Die Mobilfunkbranche denkt jedenfalls schon über die nächste Frequenzauktion nach. 2015 soll nach ihren Vorstellungen die Digitale Dividende II vergeben werden. Es sind dies frei gewordene Funkfrequenzen im 700 MHz-Band.

Wiener Brüderpaar eroberte iTunes-Charts
APA/Alfons Kowatsch - Denis Mikan bekam inzwischen viele Kooperationsangebote Einem Wiener Brüderpaar ist das Kunststück gelungen, mit einer innovativen Spiele-App die iTunes-Charts zu erobern. "Blek" begeistert aufgrund seiner genial einfachen Grundidee und seines Designs Kritiker und Fans gleichermaßen. Es erreichte in 25 Ländern Nummer Eins.

 

Denis und Davor Mikan, die 1995 von Bosnien nach Wien kamen, wurden von dem Erfolg überrascht - und "reiten derzeit auf dieser Welle", wie Denis im APA-Gespräch zugab. Das nächste wichtige Ziel: In ein paar Wochen will man neben iPad und iPhone auch die Android-Welt erobern. Und weitere, knifflige Gratis-Level wurden den Spielern ebenfalls in Aussicht gestellt.

 

Doch was macht "Blek" so erfolgreich? Eine innovative Idee und ein einfaches Konzept: Gemalt wird eine Linie, die sich von links nach rechts weiterbewegt und dabei alle vorgegebenen Punkte treffen soll. Die Aufgaben werden immer kniffliger, die Linie immer verschnörkelter. Zudem gibt es nicht die "eine" Lösung, sondern unendlich viele, was das Suchtpotenzial entsprechend erhöht.

 

Seinen Ausgangspunkt nahm das Game 2013, als die beiden in der Informatikbranche tätigen Brüder gerade ihre jeweiligen Projekte abgeschlossen hatten und den Entschluss fassten, gemeinsam tätig zu werden. "Wir wollten etwas Großes, Innovatives machen und dabei mit dem Touchscreen experimentieren", erzählte Denis Mikan.

 

Aus verschiedenen Ideen entstanden erste Prototypen, die aber noch nicht so überzeugten. Dann kam der erste Entwurf von "Blek". Sechs Monate dauerte die Entwicklung, wobei die meiste Zeit für das Leveldesign aufgewandt wurde. Als Tester mussten dann die eigenen Kinder, Familie und Freunde herhalten. Und schließlich feilte man noch am Aussehen.

 

Einnahmen ins Marketing investiert

Am 3. Dezember war es schließlich so weit: "Blek" stand zum Download bereit - zunächst nur für das iPad. Doch im riesigen App-Store besteht immer die Gefahr, im enormen Angebot unterzugehen. Bereits im Vorfeld hatte sich Denis deshalb an Spielemagazine gewandt und durchaus positive Previews bekommen. Bis Februar hatte man das Game 32.000 Mal verkauft. Doch statt damit zufrieden zu sein, nahm man die Einnahmen in die Hand und investierte ins Marketing.

 

Man entwarf einen Trailer und bezahlte dafür, dass dieser als Werbung vor anderen Videos auf Youtube lief. Doch erst als man die Zielgruppen, Gamer und Künstler, ausschaltete, explodierte das Interesse. Man kontaktierte Apple, warum man nicht auf den Startseiten gepostet wurde und bekam zur Antwort, dass man "Blek" schlicht übersehen hatte. Damit war es danach vorbei und der Erfolg da. Seit 1. Mai ist es die Nummer 1 unter den Games bei US-iTunes. Insgesamt wurde "Blek" nicht weniger als 600.000 Mal verkauft.

 

"Wenn sich alles wieder ein bisschen beruhigt, werden wir schauen, was wir als nächstes machen", so Denis. Zudem gebe es Kooperationsangebote der ganz Großen in der Branche. Man müsse sich überlegen, wie und wobei man sich nun helfen lassen kann. "Es wäre jedenfalls interessant, die Zeit zu haben, wieder kreativ werden zu können."

Staat und Wirtschaft verstärken Kampf gegen Cybercrime
APA/dpa - Datenaustausch zu Hackerangriffen wird intensiviert Rund eine Million Hackerangriffe gibt es jährlich in Österreich. Deshalb verstärken die Behörden und Unternehmen ihre Zusammenarbeit und den Datenaustausch in Sachen Computersicherheit weiter. Das ist vor dem Beginn des "Cyber Security Summit" in der Telekom-Austria-Zentrale in Wien bekanntgegeben worden. Das Innenministerium plant unter anderem ein eigenes Cybersicherheitsgesetz.

 

"Cybersicherheit betrifft uns alle", sagte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). Das Thema beschäftige Behörden, Unternehmen und auch die Bevölkerung. Daher sei vom Kuratorium Sicheres Österreich (KSÖ) vor einem Jahr das Cybersecurity-Forum gegründet worden. Bei dem Gipfeltreffen in der Telekom-Zentrale gehe es darum, die nächsten Schritte vorzulegen.

 

Im Herbst ist ein großer Praxistest vorgesehen. Im Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung werde außerdem ein Cyber Security Center zur Eindämmung der Computerkriminalität aufgebaut, berichtete Mikl-Leitner. "Endpunkt ist ein Cybersicherheitsgesetz, das so formuliert ist, dass uns die Technik nicht wieder permanent überholt."

 

Austausch auf Augenhöhe

Neben der Telekom Austria zählen zum Cybersecurity-Forum derzeit auch das Bundesrechenzentrum, Austria Power Grid, der Flughafen Wien, die Österreichischen Lotterien, Siemens, Raiffeisen Informatik und die Erste Bank. Diese Unternehmen arbeiten über das KSÖ in Sachen IT-Sicherheit eng zusammen, erläuterte KSÖ-Präsident Erwin Hameseder. "Das ist ein mutiger Schritt", sagte er, bei der gegenseitigen Offenlegung von sensiblen Daten seien aber noch Präzisierungen notwendig. Der Raiffeisen-Banker betonte jedoch, dass ein Austausch auf Augenhöhe wichtig sei.

 

Entscheidend sind laut Hameseder in erster Linie Früherkennung und Prävention von Hackerangriffen. Als Beispiel für die Herausforderungen nannte er ein einzelnes Unternehmen, bei dem innerhalb eines halben Jahres rund 30.000 Cyberangriffe registriert und abgeblockt wurden. Etwa 700 Mrd. Euro Schaden würde weltweit pro Jahr durch Computerkriminalität entstehen. Die Dunkelziffer sei allerdings noch viel höher. Oft gehe es darum, "Identitäten abzusaugen" oder IT-Systeme zu zerstören, so Hameseder.

 

In Österreich müsse man mit rund einer Million Hackerangriffen pro Jahr rechnen, sagte Telekom-Chef Hannes Ametsreiter. Diese seien sehr unterschiedlich und die Tendenz stark steigend. Auch angekündigte Attacken von bestimmten Gruppierungen gebe es immer wieder. "Alleine lassen sich diese Probleme nicht lösen", plädierte Ametsreiter für verstärkte Zusammenarbeit und gemeinsame Konzepte. "Sich zusammensetzten, Guidelines definieren und Daten offenlegen kostet nichts", hielt der Firmenchef fest.

Ziel der E-Business-Community von APA-MultiMedia, dem Partner für multimedialen Content und redaktionelles Outsourcing, ist es, im Rahmen monatlicher Treffen mit Präsentationen über Innovationen und Markttrends sowie Podiumsdiskussionen ein schlagkräftiges Netzwerk für erfolgreiches E-Business durch Erfahrungs- und Informationsaustausch zu schaffen.

 

Die Partner-Unternehmen der APA-E-Business-Community sind:

- A1 Telekom Austria AG www.a1.net

- CMS Reich-Rohrwig Hainz Rechtsanwälte http://www.cms-rrh.com/

- diamond:dogs webconsulting GmbH www.diamonddogs.cc

- Dimension Data www.dimensiondata.com

- Evolaris next level GmbH www.evolaris.net

- Gentics Software GmbH www.gentics.com

- IBM www.ibm.com/at/de/

- Kapsch www.kapsch.net

- NAVAX Consulting GmbH www.navax.com/

- TU Wien www.tuwien.ac.at

- Werbeplanung.at www.werbeplanung.at

- WirtschaftsBlatt Medien GmbH www.wirtschaftsblatt.at 

- Wirtschaftskammer Österreich www.wko.at

- APA-MultiMedia multimedia.apa.at

27. November 2014
30. Oktober 2014
Maschinenzeitalter: Digitalisierung verändert nicht nur Industrie radikal