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EBC-Newsletter #7/2013
Experten: Politik hat digitale Hürde noch nicht genommen
Foto: APA - Im Bild v.l.n.r.: Heimo Lepuschitz (BZÖ), Axel Maireder (Uni Wien), Peter Hajek (Peter Hajek), Josef Barth (Pick & Barth), Thomas Stern (Moderator, Braintrust) und Daniel Kapp (Daniel Kapp).

Social Media bietet der Politik ein weites Betätigungsfeld. Noch scheint aber vielfach weder das Wissen, noch die Bereitschaft vorhanden zu sein, um das Potenzial auch tatsächlich auf die Straße zu bringen, erklärten Experten bei einer Podiumsdiskussion der APA-E-Business-Community in Wien.

 

"Die Politik hat die neuen Medien noch nicht begriffen. Es geht nicht um Präsenz, sondern um relevante Inhalte. Und die werden kaum angeboten", sagte Daniel Kapp, Strategieberater und langjähriger Ministersprecher. Allerdings müssten die neuen Angebote entmystifiziert werden. Die notwendige Relevanz entstehe derzeit erst durch das Überschwappen auf die klassischen Medien.

 

 Bei den etablierten Massenmedien sei bekannt, wie man etwas adäquat kommunizieren könne: "Es ist klar, wo ich mit meiner Botschaft hingehe", so Kapp. Für Social Media gelte das noch nicht, da gebe es zu wenig Bewusstsein. "Die Twittersphäre darf man beispielsweise nicht für die Welt halten, das ist ein selbstreferenzierendes System. Es bietet nur einen neuen Zugang zu einer alten, bestehenden Community", ist Kapp überzeugt.

 

Journalisten über Twitter erreichen

Als "Polit-Soziotop, wo jeder jeden kennt" sieht den Kurznachrichtendienst auch Josef Barth, Managing Partner der New-Media-Agentur Pick & Barth und Gründer der Initiative "Transparenzgesetz.at". Allerdings sei Twitter nützlich, "um Themen in den Wahrnehmungshorizont von Journalisten zu bringen". Facebook ist seiner Meinung nach die Pflichtübung, vor allem um die eigene Klientel zu bedienen.

 

Dabei gehe es bei Social Media nicht nur darum zu informieren, sondern zu mobilisieren. Das gelinge vor allem durch Emotionalisierung. Agendasetting funktioniere hier verstärkt von unten. Über das Netz gelinge es, viele Menschen auf einen Punkt bzw. ein Thema zu fokussieren. Dadurch entstehe ausreichend Relevanz, so dass Journalisten darauf aufmerksam werden, erklärte Barth.

 

Community statt Botschaften an alle

"Es geht weniger darum, Botschaften an alle zu verbreiten, sondern eine Community aufzubauen, die an bestimmten Dingen interessiert ist. Im Wahlkampf könnten diese Multiplikatoren sehr nützlich sein", betonte auch Axel Maireder von der Universität Wien. Zur Nutzung dieser Effekte müsse man allerdings einen Kontrollverlust hinnehmen, was aber sehr schwierig zu managen sei - vor allem bei negativen Dynamiken.

 

Social Media fördere jedenfalls die Durchlässigkeit der zentralen politischen Arena. "Es ist für die Menschen einfacher, Aufmerksamkeit zu bekommen. Denn jeder einzelne entscheidet, ob er etwas interessant findet und teilt oder nicht. Da entsteht Dynamik, und das hat eine ganz andere Qualität", so Maireder.

 

Netzpolitik gewinnt keinen Wahlkampf

Politik im Internet sei besonders in Wahlkampfzeiten immer ein Thema. "Dann erst zu starten, ist meistens zu spät. Und nur mit Netzpolitik gewinnt man keinen Wahlkampf - außer vielleicht die Piraten", ergänzte der Markt- und Meinungsforscher Peter Hajek.

 

Wenn bei politisch Verantwortlichen die Sprache auf das Thema Social Media komme, heiße es oft: "Das können wir von den Ressourcen her nicht machen." Einer Auslagerung stünde aber der Kontrollverlust entgegen. Da würde gefragt: "Der redet dann für mich? Kann ich das vor einer Veröffentlichung überprüfen?"

 

Glaubwürdigkeit und Mut zum gläsernen Politiker

"Es geht im Social Media-Bereich nicht darum, die Leute zu überzeugen, sondern zu motivieren. In der politischen Praxis zählt nur integrierte Kommunikation und die muss aus einem Guss kommen und authentisch sein", ergänzte Heimo Lepuschitz, Bundespressesprecher des BZÖ. Bei Politikern im Web zähle nur eines: Glaubwürdigkeit und Mut zum gläsernen Politiker in vielen Lebenslagen.

 

Auch er ortet eine "Twitter-Blase". Der Kurznachrichtendienst sei in Österreich ein Kreislauf von Leuten, die sich sehr intensiv mit Politik beschäftigen, "aber andere erreicht man dadurch kaum", so Lepuschitz.

 

Service:

Fotos zum Event

Impulsreferat: Josef Barth (Pick & Barth)

Google-Brille gibt Ausblick auf neue Datenschutz-Ära
Foto: APA/EPA - Auf Mitgründer Sergey Brin wartet Lokalverbot

Die Google-Datenbrille ist noch Zukunftsmusik - doch im "The 5 Point Cafe" in Seattle ist sie bereits verboten. Das Lokal, in dem man rund um die Uhr ein warmes Frühstück oder einen großen Burger bekommt, verkündete auf seiner Facebook-Seite vorausschauend, dass Gäste mit Mini-Computer auf der Nase ausdrücklich nicht willkommen seien.

 

Das Versprechen, jenen, die sich nicht daran halten, in den Hintern zu treten, machte das kleine Restaurant auf einen Schlag weltberühmt. Dabei könnte die erste Gelegenheit, das Verbot anzuwenden, noch weit entfernt sein. Google ist gerade erst dabei, einige Exemplare seiner Datenbrille "Google Glass" unter Test-Nutzern zu verteilen. Die Auserwählten müssen dafür 1.500 Dollar (1.150 Euro) lockermachen.

 

Hinter dem durchsichtigen PR-Gag der "5 Point"-Betreiber steckt aber ein ernsthaftes Problem. Auf die Gesellschaft kommen mit Geräten wie Googles Wunderbrille neue Datenschutz-Fragen zu. Schon jetzt kann man dank Smartphones und Kamera-Handys überall auf einem Foto oder Video und damit binnen Sekunden im Internet landen. Neue tragbare Kamera-Computer wie Google Glass werden dieses Phänomen noch verstärken.

 

"Wenn ich ein Foto mit meinem Telefon aufnehme, wird die Person im Bild es wahrscheinlich merken", umreißt Analystin Carolina Milanesi vom Marktforscher Gartner den Unterschied im "Guardian". Mit Google Glass hingegen könne das ganz unauffällig geschehen. Letztlich beschwört es damit die Horror-Vorstellung von Datenschützern, dass jeder Mensch Bilder von Fremden auf der Straße durch eine Bilderkennungs-Software jagen kann.

 

Auswirkungen auf Alltag noch unklar

Die Google-Brille, an der der Internet-Gigant schon seit Jahren arbeitet, ist ein Lieblingsprojekt des Mitgründers Sergey Brin. Ein kleiner Bildschirm vor dem rechten Auge soll Informationen aus dem Netz wie Routenanweisungen oder Antworten auf Suchanfragen anzeigen. Das Gerät soll sich nahtlos ins Leben der Träger einfügen - theoretisch zumindest, denn Erlebnisse aus dem Alltag sind noch rar.

 

Dank neuer technischer Möglichkeiten für immer kleinere Computerteile wird Googles Datenbrille erst der Vorreiter einer ganzen Generation winziger Geräte sein. So sammelt das schwedische Start-up Memoto gerade Geld für eine ansteckbare Mini-Kamera, die alle 30 Sekunden ein Foto schießen und damit das Leben ihrer Nutzer in Bildern festhalten soll.

Geld aus Frequenzen-Versteigerung ist bereits verteilt
Foto: APA/dpa - 250 Mio. Euro fließen in digitales Förderprogramm

Noch ist der Erlös aus der Versteigerung der Mobilfunk-Frequenzen im September nicht in die Staatskasse geflossen - aber verteilt ist das Geld bereits. "Es ist vereinbart, dass 250 Millionen Euro als Konsolidierungsbeitrag in das Budget gehen wird (...) und dass die weiteren 250 Millionen das Infrastrukturministerium zur Verfügung gestellt bekommt, ohne Auflagen", erklärte Verkehrsministerin Doris Bures (S) bei einer Pressekonferenz in Wien.

 

Tatsächlich dürfte der Auktionserlös deutlich höher ausfallen, allein das vom Telekomregulator festgesetzte Mindestgebot liegt bei 526 Mio. Euro. Auf Spekulationen darüber wollte sich Bures aber nicht einlassen: "Da wäre ich eine Prophetin, aber ich bin Infrastrukturministerin." Unklar ist vorerst auch, was mit dem Mehrerlös passieren soll. Ihr Ministerium werde mit den 250 Millionen jedenfalls einen "Investitionsschub in die digitale Zukunft vornehmen", sagte Bures.

 

Dabei gehe es darum, die digitale Kluft zwischen Alt und Jung sowie zwischen Stadt und Land zu beseitigen. Konkret soll die vierte Mobilfunk-Generation (LTE) flächendeckend auch auf dem Land verfügbar werden. Mit einem großangelegten Förderprogramm ("Breitband Austria 2020") will das Infrastrukturministerium die Errichtung von Hochleistungsbreitband (100 Mbit/s) unterstützen, und zwar "zielgerichtet dort, wo das privatwirtschaftliche Unternehmen nicht machen können, weil die Investitionen wirtschaftlich nicht rentabel sind".

 

Darüber hinaus werde es auch eine "regionale Erschließungsprämie" geben. "Man könnte auch Maulwurf-Prämie dazu sagen", erklärte die Ministerin. Bei kommunalen Grabungsarbeiten etwa für Wasser, Abwasser, Strom oder Fernwärme sollen gleichzeitig auch leere Rohre oder Glasfasern verlegt werden. Diese Mitverlegung von Breitband werde von ihrem Ministerium finanziell und vom neuen Breitbandbüro des Ministeriums auch organisatorisch unterstützt.

"Der Westen ist auf Cyberkrieg nicht vorbereitet"
Foto: APA/dpa - China ist derzeit am besten aufgestellt

Cyberangreifer aus China nahmen zuletzt immer wieder Ziele in den USA und europäischen Ländern ins Visier, dennoch reagieren die Staaten bisher eher verhalten auf die Gefahr aus dem Internet. IT-Angriffe würden im Westen noch immer unterschätzt - China sei hingegen offensiv und defensiv im Cyberkrieg am besten aufgestellt, sagte Sandro Gayken, Experte für IT-Sicherheit an der Freien Universität Berlin, im Gespräch mit der APA.

 

"China hat die Achillesferse vieler Rüstungsprojekte gut erkannt, nämlich dass alles auf sehr einfachen und ungesicherten Computern basiert." Neben Regierungen sind auch Unternehmen und Firmen ein beliebtes Ziel von Hackerangriffen. "Der Schaden kann in die Billiarden gehen", sagte Gayken. Man könne in den meisten Fällen von ökonomischer Kriegsführung sprechen.

 

Nach Einschätzung des Informatikers baut China schon seit den 1980er Jahren als strategischen Ausgleich zur militärischen Übermacht der USA eine Cyberkampftruppe auf. Dieses Kalkül gehe nun auf. "Die Amerikaner tun zwar so, als wären sie die Nummer eins in dem Bereich, aber richtig überzeugt ist davon niemand", sagte Gayken. Welchen Zweck verfolgt China mit geostrategischen Hackerangriffen? Für Gayken ein klarer Fall: "Es scheint, als ob China mit Cyberspionage das Land wirtschaftlich aufbauen möchte." Die Spionage sei auf jeden Fall sehr umfassend, so der Berliner Forscher.

 

Das scheinbar zögerliche Vorgehen mancher Staaten bei der Modernisierung ihres Militärs zahle sich nun aus, glaubt Gayken: "Jedes Land hat die gleichen Fehler gemacht. China und Russland haben sich strategisch etwas klüger aufgestellt, indem sie einige kritische Sachen nie ins Internet gestellt haben und nur staatseigene IT-Produkte benutzten. Sie konzentrieren sich auf konventionelle Truppenbestände, die auch gar nicht IT-basiert sind und bei einem Hackerangriff immer operabel bleiben. Der Westen ist gar nicht vorbereitet und höchst verwundbar."

Ziel der E-Business-Community von APA-MultiMedia, dem Partner für multimedialen Content und redaktionelles Outsourcing, ist es, im Rahmen monatlicher Treffen mit Präsentationen über Innovationen und Markttrends sowie Podiumsdiskussionen ein schlagkräftiges Netzwerk für erfolgreiches E-Business durch Erfahrungs- und Informationsaustausch zu schaffen.

 

Die Partner-Unternehmen der APA-E-Business-Community sind:

- A1 Telekom Austria AG www.a1.net

- CMS Reich-Rohrwig Hainz Rechtsanwälte http://www.cms-rrh.com/

- diamond:dogs webconsulting GmbH www.diamonddogs.cc

- Evolaris next level GmbH www.evolaris.net

- Gentics Software GmbH www.gentics.com

- Kapsch www.kapsch.net

- NAVAX Consulting GmbH www.navax.com/

- NextiraOne www.nextiraone.at 

- SAMSUNG www.samsung.at

- TU Wien www.tuwien.ac.at

- WirtschaftsBlatt Verlag AG www.wirtschaftsblatt.at 

- Wirtschaftskammer Österreich www.wko.at

- APA-MultiMedia multimedia.apa.at

27. November 2014
30. Oktober 2014
Maschinenzeitalter: Digitalisierung verändert nicht nur Industrie radikal