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EBC-Newsletter #8/2012
Experten sehen heimische Start-up-Landschaft im Umbruch
Foto: APA/ T. Preiss - Im Bild v.l.n.r.: Rainer Haberl (headingforparty), Thomas Stern (Moderator, Braintrust), Alexander Oswald (Jungunternehmer), Oliver Holle (Speedinvest), Alexander Igelsböck (i5invest), Christian Buchsteiner (Styria Media), Markus Roth (Junge Wirtschaft) und Andreas Tschas (STARTeurope)

Der Mangel an Kapital und ein soziales Umfeld, das nicht gerade von Risikobereitschaft geprägt ist, machen den österreichischen Start-ups das Leben schwer. Allerdings gibt es erste Fortschritte und auch die etablierten Großunternehmen beginnen am Innovationspotenzial der aufstrebenden Jungunternehmer Interesse zu zeigen, gaben sich Experten bei einer Podiumsdiskussion der APA-E-Business-Community in Wien überzeugt.

 

Neben den in Europa "herausragenden New-Economy-Zentren London, Berlin und Dublin" sieht Andreas Tschas von der Initiative STARTeurope, die potenzielle Gründer, Unternehmen und Investoren vernetzen will, vor allem Amsterdam, Kopenhagen und Wien "am aufstrebenden Ast". Es gebe gut ausgebildete Leute mit guten Ideen. Außerdem nehme Wien als Brücke zwischen Ost und West eine sehr wichtige Rolle ein und könnte sich als internationaler Start-up-Hotspot etablieren.

 

Allerdings liege man beim Zugang zu Kapital zurück, "bis vor kurzem gab es da praktisch nichts", spielte er auf den erst im Vorjahr gegründeten Risikokapitalfonds Speedinvest an. Ausschlaggebend für das Erreichen einer kritischen Masse sind laut Tschas makroökonomische Faktoren wie Arbeitslosenrate oder eine Kultur des Wandels, Faktoren à la Steuerniveau bzw. Lebenshaltungskosten, politische Maßnahmen rund um Ausbildung und Bürokratie sowie das Vorhandensein von "Pionieren". Dadurch würde das Unternehmertum attraktiver. "Gerade in herausfordernden Zeiten wie diesen braucht es Entrepreneure mehr als je zuvor", so Tschas.

 

Finanzierung bleibt Hauptproblem

"Gegenseitiges Gratulieren ist ja in Ordnung, aber jetzt müssen wir weiter kommen", warf Oliver Holle von Speedinvest ein. In Österreich sei noch lange keine kritische Masse bei der Finanzierung von Start-ups im Web- bzw. mobilen Bereich erreicht, "es ist einfach zu wenig Kohle da". Außerdem werde man auch bei einer Investition von zehn Mio. Euro in fünf Firmen noch nicht wirklich wahrgenommen.

 

Insgesamt vertrage Österreich ein drei- bis viermal so hohes Volumen, schließlich seien von 250 überprüften Projekten 30 als interessant eingestuft worden. Er ortet aber eine grundsätzliche Bereitschaft zum Investieren: "Wir haben im Rahmen des Fundraising in knapp fünf Monaten rund 300 Gespräche geführt. Die Hälfte war interessiert, was auf eine große Zahl an potenziellen Business Angels schließen lässt. 32 haben letztendlich investiert."

 

Entscheidend für die Entwicklung in Österreich sei, dass man "jedes Jahr drei, vier oder fünf erfolgreiche Exits schafft. Wenn diese Unternehmer wieder in Start-ups investieren, kommt der Kreislauf in Schwung. Dann folgen die Privatinvestoren und irgendwann vielleicht auch die Banken", so Holle. Was sich ändern müsse sei, dass man "Exit" in Österreich noch immer als "dreckiges Wort" sehe, weil ein solcher, auch volkswirtschaftlich betrachtet, gut sei.

 

Auf ins Silicon Valley?

"Auch wir schämen uns nicht erfolgreich verkauft zu haben", stimmte Alexander Igelsböck vom Start-up-Inkubator i5invest zu. Die Standortfrage sieht er eher gelassen. Man könne in und auch aus Österreich heraus international sehr erfolgreich sein - dies würden hunderte Unternehmen jeden Tag beweisen. Den Trend, zum Unternehmensgründen ins Ausland zu gehen, beurteilt Igelsböck differenziert: "Wenn man zu Hause kein Netzwerk hat und kein Kapital bekommt - trotz Heimvorteil - wieso sollte man dann beispielsweise im Silicon Valley Erfolg haben?"

 

Die größte Hemmschwelle in Österreich sei im Moment die Angst vor dem Scheitern. Dies gehöre aber dazu. Die wichtigsten Entscheidungen bei der Gründung würden Mitgründer, Team und Mentoren betreffen, was auch den Zugang zu Unterstützung und Kapital maßgeblich ermöglichen bzw. vereinfachen könne. Für alteingesessene Firmen sei es schwierig Innovationen im Internetbereich zu generieren. Hier könnten sich Start-ups als Innovationstreiber beweisen.

 

Medien investieren in neue Bereiche

Ein offenes Ohr habe man diesbezüglich bei den Medien vorgefunden, ergänzte Holle: "Die sind als erste aufgesprungen, weil sie wissen, dass es nicht ewig so weitergehen wird, für die ist das überlebenswichtig." Man habe sich lange zurückgehalten, "in exotische Sachen abseits des Kerngeschäfts zu investieren. Aber es besteht Handlungsbedarf, in neue Bereiche reinzugehen und Geld in die Hand zu nehmen", bestätigte Christian Buchsteiner von der Styria Media Group, die mit Speedinvest kooperiert.

 

Derzeit bestehe mehr Nachfrage, als Kapital am Markt sei. "Für uns ist es eine spannende Zeit. Dramatische Veränderungen stehen an. Heute braucht man Unternehmer, keine Verwalter", sagte Buchsteiner. Ziel sei, Kooperationen mit Gründern einzugehen. "Wir möchten gemeinsam mit Entrepreneuren spannende Ideen hochziehen, indem wir die Assets unserer Gruppe in diese gemeinsamen Unternehmen und Projekte einbringen", so der Manager.

 

Junge, unternehmerisch denkende Personen mit traditionellen Firmen zusammenzubringen, berge große Chancen, pflichtete Jungunternehmer Alexander Oswald bei. Allerdings fehle es noch an entsprechenden Schnittstellen. Grundsätzlich sieht er noch viele "bewahrende Strukturen" in Österreich. An einer Fachhochschule etwas präsentieren zu müssen, rufe bei vielen Studenten noch einen Schock hervor. Das setze sich in den Unternehmen fort, ortet er einen Mangel an vermitteltem Selbstbewusstsein.

 

Konservatives Umfeld hemmt Innovation

Die Österreicher seien nicht gerade mit Unternehmer-Mentalität gesegnet, sagte Rainer Haberl von headingforparty, einem auf die Vernetzung von Feierwilligen spezialisierten Start-up. Man müsse aber Risiken eingehen, außerdem sei das soziale Umfeld bzw. die Unterstützung ebenso wichtig wie das berufliche Netzwerk. "Je konservativer, engstirniger und Sicherheits-affiner das Umfeld des jungen Unternehmers ist, desto schwieriger wird es für ihn oder sie, das Vorhaben in den schwierigen Zeiten durchzuziehen", so Haberl.

 

"In Österreich haben wir ein strukturelles Problem, weil es an Kapital und Kultur fehlt. Hier muss ein Umdenken stattfinden", forderte auch Markus Roth von der Jungen Wirtschaft. Neben den gerade in der Gründungs- und Wachstumsphase benötigten finanziellen Mitteln stelle die Wahl der richtigen Gesellschaftsform einen wesentlichen Bestandteil für einen erfolgreichen Start dar. Eine zeitgerechte Form der GmbH wäre längst fällig, um auch im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, forderte Roth.

SERVICE:

Fotos zum Event

Impulsreferat: Andreas TSCHAS (STARTeurope)

Kanzleramt stellte vernetzte Verwaltungsdaten online
Foto: Screenshot - Österreich soll "Vorreiterrolle" in Europa einnehmen

Das Bundeskanzleramt ermöglicht mit einer eigenen Internet-Plattform den freien Zugang zu Daten der öffentlichen Verwaltung. Das "Open Government Data Portal" ist unter data.gv.at abrufbar. Gemeinsam mit Ländern, Städten und Gemeinden soll das Portal laufend erweitert werden.

 

Außerdem ist das Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) ab sofort als App für iPhone und iPad erhältlich. Österreich beweise mit der Initiative seine "Vorreiterrolle" in Europa, sagte Manfred Matzka, Sektionschef im Bundeskanzleramt. Das Spektrum der gesammelten Daten auf der Plattform ist vielfältig und umfasst unter anderem Rechnungsabschlüsse von Körperschaften, Haltestellen, Universitätsstandorte und Listen von Ärzten. Wirklich neu sei die Idee der vernetzten, offenen Daten nicht, gab Matzka zu. Die Städte Wien und Linz hätten im Bereich "Open Government Data" bereits einige Erfahrung, nun habe sich der Bund mit den Kommunen vernetzt und will dieses Netz ausbauen.

 

Mit der technischen Umsetzung wurde die Bundesrechenzentrum GmbH beauftragt. Deren Leiter des Bereichs E-Government, Günther Lauer, kündigte an, im Sommer von der Beta-Phase in die Version Eins übergehen zu können. In weiterer Folge werde es auch eine Anbindung an das Open-Data-Netzwerk der EU geben, das bereits angekündigt sei. Die österreichische Lösung stütze sich zudem zu hundert Prozent auf Open Source.

 

Verantwortliche der Kommunen verwiesen wiederum auf ihre eigenen Lösungen, die bereits erfolgreich genutzt würden. "Ich bin ein Fan der Kooperation", betonte Johann Mittheisz, Chief Information Officer der Stadt Wien. Eine "Erfolgsstory" der Bundeshauptstadt sei etwa die "Toilet Map Vienna". Gerald Kempinger, Geschäftsführer der IKT Linz GmbH meinte wiederum, die Wirtschaft beginne mittlerweile, sich an den digitalen Plattformen zu beteiligen. Auch Martin Kaltenböck, Geschäftsführer der Semantic Web Company, meinte, Open Data sei ein wichtiger Bestandteil der gerade entstehenden Datenwirtschaft.

ORF bietet TVthek bald als Fernseh-App an
Foto: Screenshot - Videoabrufplattform soll auf TV-Gerät wandern

Rechtzeitig vor den sportlichen Großereignissen im Sommer will der ORF seine Videoabrufplattform TVthek auf allen neuen Samsung-TV-Geräten als erste TV-App anbieten können. "Das ist das erste konkrete Projekt, das im Rahmen unserer Smart-TV-Aktivitäten umgesetzt wird", sagte ORF-Online-Leiter Thomas Prantner dem Fachmedium Werbeplanung.at.

Derzeit werden in der TVthek mehr als 100 TV-Sendungen on Demand und rund 50 Livestreams des ORF offeriert. Das Angebot soll heuer um zeit- und kulturgeschichtliche Archive sowie um ergänzende Angebote wie Langfassungen spannender "ZiB 2"-Interviews erweitert werden, so Prantner. Daneben wird an der Entwicklung einer ORF-Radiothek gearbeitet.

 

Die ORF-TVthek hatte im ersten Quartal 2012 mehr als zwölf Millionen Abrufe, pro Monat nutzten zuletzt rund 660.000 User die ORF-Videoplattform. Laut Prantner entspricht das einer Reichweite von 11,5 Prozent. 13 Prozent aller Sichtungen auf der TVthek würden inzwischen über mobile Endgeräte generiert.

Viele Produktwertungen im Netz sind gekauft
Foto: APA/dpa - 20 bis 30 Prozent der Kritiken angeblich manipuliert

Etwa jeder vierte Nutzerkommentar in Online-Shops ist nach Recherchen einer Zeitschrift manipuliert. Branchenkenner schätzen laut "Audio Video Foto Bild", dass 20 bis 30 Prozent der Produktbewertungen im Internet gefälscht seien. Laut dem Magazin werden spezielle Agenturen beauftragt, massenweise gute Bewertungen abzugeben.

 

Für einen Test suchten Redakteure der Zeitschrift mehrere „Fälscher-Werkstätten" im Internet, die mit Dienstleistungen wie "Textservice" und "Shop-Texte" warben. Als Hersteller getarnt, beauftragte die Redaktion dann zwei Agenturen, Kundenbewertungen für bekannte Internet-Shops zu verfassen. Der Paketpreis für die ersten 35 Bewertungen: rund 190, beziehungsweise 299 Euro. Insgesamt gaben die Agenturen laut "Audio Video Foto Bild" rund 100 Bewertungen in Online-Geschäften ab. Keine davon sei als Fälschung erkannt worden.

 

Betrogen wird laut Zeitschrift in allen Bereichen: Fernseher, Handys, Hi-Fi-Anlagen - aber auch bei Restaurants, Hotels, Reisen oder Versicherungen komme es zu gekauften Kommentaren. Die Betrüger zu erkennen, ist für Verbraucher kaum möglich. Zwar könnten etwa besonders viele Bewertungen eines Nutzers in kurzer Zeit oder extrem lange Texte voller Herstellerangaben und PR-Floskeln Hinweise auf Fälschungen sein. Für die meisten Käufer dürfte es aber zu aufwendig sein, Kommentare auf all diese Faktoren zu prüfen.

 

Auch die Hürden bei den Online-Shops schützen laut "Audio Video Foto Bild" nur unzureichend vor gekauften Bewertungen. Die Masse an Kommentaren lasse sich kaum kontrollieren. Auch, dass Marktführer Amazon manche Bewertungen mit dem Hinweis "von Amazon bestätigter Kauf" kennzeichne, wenn der Rezensent das Produkt tatsächlich gekauft habe, bringe nicht viel: Die Agenturen bestellten das Produkt, bewerteten es und schickten es innerhalb von zwei Wochen einfach kostenlos zurück, schreibt die Zeitschrift.

Ziel der E-Business-Community von APA-MultiMedia, dem Partner für multimedialen Content und redaktionelles Outsourcing, ist es, im Rahmen monatlicher Treffen mit Präsentationen über Innovationen und Markttrends sowie Podiumsdiskussionen ein schlagkräftiges Netzwerk für erfolgreiches E-Business durch Erfahrungs- und Informationsaustausch zu schaffen.

 

Die Partner-Unternehmen der APA-E-Business-Community sind:

- A1 Telekom Austria AG www.a1.net

- CELLULAR GmbH www.cellular.at

- CMS Reich-Rohrwig Hainz Rechtsanwälte http://www.cms-rrh.com/

- diamond:dogs webconsulting GmbH www.diamonddogs.cc

- economyaustria economyaustria.at

- Ericsson Austria GmbH www.ericsson.com

- Evolaris next level GmbH www.evolaris.net

- Hewlett-Packard www.hp.com/at

- Kapsch www.kapsch.net

- NAVAX Consulting GmbH www.navax.at

- NextiraOne www.nextiraone.at 

- SAMSUNG www.samsung.at

- SAP Österreich GmbH www.sap.at   

- WirtschaftsBlatt Verlag AG www.wirtschaftsblatt.at 

- Wirtschaftskammer Österreich www.wko.at

- APA-MultiMedia multimedia.apa.at

30. Oktober 2014
26. September 2014
Content Marketing & Co: Wie man heute Kunden erreicht